Präsidial bestätigt
Isny – Jetzt ist es amtlich. Die behördliche Bestätigung der Bürgerstiftung-Gründung vom Regierungspräsidium Tübingen liegt seit Dienstagnachmittag (3.2.) im Rathaus Isny. Persönlich überreicht vom Tübinger Regierungspräsidenten Klaus Tappeser.

Amtlich anerkannt: Schriftführerin Sibylle Lenz, Vorstandsmitglied Florian Grimm, Regierungspräsident Klaus Tappeser, Vorstandsmitglied Frank Reubold, der Stiftungsvorsitzende Rainer Leuchtle, Bürgermeister Rainer Magenreuter und die stellvertretende Stiftungsvorsitzende Monika Hodrus bei der Übergabe der Anerkennungsurkunde an die Bürgerstiftung Isny im Allgäu. Foto: Stadt Isny/Michael Panzram
Wie stark kann eine Bürgerstiftung die Geschicke ihrer Stadt prägen? Darüber dachte Klaus Tappeser als damaliger Oberbürgermeister von Rottenburg am Neckar (1995 bis 2008) gelegentlich nach. Und zwar mit der Grundsatzfrage: „Wer ist wichtiger? Der Stiftungsvorstand oder der Oberbürgermeister?“ – „Auf jeden Fall Rainer”, sagte dazu schmunzelnd Isny Bürgermeister Rainer Magenreuter zu Bürgerstiftungsvorstand Rainer Leuchtle.
Der so angesprochene Rainer Leuchtle konnte denn auch gleich Beeindruckendes zur 2025 gegründeten Bürgerstiftung berichten. Verfüge sie doch bereits jetzt über 560.000 Euro. Bereitgestellt von mehr als 100 Stifterinnen und Stiftern. Dass die Bürgerstiftung damit in der „Breite der Stadtgesellschaft” gut verwurzelt sei, zeige ein Vergleich zu Lindenberg. Der dort gerade entstandenen Bürgerstiftung stünden bisher erst rund 100.000 Euro zur Verfügung. Für beide Vereinigungen gelte: „Spenden sind sehr wichtig.” In Isny verwaltet von „einem tollen Team”, sagte Leuchtle.
„Ich bin gerne hergekommen”, bekannte Regierungspräsident Tappeser. Vermutlich zum letzten Mal bei solch einer Amtshandlung. Denn: „Mein Arbeitsvertrag läuft bis zum 31. 7.” Dann wird der fast 69-Jährige aus dem Amt scheiden.

Regierungspräsident Klaus Tappeser im Gespräch mit Rainer Leuchtle, dem Vorsitzenden der Isnyer Bürgerstiftung. Bürgermeister Magenreuter registriert’s mit Wohlgefallen.

Monika Hodrus ist stellvertretende Vorsitzende der Bürgerstiftung.
„Motor der Stadtentwicklung”
Im Regierungsbezirk Tübingen befänden sich 47 Bürgerstiftungen. Tappeser: „Das ist aus mehreren Gründen eine ganz tolle Sache.” Denn so eine Stiftung erweise sich meist als „Motor der Stadtentwicklung”. Und zwar „sowohl materiell als auch ideell”. Dies sei deshalb zu erwähnen, weil das „Ideen-Geben fast so wichtig ist wie das Geld ausgeben”. Darin erkennt der Regierungspräsident eine der wesentlichen Aufgaben von Bürgerstiftungen. Gerade in Zeiten, in denen immer mehr Bürgerinnen und Bürger Zweifel an Sinn und Zweck öffentlicher Einrichtungen hegten. Damit, so Tappeser, bilden Bürgerstiftungen Bindeglieder zwischen Bevölkerung und Rathausverwaltungen. Schließlich würden die Bürgerstiftungen auf diesem Weg beitragen zur „ „Freiheit unter dem Gesetz“, wie es Kant „so schön“ sage.
Regierungspräsident Tappeser begrüßte es, dass die Bürgerstiftung Isny „neue Wege der Solidarität” beschreiben wolle. Nämlich in viele Richtungen. Tappeser: „Die Stiftung kann auch Einzelpersonen fördern”.
Text und Fotos (3): Julian Aicher













