Musikalisches Gedenken an den Holocaust
Ravensburg / Leutkirch (FG) – Seit 2006 wird der 27. Januar als Gedenktag für die Opfer des Holocaust begangen. Das Datum erinnert an den 27. Januar 1945 – den Tag, an dem die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz befreit hatte. Die Evangelische Kirchengemeinde Ravensburg und die Evangelische Verbundkirchengemeinde Leutkirch-Aitrach-Kißlegg gestalten das Holocaust-Gedenken 2026 mit einem besonderen Konzertangebot unter dem Titel „Reawakening Suppressed Music / Wiedererweckung unterdrückter Musik“. Das Konzert in Leutkirch findet am Dienstag, 27. Januar, in der Dreifaltigkeitskirche statt; Beginn ist um 18.00 Uhr.
Es werden Werke von Komponisten aufgeführt, die durch die nationalsozialistische Verfolgung zum Schweigen gebracht wurden. Musikschaffende wie Johanna Bordewijk-Roepman, Robert Kahn, Hans Krieg, Leo Smit oder Rosy Wertheim kamen zum Teil in den Konzentrationslagern ums Leben und ihre Kompositionen wurden über Jahrzehnte vergessen. Manche dieser Werke wurden unter unglaublichen Umständen etwa auf alten Dachböden wiederentdeckt und gelangen jetzt zum ersten Mal zur Aufführung.
Dr. Shelley Katz und Evelyn Schlude


Der Londoner Pianist und Dirigent Dr. Shelley Katz wird zusammen mit der Ravensburger Sopranistin Evelyn Schlude erstmals in Deutschland diese „unterdrückte Musik“ aufführen. Das erste Konzert findet am Sonntag, 25. Januar, 18.00 Uhr in der Ev. Johanneskirche Ravensburg (Hochgerichtsstraße 10) statt. Das zweite Konzert am Dienstag, 27. Januar, 18.00 Uhr in der Ev. Dreifaltigkeitskirche in Leutkirch (Evangelische Kirchgasse 19). In beiden Konzerten wird Dr. Shelley Katz auch über den Hintergrund der aufgeführten Werke informieren. Der Eintritt ist frei.
Information in Schulen
Während seines Aufenthaltes in Ravensburg und im Allgäu wird Dr. Shelley Katz auch in Schulklassen über sein Projekt „Reawakening Suppressed Music“ berichten. Ihm liegt besonders daran, als Jude mit jungen Deutschen ins Gespräch zu kommen. Durch langjährige berufliche Engagements in Deutschland und Österreich spricht er sehr gut Deutsch. Sein Einsatz für die vergessene Musik von Komponisten, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden, wird von der amerikanischen Stiftung „Bader Philanthropies – Upholding Dignity“ gefördert. Mit der Organisation der beiden Konzerte wollen die beteiligten evangelischen Kirchengemeinden einen Beitrag zum christlich-jüdischen Dialog leisten und ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen.














