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Kommentar

Das Feiern fördern? Ein Balanceakt



Bad Waldsee feiert 2026 wichtige Jubiläen. Zur Frage der finanziellen Förderung durch die Stadt gibt es widerstreitende Meinungen:

Die Stadt Bad Waldsee plant für das Jahr 2026 ein großes Festprogramm – und das aus gutem Grund: 1100 Jahre erste urkundliche Erwähnung, 600 Jahre Rathaus, 70 Jahre Prädikat „Bad“. Drei Jubiläen, die gewiss Anlass zur Freude bieten. Die Stadtverwaltung möchte diese Ereignisse würdig begehen und hat dafür ein Budget von mindestens 300.000 Euro vorgesehen. Im Gemeinderat stieß dieser Vorschlag auf breite Zustimmung – mit einer deutlichen Ausnahme: Die Grünen-Fraktion kritisierte das Vorhaben scharf und stellte die Grundsatzfrage nach der Prioritätensetzung.

Das „Für“: Gemeinschaft, Identität, Aufschwung

Jubiläumsfeiern haben ohne Frage ihren Wert. Sie stiften Gemeinschaft, stärken das Wir-Gefühl und bieten Vereinen, Kulturschaffenden und der lokalen Wirtschaft eine Plattform. Gerade nach Krisenjahren wie Pandemie, Energiepreisexplosion und gesellschaftlichen Spannungen können Feste verbindend und identitätsstiftend wirken. Sie laden zum Mitmachen ein, schaffen Begegnung und zeigen, wie lebendig und vielfältig eine Stadt sein kann. Auch der Tourismus könnte davon profitieren – ein nicht zu unterschätzender wirtschaftlicher Aspekt in einer Kurstadt wie Bad Waldsee.

Das „Wider“: Klimakrise kennt keine Pause

Doch die Einwände der Grünen sind nicht leichtfertig vom Tisch zu wischen. 300.000 Euro – das ist eine stattliche Summe, besonders in einem Haushalt, der zuvor durch eine Etatstrukturkommission auf den Prüfstand gestellt wurde. Hätte man mit diesem Geld nicht auch ein starkes Zeichen für die Zukunft setzen können? Für nachhaltige Mobilität, für mehr Grün in der Stadt, für energetische Sanierung öffentlicher Gebäude oder die Förderung von Bürger-Solaranlagen?

In Zeiten zunehmender Extremwetterlagen und wissenschaftlich untermauerter Klimawarnungen ist es nicht abwegig, solche Alternativen zu diskutieren. Selbst symbolische Projekte – etwa ein Klima-Bürgerfonds oder eine städtische Förderoffensive für Balkonkraftwerke – hätten nachhaltige Wirkung entfalten können und wären ein sichtbares Zeichen städtischer Verantwortung gewesen.

Ein Mittelweg ist möglich

Vielleicht muss es aber kein Entweder-Oder sein. Es wäre zu wünschen, dass ein Teil des Jubiläumsprogramms auch den Blick nach vorne richtet: etwa durch eine thematische Einbindung von Umweltfragen oder durch Klimaschutz-Projekte im Rahmen der Feiern selbst. So könnten Geschichte, Gegenwart und Zukunft miteinander verbunden werden – und die Stadt würde zeigen, dass sie sich ihrer Verantwortung auf allen Ebenen bewusst ist.
Erwin Linder



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