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NABU: Zum Wohl der Streuobstwiesen

Für Adventszeit auf natürliche Deko setzen – Bäume von Misteln befreien



Foto: NABU_Claudia Wild_aR
Mistel

Stuttgart – Die Adventszeit steht vor der Tür und die Weihnachtsmärkte öffnen ihre Pforten. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Streuobstbäume von Misteln zu befreien. Also: Ran an die Mistel zum Wohl der Streuobstwiesen“, sagt NABU-Gartenexpertin Aniela Arnold. Die Mistel ist ein hübscher Adventsschmuck, sie lässt sich zum Kranz binden, als Tischdeko mit anderen Zweigen zu kleinen Sträußen kombinieren oder im Windlicht mit Zapfen und Rindenstückchen nutzen. Als Türschmuck lädt sie zum Küssen unterm Mistelzweig ein – ein Weihnachtsbrauch, der Glück bringen soll. Auch dem Obstbaum bringt es Glück, wenn die Mistel am Türrahmen statt in der Baumkrone hängt.

Adventsschmuck von der Streuobstwiese

Die Weißbeerige Mistel (Viscum album) breitet sich in Baden-Württemberg stark aus. Sie wirkt mit ihren weißen Beeren und kleinen Blättern zart und zauberhaft. Doch kann sie auf Streuobstwiesen viel Schaden anrichten. Der NABU ruft daher dazu auf, Bäume zu pflegen und Misteln zu entfernen. Besonders betroffen sind Pappeln entlang von Gewässern, Apfel- und Birnenbäume auf Streuobstwiesen, Ebereschen und Weiden. Weil sie ihrem Wirtsbaum Wasser und Nährstoffe entzieht, raubt die Mistel ihm Lebensenergie. „Streuobstwiesen sind wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl an Arten und beliebte Erholungsgebiete. Bitte entfernen Sie Misteln zügig, um Bäume und damit diesen Lebensraum dauerhaft zu erhalten“, rät NABU-Ornithologe Stefan Bosch. Am besten schneidet man die Misteln an frostfreien Tagen aus den eigenen Bäumen, verschenkt sie an den Freundeskreis und die Familie oder nutzt sie selbst. „Die Pflanze ist nicht geschützt“, stellt Bosch klar. Aktiv werden sollten Privatpersonen, Kommunen und landwirtschaftliche Betriebe. 

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Mistelbefall verstärkt Klimastress der Bäume

Die Klimakrise setzt Streuobstbäumen durch Hitze, Trockenheit und Krankheiten zu, die Mistel verschärft diesen Stress und die wärmeren Temperaturen fördern ihre Ausbreitung inzwischen bis in Mittelgebirgslagen. Schon nach einem Jahr ist der rundliche kleine Busch so groß, dass er den Baum schädigt. Je mehr Misteln im Baum hängen, desto gravierender ist ihre Wirkung.

Mehr als 20 Vogelarten haben die Samen zum Fressen gern und verbreiten sie mit ihrem Kot weiter. Nach vier Jahren bilden Misteln Beeren und damit neue Samen, daher sollten sie Pflanzen alle zwei bis drei Jahre entfernt werden. So verhindert man, dass irgendwann stark befallene Äste ganz abgesägt werden müssen. Meist reicht es, die Pflanze samt Wurzeln abzuschneiden – erste Triebe zeigen sich als grüne Stelle im Holz. „Wer Misteln schneidet, tut aktiv etwas für den Artenschutz, weil Streuobstbäume und damit die darin enthaltenen Spechthöhlen durch Pflege erhalten bleiben“, so Bosch. Spechte bauen ihre Bruthöhlen bevorzugt in kräftige Bäume mit mindestens 1,80 Meter Stammhöhe. Die Baumhöhlen dienen vielen Tieren als Unterschlupf. Gartenrotschwanz und Steinkauz etwa nutzen sie zum Brüten. Bleibt die Mistel unbehandelt, kann sie geschwächte Bäume zum Absterben bringen. In diesem Fall sollte man einen neuen hochstämmigen Obstbaum auf der Wiese pflanzen – als Investition in die Zukunft. 

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Misteln auf NABU/naturgucker melden

Im Winter lassen sich Misteln an unbelaubten Bäumen gut erkennen. Um zu wissen, ob sich die Misteln im Südwesten weiter ausbreiten, ruft der NABU auf naturgucker.de zum Wintermonitoring auf. Noch bis Ende Februar können Misteln gezählt und online gemeldet werden. „Im milden Rheintal, am Bodensee und im Großraum Stuttgart liegen Mistel-Hotspots. Bis auf die Hochlagen von Alb und Schwarzwald ist die Pflanze heute im ganzen Land vertreten. Je mehr Menschen mitmachen und Misteln melden, desto detaillierter wird die Mistelkarte für Baden-Württemberg“, rät Bosch allen Naturfreundinnen und -freunden.

Extra-Tipp: Wer im Advent insgesamt auf natürliche Materialien setzt, spart mitunter Geld und schon die Umwelt. Neben Misteln gut geeignet und duftend sind auch Tannenzweige, kombiniert mit getrockneten Apfel- oder Orangenscheiben, Hagebuttenzweige, Zapfen oder Moos. Manches lässt sich beim Spaziergang sammeln, anderes findet man auf Wochen- und Weihnachtsmärkten.

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Hintergrund: Die Weißbeerige Laubholz-Mistel (Viscum album) wird bis zu 70 Jahre alt. Sie blüht grüngelb zwischen Februar und April. Im Herbst trägt sie erbsengroße, glasig-weiße, fleischige Scheinbeeren, die bei vielen Vogelarten als Winternahrung begehrt sind.




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