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„Aufzug” für den Frieden am Samstagmittag (3.8.) durch die Leutkircher Altstadt 

Schweigend vor der Rüstungsspirale gewarnt



Ruhig gehen – und doch Aufmerksamkeit ernten. Gut 30 Leute aus Leutkirch, Kißlegg, Lindau, Bad Waldsee und dem Landkreis Biberach zogen am Samstagmittag, 3. August, mit weißen Tüchern durch Leutkirchs Kernstadt. Auf einem dieser hellen Transparente stand: „Im Waffenlärm schweigen die Gesetze”. Zu dem Schweigemarsch hatte unter anderem die „Weiße Fahne. Friedensgebetsgruppe Leutkirch” aufgerufen. 

Samstagmittag, kurz nach dem Angelus-Läuten. Am roten alten Rathaus hängt – wie seit längerem – eine Fahne mit der Friedenstaube. Dieses Symboltier zeigen teils auch die weißen Tücher der gut 30 Leute drunten am Gänsbühl. Sie gehen kurz danach vom Gänsbühl aus entlang der südlichen Marktstraße, vorbei an der Evangelischen Kirche zur Kreissparkasse am Viehmarktplatz und dann über die nördliche Marktstraße zurück zum Gänsbühl. Zweimal nehmen sie die Strecke. Mehrheitlich Frauen. Sie wollen damit ein Zeichen für Frieden setzen. So erklären es einige von ihnen anschließend. 

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Dient so eine Veranstaltung dem Frieden? „Es haben viele nachgefragt.“ Schweigemarsch-Mitveranstalterin Sarah Müller-Koch aus Reichenhofen berichtet kurz nach den beiden Geh-Runden durch die Altstadt, dass etliche Personen am Straßenrand gefragt hätten, wie sich Frieden erreichen lasse. Das löse „nicht sofort” ein Nachdenken der Fragenden aus, „aber langfristig schon”. 

„Omas für Frieden” 

Mit-Geherin Bärbel Fischer aus Leutkirch erinnert nach dem Friedens-„Aufzug” am Samstag an „Friedensgebete” in früheren Zeiten. Sie seien während der 1980er Jahre jede Woche in der Evangelischen Kirche abgehalten worden. Heute nicht mehr. Auf die Frage „Hilft Beten für den Frieden?” antwortet Fischer mit einem klaren „Ja”. Zwar nicht sofort, aber beizeiten schon. Bärbel Fischer bekennt ihre Hoffnung als Gläubige. Sie gehöre seit gut 40 Jahren der kirchennahen Organisation „Pax Christi” an. 

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Am Samstagmittag (3. 8.) berichtet Fischer stolz von einer Neu-Gründung bei dem „Aufzug” für den Frieden durch die Leutkircher Altstadt. Mit einer anderen, ebenfalls älteren Teilnehmerin aus Leutkirch, sehen sich sich als „Omas für Frieden”. Das Thema Frieden scheint derweil nicht allein pensionsberechtigte Personen zu beschäftigen. Mit-Geher Matthias Eixter aus Bad Waldsee berichtet, er sei kürzlich von seiner 14-jährigen Tochter gefragt worden, was passiere, wenn auf Deutschland eine Atombombe falle. 

Teilnehmerin Sarah Müller-Koch kündigte an: Die bisherigen Montags-Spaziergänge ab 18.00 Uhr am Rathaus Leutkirch sollen fortgesetzt werden.
Text und Fotos: Julian Aicher

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BILDERGALERIE

Fotos: Julian Aicher

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