„Wie schön könnte die Evangelische Kirchgasse sein”
Leutkirch – „Man muss nicht dreimal im Kreis fahren, nur um zu sehen, wer vor dem Drops sitzt.” Mit dieser Meinung zum Autoverkehr in der Leutkircher Altstadt sieht sich Anna Barbara Schrön nicht alleine. Sie gehört zu einer Gruppe von sechs Leuten. Deren Ziel: weniger Autos in der Evangelischen Kirchgasse. Stattdessen dort mehr Platz für Personen, die zu Fuß oder per Fahrrad unterwegs sind. Auch mehr Raum für Sitzplätze. Außerdem mehr Flächen für anliegende Geschäfte, die dort ihre Angebote zeigen wollen. Und schließlich ein Ort für Veranstaltungen.
Die sechsköpfe Runde traf schon vor drei Jahren. Dabei zählte sie unter anderem Auto-Stellplätze in der Leutkircher Altstadt. Es sind 44. Ohne Parkhäuser. So sagte es Anna Barbara Schrön am Mittwoch (25.2.) der Bildschirmzeitung. Und ergänzte: „In den Parkhäusern sind fast immer noch Flächen frei.” Demnach seien dann sechs Stellflächen weniger in der Evangelischen Kirchgasse durchaus denkbar.
Unterstützung vom Landes-Verkehrsministerium
Bisher seien zu einer Evangelischen Kirchgasse mit wenig Autos bei der Stadt „noch keine Entscheidungen getroffen worden”, sagt Schrön. Deshalb setzte sich die sechsköpfige Gruppe jetzt wieder für „ein pro-aktives Gestalten” dieses Straßenabschnitts ein. Dabei fand die Leutkircher Runde Hilfe über das Programm „Lebendige Ortsmitten” des Verkehrsministeriums in Stuttgart (https://www.aktivmobil-bw.de/ortsmitten/lebendige-ortsmitten-fuer-bw/). Dort habe sich die Gruppe beworben. Und bekam den Zuschlag.
Nämlich drei Entwürfe von Stadtplanung-Fachleuten im Ministeriums-Auftrag, wie die Evangelische Kirchgasse mit weit weniger Autos aussehen könnte. Von dort sei wiederum das Bauamt Leutkirch um Daten und Pläne gebeten worden. „Da hat das Bauamt der Stadt Leutkirch sehr gut mitgemacht”, lobt Barbara Schrön. Diese Darstellungen liefern Antworten auf Fragen wie: „Wie schön könnte die Evangelische Kirchgasse sein?”
Sparsam. Dass sich das Ganze vergleichbar rasch ohne allzu große Kosten einrichten lasse, verrate ein Blick in die Internetseite des Ministeriums. Dort steht: „Auch im Jahr 2026 können Kommunen mit ausleihbaren Stadtmöbeln testen, wie sich eine verkehrsberuhigte Ortsmitte mit mehr Platz für Menschen anfühlt.” Also mit allerhand Mobiliar, das das Ministerium den Gemeinden ausleiht. Voraussetzung: „Jetzt Testzeitraum zwischen März und Juni vereinbaren!”
„Jetzt”. Dieses Wort wirkt mit entscheidend bei dem, was die Leutkircher Bürgerinitiative für die Altstadt erreichen möchte. Am Beispiel der Evangelischen Kirchgasse. Anna Barbara Schrön: „Wir wollen die Entscheidung vorantreiben.”
Julian Aicher











