„Geht auf jeden Fall da hin”
Leutkirch – 10. Februar. Ab 18.30 Uhr versammelt sich der Jugendgemeinderat Leutkirch im Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes am Gänsbühl. Dabei kommt unter anderem um die Landtagswahl am 8. März ins Gespräch. Thema ist aber auch eine Radiosendung mit dem Jugendgemeinderat. Oder auch das neue Gymnasium. Nächstes Jugendkino: 25. Februar.

Am 23. Januar machten sich Interessierte aus Leutkirch auf nach Vorarlberg. Darunter auch Mitglieder des Jugendgemeinderats. Zielort: Lustenau. Dort steht ein ganz besonderes Gebäude. Ohne Heiztechnik, ohne Kühlung – aber innen sehr angenehm. „Ich fand’s faszinierend”, berichtet Jugendgemeinderätin Anita Huber (Bild). Einer der Mitreisenden an jenem 23. Januar: Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle.
Henle schildert dem Jugendgemeinderat bei der Sitzung am 10. Februar den beeindruckenden Bau namens „22/26″. Diese Ziffern bezeichnen die Temperaturen von 22 bis 26 Grad Celsius, die dort herrschen. Das fünfstöckige Gebäude bestehe seit 14 Jahren, sagt Henle. Als er nach der Lustenau-Fahrt nach Hause gekommen sei, habe er seiner Frau berichtet: „Das Haus hat keine Heizung und keine Lüftung.” Und fühle sich drinnen doch sehr angenehm an. Darauf sei er von ihr gefragt worden: „Warum baut nicht jeder so?”
Vielleicht nicht „jeder”, aber doch die Stadtverwaltung Leutkirch würde gerne so bauen lassen. Nämlich das neue Gebäude des Hans-Multscher-Gymnasiums. Im März solle der Gemeinderat darüber entscheiden, wünscht sich Henle. Und zwar nicht allein wegen des rundum guten Klimas in dem Haus, sondern auch wegen der Kosten. So etwas zu errichten, komme ein rundes Zehntel günstiger als andere Bauten. Zum Beispiel deshalb, weil in „22/26″ auf teure Installationen für die Heizung verzichtet werde. Lediglich kleine Klappen an den Fensterrahmen würden für frische Luft sorgen – gesteuert mit feinen Sensoren. Außerdem seien die Fensterrahmen selbst etwas nach innen versetzt. Folge: Die Sonnenstrahlen heizen im Sommer das Gebäude nicht so stark auf. Wenig Technik – aber durchdacht. Eigentlich entstehe so ein Haus „so, wie früher schon gebaut wurde”. Überzeugend: Die Betriebskosten der Jahre oder Jahrzehnte nach dem Bau lägen rund 40 % niedriger als bei anderen Gebäuden, erzählt OB Henle.

Nach dem Bericht des Stadtoberhaupts gibt Patricia Burciu (Bild) wieder, was sie als Jugendgemeinderätin während der vorletzten Sitzung des „normalen“ Gemeinderats erfahren hat. Worte wie Feuerwehr, Gewerbegebiet, Naturschutzgebiet, Grundwasserschutz, Kinderbetreuung, Schülerbetreuung und Notstrom wählt sie dabei. Anschließend fasst Oberbürgermeister Henle Ergebnisse der „gestrigen Sitzung” (9.2.) zusammen. Da erwähnt er unter anderem ein Gebäude in der Innenstadt, das die Rathausverwaltung erwerben wolle, den Bericht des Behindertenbeauftragten und des Energiebündnisses, das geplante Gewerbegebiet Heidrein und die Elektrifizierung der Bahnstrecke Kißlegg-Wolfegg. Sei sie in Betrieb, könnten die Züge dort schneller fahren. Henle zu dem Bahnvorhaben: „Wenn alles gut läuft, dann ist das 2040 fertig.”

Sitzungsleiter Michl Mendler (Bild) kommt zum nächsten Tagesordnungspunkt: der Podiumsdiskussion zur Landtagswahl. Veranstaltet vom Jugendgemeinderat am 22. Januar in der Festhalle. Mendler sagt, er habe nur „positive Reaktionen” auf die Veranstaltung gehört. OB Henle bestätigt: „Bei mir kam auch sehr viel Lob für den Jugendgemeinderat an.” Anschließend zeigt Maria Hönig, die Kinder-, Jugend- und Familienbeauftragte der Stadt, dem Jugendgemeinderat ein Erklärvideo zur Landtagswahl. Zusammen mit anderen Informationen kann der Jugendgemeinderat damit die rund 1250 im Bereich der Großgemeinde Leutkirch erstmals Wahlberechtigten auf die Wahl aufmerksam machen. Am 8. März dürfen auch schon 16-Jährige wählen. Mehr dazu unter www.landtagwahl-bw.de. Mendler rät allen jungen Leuten: „Geht auf jeden Fall da hin.”
Ausstellung im Festhallen-Eingangsbereich
Zur Landtagswahl am 8. März bietet der Jugendgemeinderat auch noch eine kurze Ausstellung im Eingangsbereich der Festhalle. Vom 2. bis 5. März. Mitglieder des Jugendgemeinderats werden dort halbstündig führen. Zum Beispiel Schulklassen. Damit die Jugend-Gemeinderats-Mitglieder das auch richtig tun, bekommen sie am Sonntag, 1. März, ab 10.00 Uhr im Foyer der Festhalle von Maria Hönig Tipps dazu.
Das SWR-Fernsehen kommt

Ein derart aktiver Jugendgemeinderat wie der in Leutkirch erregt Aufsehen. Zumindest beim Südwestrundfunk (SWR). Dieser möchte am Donnerstag, 26. Februar nach Leutkirch kommen und mit Mitgliedern des Jugendgemeinderats sprechen, sagt Michl Mendler. Dabei wollen sie dem Sender ihre Aktion „Pizza und Politik” näherbringen.
Bekommt Leutkirch einen „Sportpark”? Auf diese Idee einer Schul-Sozialarbeiterin macht Jugendgemeinderat Joshua Marchetti aufmerksam. Das Ganze könnte „Richtung Wilhelmshöhe“ entstehen. Maria Hönig erklärt, dabei handle es sich um „einen Ort, wo einfach Begegnung sein kann”. Der Jugendgemeinderat beschließ einstimmig, sich weiterhin mit dem Vorhaben zu befassen.
Kino am 25. Februar
Bei der letzten Jugendkino-Vorstellung sorgten 35 Leute an der Eingangskasse dafür, dass der Jugendgemeinderat einen kleinen Überschuss erwirtschaftete. Die nächste Jugendkino-Vorführung steht mit dem Film „Vaiana 2″ für Mittwoch, 25. Februar, im Kalender – im Cine-Club an der Bachstraße.

Am 17. März
Die nächste Sitzung des Jugendgemeinderats ist am Dienstag, 17. März, um 18.00 Uhr im
Verwaltungsgebäude am Gänsbühl.
Text und Fotos: Julian Aicher














