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Lilo Rademacher gestorben

Gerechtigkeit in der Arbeitswelt war ihr Anliegen



Friedrichshafen – Im Januar verstarb Lilo Rademacher. Die Gewerkschafterin wurde 77 Jahre alt. Ein Leben lang kämpfte sie um den Erhalt und die Verbesserung von Arbeitnehmerrechten. Im Nachruf der IG Metall wird die Verstorbene als prägende Persönlichkeit gewürdigt, die sich unermüdlich für Gerechtigkeit in der Arbeitswelt eingesetzt hat:

Lilo Rademacher (1948 – 2026). Foto: IG Metall

„Lilo arbeitete nach einem Pädagogikstudium 13 Jahre lang in der Jugendarbeit beim DGB in Mainz, bevor sie 1985 in Albstadt ihre erste Stelle bei der IG Metall antrat und 1987 nach Friedrichshafen wechselte. Dort prägte sie über Jahrzehnte die Gewerkschaftsarbeit in der Region. 2003 wurde sie als Erste Bevollmächtigte der Geschäftsstelle Friedrichshafen-Oberschwaben gewählt – eine Aufgabe, die sie mit klarem Kompass und großem Rückhalt in den Betrieben erfüllte. Im Zuge einer engeren Kooperation mit der IG Metall-Geschäftsstelle Singen rückte sie 2012 in die zweite Reihe.

Als langjährige Erste und Zweite Bevollmächtigte setzte sich Lilo mit unermüdlicher Energie für Arbeitsplätze, gute Arbeitsbedingungen, Fairness und Gerechtigkeit in der Arbeitswelt ein. Gerade in Krisenzeiten stand sie verlässlich an der Seite der Beschäftigten: ob in schwierigen Betriebs‑ und Tarifkonflikten am Bodensee – etwa rund um die Bodan‑Werft – oder bei harten Investorenverhandlungen bei Tognum-MTU. Im Juni 2014 ging sie nach 27 Jahren Tätigkeit für die IG Metall in den wohlverdienten Ruhestand.

Lilos Wirken reichte weit über die Region hinaus. Als Aufsichtsrätin der ZF Friedrichshafen AG von 2004 bis 2013 trieb sie – gemeinsam mit dem Betriebsrat – die „Grundsätze zur sozialen Verantwortung bei ZF“ voran. Diese Vereinbarung verankerte konzernweit Mindeststandards zu Arbeitnehmerrechten und Arbeitsschutz, was dazu beitrug, Beschäftigten weltweit eine Stimme zu geben.

Die IG Metall verliert mit Lilo Rademacher eine hervorragende Gewerkschafterin, eine mutige Demokratin und warmherzige Kollegin – eine die zuhörte, ernst nahm und handelte. Ihr Vermächtnis verpflichtet: Arbeitnehmerrechte auf Augenhöhe verteidigen, Internationalismus leben, Gleichstellung voranbringen und Erinnerungskultur wachhalten. In diesem Sinne werden wir ihre Arbeit fortsetzen.

Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei ihrer Familie und ihren Freunden. Wir werden unserer Kollegin Lilo Rademacher ein ehrendes Andenken bewahren.“

Der vorstehende Nachruf ist unterzeichnet von Christiane Benner, der Ersten Vorsitzenden der IG Metall, und ihren Vorstandskollegen Jürgen Kerner und Nadine Boguslawski sowie von IG-Metall-Bezirksleiterin Barbara Resch und von Helene Sommer, Frederic Striegler und Claudia Rankel von der IG-Metall-Geschäftsstelle Friedrichshafen-Oberschwaben.

Wir haben einen ehemaligen Betriebsrat bei KaVO (Leutkirch) um seine Erinnerung an Lilo Rademacher gebeten. Herbert Lott schreibt: „Lilo Rademacher lernte ich 2003 / 2004 als Vertreterin der IG Metall bei den Übernahmeverhandlungen mit Danaher kennen. Ich war Mitglied des Betriebsrates und in der Verhandlungskommission, in der es um die Schließung des KaVo-Standortes in Leutkirch ging. Durch ihre äußerst engagierte, kompetente und sachliche Arbeit war sie eine unerlässliche Stütze für die Betriebsratsarbeit. Neben dem Engagement der Leutkircher Bevölkerung war sie maßgeblich daran beteiligt, dass heute, nach der Trennung von Danaher, mit der Fa. Sycotec ein florierendes Unternehmen in Leutkirch verbleiben konnte. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit war auch der Kampf für Frauenrechte in den Betrieben und in der Gesellschaft. Durch ihre offene, freundliche Art haben sich auch persönliche Freundschaften lange über die Zeit als Erste Bevollmächtigte der IGM Friedrichshafen hinaus erhalten.“

Lilo Rademacher, geboren am 16. Oktober 1948, gestorben am 2. Januar 2026, ruht auf dem Städtischen Friedhof Friedrichshafen.




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