„Frohe Lieder“ zu einem außergewöhnlichen Instrument der Wiener Klassik
Kißlegg – Raritäten aus der Zeit der Wiener Klassik standen auf dem Programm des Kißlegger Schlosskonzerts am 6. März. Neben den Klaviertrios und Liedern von „Beethoven & Friends“ zählten dazu auch die vom „Hassler Consort“ unter Leitung von Franz Raml gespielten Instrumente.

Beethovens Klaviertrio op. 1/3 c-Moll erklingt.
Am bekanntesten dürfte Ludwig van Beethovens „jugendlich forsches“ Klaviertrio c-Moll op.1/3 sein. Eher weniger zu hören ist nach Einschätzung von Franz Raml schon die Liedvertonung „Auf dem Strom“ von Franz Schubert. Noch seltener dürften Werke für Klavier, Cello und Violine von Anton Eberl und Johann Ladislaus Dussek oder die von Franz Lachner vertonten zeitgenössischen Gedichte gespielt werden. Alle Komponisten waren Zeitgenossen, „wenn auch nicht als Freunde“ des großen Komponisten.

Pavel Serbin am Barockcello.

„Frohe Lieder will ich singen“ gab es als Zugabe.
Hammerflügel von 1805
Aus dem Jahrr 1805 stammt das Vorbild für den Nachbau des die Bühne beherrschenden und von Franz Raml virtuos bespielten Hammerflügels. Der ist in Oberndorf bei Salzburg beheimatet, wie Robert Brown, der Schöpfer des Nachbaus, interessierten Besuchern erläuterte. Das seltene Instrument komme vor allem bei den Salzburger Festspielen zum Einsatz, gehe aber auch mit ihm auf Reisen wie nach Kißlegg. Die kleineren, mit Leder statt Filz überzogenen Hämmer machten den Ton „zarter“ als bei einem modernen Klavier oder Flügel. Saiten aus traditionellem Naturdarm anstatt aus Stahl kennzeichnen schließlich die Barockversion der von German Echverrí Chamorro gespielten Violine sowie des Cellos (Pavel Serbin). Der international gefragte Tenor Tobias Hunger komplettierte das Ensemble.

Erbauer Robert Brown (rechts) erläuterte die Besonderheiten des nachgebauten Hammerflügels.
Vielleicht lag es an den Raritäten, dass nur gut dreißig Besucher den Weg in den Esthersaal des Neuen Schlosses in Kißlegg gefunden hatten. Die applaudierten jedenfalls begeistert und holten als Zugabe das von Lachner vertonte, von Hoffmann von Fallersleben geschrieben Gedicht „Frohe Lieder will ich singen“ heraus. Ginge es nach Franz Raml, wäre „mehr davon gerade in dieser Zeit wichtig“.

Die Tastatur des Hammerflügels mit Firmenschild des Erbauers.
„Hassler Consort“ besteht aus einem Pool von Sängern und Musikern, die unter der Leitung von Franz Raml in wechselnder Zusammensetzung vor allem in Barockgebäuden Süddeutschlands, Österreichs und der Schweiz spielen.
Am 17. Mai und am 27. September
Zwei weitere Auftritte sind im Rahmen der Schlosskonzerte in Kißlegg geplant: Am 17. Mai steht in St. Anna Barockmusik im Mittelpunkt, für den 27. September ist in St. Gallus und Ulrich eine Händel-Gala geplant. https://www.hassler-consort.de/















