„Idealer Platz zum Eisbaden“
Kißlegg – Auch im Winter zieht das Kißlegger Strandbad Gäste an. Vor allem hart gesottene, zum Eisbaden.
Michael Heim lebt im Saarland. Auf Besuch bei der Schwester in Immenried kommt das Thema auf das winterliche Badevergnügen. Die Mittagsonne tut am 19. Januar ein Übriges und schon findet man sich im Strandbad wieder. Schnell wird klar: Da sind keine Anfänger unterwegs. Anja Gut verzichtet zwar, aber der Bruder packt schon die nötigen Utensilien aus: Vor allem Hand- und Neopren-Schuhe und dazu eine Mütze bzw. Kappe, weil die Gliedmaßen und der Kopf am schnellsten auskühlen. Auch ein Beil gehört dazu, um die rund fünf Zentimeter Eisdecke in einem der bereits früher genutzten Löcher freizuhacken. Ohne die Vorarbeit anderer wäre die Mühe doppelt so groß. Schließlich wird die Rettungsleiter angeschleppt – für den Fall, dass es beim Ausstieg oder dem Rückweg Probleme gäbe. Eineinviertel Minuten bleibt Michael Heim im bis zur Brust reichenden Eiswasser. Wieder draußen: Kein Zittern, kein Frieren, sondern entspanntes Schlendern, barfuß im Schnee.

Kurz vor dem Einstieg.



Ausstieg nach eineinviertel Minuten.

Auch Anja Gut, die Schwester von Michael Heim, liebt das Eisbaden. Ihr Eldorado ist der Holzmühleweiher bei Immenried.
Das erstmalige Angebot im Winter sieht man im Kißlegger Rathaus als Test. „Schon länger machen wir uns Gedanken, wie unser schöner Obersee ohne zusätzlichen Personalbedarf ganzjährig genutzt werden könnte“, erläutert Bürgermeister Dieter Krattenmacher. So entstand der Plan, die Liegewiese offen zu halten, den Bereich um Kiosk und Warmbad jedoch abzusperren. „Jetzt sind wir gespannt, ob sich diese Lösung bewährt.“
Spuren lassen vermuten, dass die Gemeinde damit einem wachsenden Bedürfnis nachkommt. So hatte wenige Tage zuvor ein Vater seine beiden Sprösslinge ein ferngesteuertes Rennauto auf der Seefläche herumrasen lassen, ihnen aber auch das zuletzt genutzte Eisloch gezeigt. Anja Gut, die schon im Holzmühleweiher dem winterlichen Vergnügen frönte, will zukünftig öfter in den Obersee. Für ihren Bruder ist das Strandbad ein „idealer Platz zum Eisbaden“.
Text und Fotos: Uli Stark













