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Ein persönlicher Nachruf auf Rudolf Schneider (1947 – 2025)

Er hat Freude serviert



Freitag, 30. Mai 2025. Blick in die örtliche Zeitung. Eine Todesanzeige springt mir ins Auge, nennt Rudolf Schneider (1947 – 2025). Der Segenswunsch auf ewigen Frieden. Und dann der Gedanke: Was bleibt? Welche Erinnerungen an den Mann, der weit über Leutkirch hinaus für guten – nein: besten – Geschmack gesorgt hat. Welche Bilder, welche Szenen, welche Er-Innerungen kommen da in den Sinn?

Frühling 2005. Eine schöne 39-Jährige lässt sich vor ihrem Haus von den ersten Sonnenstrahlen erwärmen. Nach standesamtlicher Trauung (20. März 2003) gilt es jetzt, die kirchliche vorzubereiten. Wer könnte da für Gaumen-Genüsse sorgen, fragt sich die Frau, mit der ich bis heute verheiratet sein darf. Da fährt ein Wagen vor unser Haus in Rotis. Dort steigt der ehemalige Kollege von Christine aus: Rudolf Schneider. 

Kein Wunder, dass er noch während dieses Gesprächs meiner Frau anbietet, als „Zeremonienmeister” die Feier aufzuwerten. Mit allerhand Schmackhaftem aus der „Mohren”-Küche in Leutkirch. Denn auch diese hatte Rudolf Schneider am Herd mit aufgewertet. Auch beim Naturkost-Tempel „Rapunzel” hatte er einst jahrelang Geschmacksnerven belebt. Als derjenige, der die Produktion mit aufbaute – und Feste der Geschäftsleitung mundgerecht beglückte. Später sorgte er als Pächter der „Remise” in Schmidsfelden für gastronomische Überraschungen. Nicht zu vergessen sein eigenes Lokal, „Schneiders Adler” in Adrazhofen.

„Keine Kompromisse”, erinnert sich Christine Abele-Aicher an das Lebensmotto Rudolf Schneiders. Zumindest was sein Wirken und Wirbeln in allerhand Küchen anging. Heißt: nur das Beste. Kein Wunder, dass der Hofser Pfarrer Norbert Hecht nach unserer kirchlichen Hochzeitsfeier in Rotis am 16. Juli 2005 darum bat, von dem, was die Feiergemeinde da Schmackhaftes übriggelassen hatte, etwas für den Tag danach mitnehmen zu dürfen.

Nur das Beste. Am liebsten in der Nähe gekauft oder geerntet.

Stressfest und improvisationsstark, so war Rudolf Schneider. Zum Beispiel an jenem Freitagabend, als die Sonne noch Schmidsfelden erhellte. Rappelvoll: die „Remise”. Hatten Christine und ich noch Chancen, da irgendetwas verspeisen zu dürfen? „Wartet ab, setzt Euch einfach erstmal raus – und genießt den Abend”, riet Rudolf Schneider. Nachdem es zu dämmern begonnen hatte, kam er aus dem inzwischen fast leeren Lokal. Mit einigen vielversprechend duftenden Töpfen. Und mit einer Flasche Wein. Die „Reste”, die Rudolf uns da servierte –  und mit uns zusammen genoss – schmeckten einfach unbeschreiblich.

Schon „Schneiders Adler” in Adrazhofen hatte zu jenen Orten gehört, die einen Urlaub erst zur wirklichen Erholung machten. Mein Freund Klaus Sam erklärte meinem jüngeren Bruder Manuel, wohl in den 1980er-Jahren, das Schönste an einer langen Reise nach Jugoslawien, Griechenland oder Italien sei doch der letzte Abend davon – der Abschluss in „Schneiders Adler” in Adrazhofen. 

Dort oft an der Theke tätig: Walter Schneider, Rudolfs Bruder. Noch sehe ich ihn vor mir sitzen an einem Nachmittag wohl Mitte der 1980er-Jahre im „Schneiders Adler” vor dem Mikrofon meines Kassetten-Rekorders. Runde Brille, runder Kopf, runder Bauch – runde Erinnerungen. Kaum war die Start-Taste des Aufnahmegeräts gedrückt, da erzählte Walter in einem Fluss. Über die „wilden 60er“. Also jene Jahre, in denen er bei den Leutkircher „Early Birds” hinter dem Schlagzeug saß. Dann auch mal in der Donauhalle Ulm – als Vorgruppe der „Who”.

Walter und Rudolf – wo sie waren, wurde Genuss geteilt.

Rudolf als einer der allerersten, die bewiesen, dass heimische Küche mit frischen Speisen mit zum Allerbesten gehören kann. Keine „nouvelle cuisine”, aber eine Küche, die die Lebensfreude erneuert. Was die Schneider-Brüder damals in ihrem „Adler“ auf die Tische zauberten, davon schwärmen die Älteren in Leutkirch und weit darüber hinaus noch heute.

Danke, Rudolf, danke, Walter.
Julian Aicher

Das Bild wurde der Webseite von Rudolf Schneider entnommen. Es stammt von ca. 2014.




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