Bei der Werkrealschule Bad Wurzach gab es zweimal um Weihnachten Theater
Bad Wurzach – Sozusagen als Abschiedsgeschenk spielten die Neuntklässler der Theater AG vor Weihnachten noch einmal ein ganz besonderes Stück bei der Advents- und Weihnachtshockete des Elternbeirates mit einer wunderbar chaotischen Theaterprobe auf ein Weihnachtskrippenspiel. Und die jungen Akteure der unteren Klassenstufen zeigten mit ihrem „außerirdischen“ Spiel, dass Schulleiterin Julia Kiebler, die das Stück selbst schrieb, um ihre Theater AG nach dem Abgang der „Großen“ nicht bange sein muss.
Zweimal führten die beiden Gruppen ihre Stücke auf: einmal bei der erwähnten Weihnachtshockete, und am letzten Schultag dann vor der ganzen Schulgemeinschaft.
Der Titel des Kurz-Stückes, das die AG-Schüler der Klasse 9 aufführten, hieß „Es weihnachtet schwer – (k)ein Krippenspiel“. Schulleiterin Julia Kiebler fand für das Improvisationstheater über eine Krippenspiel-Probe das Prädikat „hyperrealistisch“ für angebracht: Denn die Akteure, mehr oder weniger motivierte Schüler, standen mit dem Textbuch auf der Bühne, sofern sie es bis dahin schafften. Denn die Darstellerin der Maria, lag wirklich krank im Bett, so dass für sie die FSJ-Leistende der Werkrealschule, Marlin Borchardt, noch am Morgen der ersten Aufführung der Neuntklässler „gecastet“ wurde. Die dann prompt den Regisseur schier in den Wahnsinn trieb, weil sie sich – textbuchgemäss – glaubhaft weigerte, als vom Heiligen Geist geschwängerte Maria den künstlichen Theaterschwangerschaftsbauch in Form eines dicken Kissens anzulegen, um dann später einen etwas sperrigen, eher eckigen statt runden Jesus den (h)eiligen vier (!) Königen zu präsentieren. Die Probe lief immer wieder aus dem Ruder, weil der Erzähler und Souffleur beim ersten Klingelton der Schulglocke schnell nach Hause eilen musste zum „Plätzchen backen“. Und auch die anderen Darsteller konnten die Konzentration auf das Stück nicht lange halten, als einer der „Schauspieler“ erzählt, dass es im Handyladen ein Sonderangebot für Smartphones gebe….Oder als statt der üblichen drei Könige aus dem Morgenland plötzlich deren vier auf der Bühne erschienen.
Beim Stück des „Theaternachwuchses“ der Klassenstufen 7 und 8 soll eine „Außerirdische“ des Planeten Zogtron herausfinden, was Weihnachten wirklich bedeutet, um später wieder auf ihren Heimatplaneten zurückkehren zu können. Dies aber versucht ihre missgünstige Schwester zu verhindern. Als nun die mit 313 Jahren noch jugendliche Zogtronerin Lina auf der Erde eintrifft, bekommt sie als erste Begriffe für Weihnachten „Geschenke“ und „Bredla“ mit. Nach und nach wird sie mit immer mehr Weihnachtsbegriffen und Bräuchen, wie dem Bredla-Backen vertraut gemacht. Später dann kann sie dank einiger Mädchen, mit denen sie sich anfreundet und der Lehrerin in der Schule,– auch mittels künstlicher Intelligenz über Chat GPT – den für ihre Rückkehr erforderlichen Code der Synonyme für das „Fest der Liebe“ entschlüsseln, so dass es ihr gelingt, in letzter Minute wieder das „Zogtronische Tor“ zu passieren.

Es war allen Darstellern ihre Spielfreude anzumerken, die sich auch auf das Publikum übertrug. Und die Schulleiterin konnte sich darüber freuen, dass alle Mitspielenden einen weiteren großen Schritt in ihrer Persönlichkeitsbildung machten. Und sie bekam die Gewissheit, dass in den Klassenstufen 7 und 8 viele Talente schlummern, mit denen sie in ihrer Theater-AG zukünftig wieder größere Projekte in Angriff nehmen kann.
Text und Bilder: Uli Gresser
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