„Gürteltiere sind sexy“ feierte begeisternde Premiere
Arnach – Es war eine begeisternde Premiere, die am zweiten Weihnachtsfeiertag Arnachs Theatertruppe um Spielleiter Matthias Tapper mit ihrem Lustspiel „Gürteltiere sind sexy“ von Wolfgang Bräutigam feiern konnte.
Traditionell begrüßt der Spielleiter, bevor sich der Bühnenvorhang vor einer Aufführung das erste Mal hebt, die Ehrengäste und Gruppierungen. Neben einigen Ehrenmitgliedern des Musikvereines konnte Tapper in diesem Jahr auch Bürgermeisterin Alexandra Scherer mit ihrem Gatten zur Premiere begrüßen. Mit recht großen Abordnungen besuchten unter anderem der Kirchenchor Arnach und die Fußballabteilung des SV Arnach die Premiere. Matthias Tapper wollte vom Publikum wissen, wer denn schon einmal auf einer Kreuzfahrt dabei war, denn immerhin befördern die Kreuzfahrtschiffe jährlich 30 Millionen Passagiere. Nachdem sich nur sehr wenige gemeldet hatten, konnte er guten Gewissens das Ergebnis einer englischen Umfrage bekanntgeben. Laut dieser Erhebung macht jeder fünfte Passagier auf einer Kreuzfahrt einen Seitensprung, obwohl bei 80 % der Fahrten der Partner mit an Bord ist.
Das war das Stichwort für eine rasante Komödie “Wer mit wem?”
Zum Inhalt des Stückes
Auf dem Kreuzfahrtschiff “Ahoi” brodelt es nicht nur in den Kochtöpfen von Schiffskoch Roland Winkler. Gebhard Baumann muss mit ihm gleich mehrere Positionen auf dem Schiff ausfüllen, denn er kämpft mit akutem Fachkräftemangel. Das Personal muss mit mehr Jobs gleichzeitig jonglieren, wie Sonja Herrlich, die von Petra Gut sehr patent dargestellte Stewardess Tabletts tragen muss, ist sie doch ebenfalls in das Multitasking involviert.
Theater-Neuling Kornelius Schwarz brilliert!
Die besondere Entdeckung dieses Theater-Jahres ist Kornelius Schwarz. Er mischt als Theater-Neuling in seiner Rolle als Schauspieler (!) Henry Kellner das Schiff bzw. die Besatzung und die Passagiere gewaltig auf und bekommt dabei gleich mehrfach die Härte des Berufs aufgezeigt.
Unter die Passagiere mischt sich der unter falschem Namen reisende Manager Markus Braun, dargestellt von Theater-Rückkehrer Martin Fimpel. Dieser ist auf einer gewonnenen Reise mit seiner angeblichen Nichte namens Anna Schuster – alias Anna Schumann alias Bettina Hoch – im Schlepptau unterwegs. Gleichzeitig hatte er einen Privatdetektiv auf seine Frau Marlene Braun (gemeinsam mit ihrer Mutter auf der Suche nach ihrem Erzeuger: Julia Hengge) angesetzt – angeblich, weil der Nachbar (auf dem Schiff immer mit Bierplauze und Hawai-Hemd unterwegs: Chef Matthias Tapper) zu häufig mit Hammer, Zange und weiteren Gerätschaften am Werkzeug-Gürtel bei den Brauns im Wohnzimmer steht.
Was der freischaffende Manager bzw. Handelsvertreter jedoch nicht weiß: Seine Schwiegermutter Hilde Meier (der Marlies Hoch Kontur und Stimme verleiht) misstraut ihm schon lange und hat den Verdacht, dass hinter seinen häufigen Dienstreisen eine andere Frau steckt. Daher hat sie denselben Privatdetektiv engagiert – den hyperaktiven Jens Schuhmann, dem Alexander Menig ein überzeugendes Profil verleiht. Und weil Jens Organisationstalent und und einen Hang zum Chaos perfekt vereint, hat er alle Beteiligten über ein gefälschtes Preisausschreiben gleich mit aufs Schiff gelockt. Nichtahnend, dass ausgerechnet seine eigene Frau die Affäre von Markus ist, die er eigentlich entlarven soll. Abgerundet wird das Schiff voller Affären und Beziehungskisten noch durch die Nachbarin Hanne Stöckl (immer für eine Überraschung gut: Lisa Gottschling) und ihr Gatte, genannt Heimwerker-Hannes, (der bereits beschriebene Theaterchef).
Wer ist auf der “Ahoi” eigentlich der Kapitän?
Und so stellt sich bald auf der „Ahoi“ nicht mehr nur die Frage „Wer hat mit wem ein Verhältnis?“, sondern auch: „Wer ist hier eigentlich der Kapitän?“ Der Running-Gag mit der Uniform wächst sich besonders für Marlene Braun zur Nervenprobe aus – denn die Uniformträger mit dem höchsten Rang an Bord wechseln dabei so häufig, wie Landratten ihre Socken. Und jeder, der sich mit der Uniform schmücken wollte, bekam als Belohnung eine Ohrfeige verpasst.
Jungmusikanten unterhalten in den Pausen
Zum Kapitäns-Dinner gab es nach dem ersten Akt das bewährte Drei-Gänge-Menu namens SWS: Saitenwürste mit Wecken mit Senf, garniert mit musikalischen Weihnachtsgrüßen, auf der Bühne live gespielt von Jungmusikanten.
Ob sich nach den beiden weiteren Akten das Durcheinander doch noch auf wundersame Weise auflösen läßt? Am Ende wird klar: Männer mit Werkzeuggürtel sind die wahren Gürteltiere – und sexy dazu. Und: Das Publikum bei der Premiere (inklusive Bürgermeisterin) amüsierte sich köstlich.
Weitere Aufführungstermine
Die Laienspielgruppe des Fördervereins für Jugendausbildung beim Musikverein Arnach – kurz: das Arnacher Theater – bringt Verwirrung und Auflösung noch an folgenden Terminen unter die Leute: . Montag. 29.12., Dienstag 30.12., Sonntag 4. Januar und Montag 05.01. jeweils um 20.00 Uhr in der Turn- und Festhalle Arnach. Am Montag, 29.12. und Sonntag, 04.01. gibt es jeweils um 14.00 Uhr zusätzlich Nachmittagsvorstellungen.
Text und Bilder: Uli Gresser
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