Wenn Laufen Hoffnung schenkt
Kißlegg / Goa (Indien) – Es ist noch dunkel, wenn sie die Laufschuhe schnüren. Die Luft ist warm, schwer, fremd. Palmen wiegen sich im Wind, irgendwo erwacht eine Stadt. In wenigen Minuten werden Andreas Kolb und Hielian Wiedermann loslaufen – 21 Kilometer durch Goa, durch Hitze, Schweiß und Zweifel. Doch was sie antreibt, ist stärker als jede Erschöpfung: die Hoffnung auf ein besseres Leben für Kinder, die kaum Chancen haben. Am 8. Februar 2026 nehmen die beiden Allgäuer am Goa-Halbmarathon in Panjim, Indien, teil.
Ein Lauf, der mehr ist als Sport

Hielian Wiedermann (links) und Andi Kolb beim Kißlegger Silvesterlauf. Am 8. Februar treten sie in Goa (Indien) bei einem Halbmarathon für einen guten Zweck an. Foto: privat
Offiziell ist es ein Wettkampf. Für Andreas Kolb und Hielian Wiedermann ist es ein Versprechen. Ein Versprechen an Kinder, die jeden Tag kämpfen müssen – gegen Armut, Ausgrenzung und eine Gesellschaft, die sie oft übersieht.
„Anderes Land, anderes Klima, andere Herausforderungen“, sagt Andreas. Die Hitze in Goa ist gnadenlos, die Luftfeuchtigkeit zermürbend. Doch er kennt das bereits. Es ist sein dritter Lauf, der zweite in Indien. Sein Mitläufer Hielian hingegen betritt Neuland. „Ich weiß, dass es hart wird“, sagt er. „Aber wenn ich an die Kinder denke, relativiert sich alles.“
Kinder, deren Lächeln stärker ist als ihre Angst
Die Spenden aus dem Lauf kommen den Kinderheimen des El Shaddai Charitable Trust in Goa zugute. Dort leben Kinder, die am untersten Rand der Gesellschaft stehen – oft als „Unreine“ gelten, ohne Zugang zu Bildung, ohne Sicherheit, ohne Zukunft.
Und doch: Wer ihnen begegnet, erlebt etwas Unerwartetes. Lachen. Neugier. Lebensfreude.
„Diese Kinder geben nicht auf“, sagt Andreas leise. „Trotz allem behalten sie ihren Mut. Ihr Lächeln ist echt – und genau das berührt uns jedes Mal aufs Neue.“ Jeder gespendete Euro fließt direkt in Essen, Bildung, medizinische Versorgung und ein geschütztes Zuhause.
Hoffnung Kindheit – Engagement, das bleibt
Seit über 15 Jahren setzt sich der Kißlegger Verein Hoffnung Kindheit e. V. für diese Kinder ein. Mehr als 300 Mädchen und Jungen leben aktuell in den betreuten Heimen, Tausende weitere Menschen profitieren von Essensprogrammen, Brunnenbau und Bildungsinitiativen. Getragen wird die Arbeit von Vertrauen, Verlässlichkeit und der Überzeugung, dass Hilfe dort ankommen muss, wo sie wirklich gebraucht wird.
Andreas Kolb, Vorstand des Vereins: „Nur wer selbst dort war, versteht, warum wir nicht aufhören dürfen.“
21 Kilometer, die Leben verändern können
Der Halbmarathon misst 21 Kilometer. Für viele eine sportliche Herausforderung. Für Andreas und Hielian ein Symbol. Für Durchhalten. Für Ankommen. Für das gemeinsame Weitergehen – auch dann, wenn es weh tut.
„Wir laufen nicht allein“, sagt Hielian. „Jede Spende, jeder Gedanke, jede Ermutigung läuft mit uns.“ Unterstützerinnen und Unterstützer können den Lauf über eine Spendenplattform und Instagram begleiten – und so Teil dieser Bewegung werden.
Am Ende wird es eine Ziellinie geben. Medaillen. Erschöpfung. Vielleicht Tränen. Doch die eigentliche Wirkung dieses Laufs beginnt erst danach – in Kinderheimen, Klassenzimmern und Herzen.
21 Kilometer Hoffnung. Schritt für Schritt. Für Kinder, die nie aufgeben
Finanzielle Unterstützung ist über betterplace.org/f55469 und die website des Vereins www.hoffnung-kindheit.de möglich.
Aktuelle Infos, Bilder und Eindrücke vom Aufenthalt in Indien bei instagram.com/hoffnungkindheit/
















