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Der legendäre Abstiegskrimi

Derby SV Arnach – TSG Bad Wurzach: Rückblick auf 1976



Foto: Gerhard Reischmann
SV Arnach gegen die TSG Bad Wurzach – das ist kein Spiel wie jedes andere. Im Vorfeld des Derbys hat DBSZ-Redakteur Gerhard Reischmann in den Festschriften „60 Jahre SV Arnach“ (1988; Autor: Siegfried Maucher) und „75 Jahre Fußballabteilung der TSG Bad Wurzach“ (1995; Autor: Peter Schmode) geblättert.

Arnach (rei) – Alte Arnacher erinnern sich an ein Derby SV Arnach gegen die TSG Bad Wurzach Mitte der 1970er. Selten hatten sich am Sportplatz an den Pappeln in Arnach so viele Fans beider Vereine versammelt wie bei jenem Aufeinandertreffen. Es ging ja auch um viel:

Beide Vereine kickten damals in der B-Klasse, in der zweituntersten Liga also. Und beide krebsten am Tabellenende herum. Es war klar: Wer verliert, steigt ab.

Was den Derby-Charakter noch verstärkte: Die Eingemeindung Arnachs nach Bad Wurzach war damals ganz frisch vollzogen worden. Was heute bestens zusammenpasst, war seinerzeit noch nicht nach jedermanns Geschmack. So mancher der Dörfler hoffte insgeheim auch aus kommunalpolitischem Missmut heraus auf eine Klatsche für die Städter.

Und tatsächlich: Der SVA behielt die Oberhand und die TSG fand sich in der C-Klasse wieder. Die TSG musste nach dem 0:1 in Arnach in den sauren Apfel des Abstiegs beißen.

Das ließ Franz Hecht, den legendären TSG-Vorstand, nicht ruhen und er baute mit Legionären – Torwart Vogelgesang, Toni Gerster, Rudi Ehrlicher, alle vom FV Biberach – eine starke Truppe auf, die, angeführt von TSG-Champ Peter Götz und Spielertrainer Herbert Röhnelt aus Weingarten, dann den Durchmarsch in die Landesliga schaffte.

Heuer dümpeln sowohl der SVA als auch die TSG in der Kreisliga B Staffel 6, bei den Alten immer noch „die C-Klasse“. Absteigen kann also keiner, denn man befindet sich in der untersten Liga. Aber beide Vereine schielen nach oben. Das Derby kann schon richtungsweisend sein dahingehend, wer um den Aufstieg mitspielt. Anpfiff am 21. September ist um 15.00 Uhr.

Das sportliche Auf und Ab des SV Arnach verlief in den 1970ern wie folgt: In der Saison 1974/1975 wurde man in der C-Klasse Meister, angeführt vom starken Spielführer Lorenz Jäger. Trainer war Anton Brauchle. In der Folgesaison konnte man sich mit Ach und Krach in der B-Klasse halten, wobei es am Ende der Runde zu dem denkwürdigen Showdown mit der TSG Bad Wurzach kam. 1977 kam dann doch der Abstieg (in jenem Jahr ging die zuvor vom SVA düpierte TSG von der C-Klasse in die B-Klasse hoch). Nach einem starken Umbruch – Trainer Anton Brauchle integrierte fünf, sechs A-Jugendliche in die Mannschaft – schaffte der SVA 1978 den überraschenden Wiederaufstieg in die B-Klasse (die TSG ihrerseits enteilte Richtung Bezirksklasse, damals A-Klasse geheißen).

Die Meistermannschaften des SV Arnach von 1975. Stehend die „Erste“, von links: Trainer Anton Brauchle, Gottfried Sünder (Betreuer; Torwart der zweiten Mannschaft), Reiner Fimpel (Betreuer), Lorenz Jäger, Franz Feuerle, Rudolf Bossler, Karl-Josef Fassnacht, Werner Zimmermann, Wolfgang Geser, Hermann Bossler, Wolfgang Brack, Franz Röck, Wolfgang Geißler, Kurt Hübner, Xare Miller (Vereinsvorstand). Auch die „Zweite“ wurde 1975 Meister. Für sie traten damals an (wobei es zwischen Erster Mannschaft und Zweiter Mannschaft eine Fluktuation gab): Reinhold Krug, Horst Kohler, Willi Mayer, Arnold Zapf, Erwin Feurle, Manfred Lott, Karl-Heinz Henkel, Wolfgang Mayer, Josef Ringer, Karl Fischer, Josef Lott, Willi Gut. Das Foto ist der SVA-Festschrift von 1988 entnommen (S. 18).

Die Meistermannschaft des SV Arnach von 1978. Hinten, von links: Xare Miller (Vorstand), Reinhold Krug, Helmut Riedl, Wolfgang Geser, Josef Ringer, Herbert Lott, Ehrenfried Vogt, Rudolf Bossler, Armin Gomm, Lorenz Jäger, Anton Brauchle (Trainer); vorne, von links: Josef Lott, Arnold Zapf, Franz Feurle, Winfried Reischmann, Gerhard Reischmann, Reiner Fimpel (Betreuer). Das Foto ist der SVA-Festschrift von 1988 entnommen (S. 19). Dort ist das Foto fälschlicherweise auf 1976 datiert.

Gerhard Reischmann




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