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Die evangelischen Gemeinden Aulendorf, Bad Schussenried, Bad Buchau und Altshausen Hand in Hand

Der neue Kirchengemeinderat der Verbundkirchengemeinde



Aulendorf – Die vier evangelischen Gemeinden Aulendorf, Bad Schussenried, Bad Buchau und Altshausen haben sich zu einem Verbund zusammengeschlossen und einen Verbundkirchengemeinderat gebildet. Nachstehend ein Foto des Verbundkirchengemeinderates und die Namen der Mitglieder sowie ein Artikel zu dem Fusionsprozess.

Die Kirchengemeinderäte der Verbundkirchengemeinde. Vorne von links: Helmut Tempel, Angelika Steigerwald, Trude Lang (2. Vorsitzende), Martina Wiedmayer, Stefan Hart, Roland Hagenlocher, Pfarrerin Charlotte Horn, Nadja Öncü; hinten von links: Coloman Soo, Pfarrer Sven Wegner-Denk (1. Vorsitzender), Eberhard Sigloch, Wolfgang Zippel, Marco Zivadinovic, Dr. Ralf Laichinger, Ernst-Ulrich Schmitz, Thomas Ahnert, Dr. Hans-Jürgen Seeger, Dr. Gernot Haager, Pfarrer Matthias Braun. Auf dem Bild fehlt: Melanie Bonnke. Foto: Ev. Verbundgemeinde

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Abba startet durch …

… und natürlich hat in diesem Fall „Abba“ nichts mit schwedischen Popgruppen oder Brotaufstrichen zu tun! „Abba“, das Akronym steht für die vier evangelischen Kirchengemeinden, die sich am 30.11.2025 mit der Kirchenwahl zu einem Verbund zusammengeschlossen haben: Aulendorf, Bad Schussenried, Bad Buchau und Altshausen. Zugleich ist es eine vertrauensvolle Anrede für Gott, die Jesus verwendet hat. Sie bedeutet etwa „Vati“ oder „Papi“. Und diese Bezeichnung hat sehr viel mit dem Ziel und Anliegen aller beteiligten Kirchengemeinden zu tun: Menschen sollen in einen so liebevollen, vertrauten Umgang mit Gott kommen und bleiben können.

So richtig ging es mit der Evangelische Abba-Verbundkirchengemeinde Oberschwaben, so der offizielle Name, am 1. Januar 2026 los. Mit einem Einsetzungsgottesdienst für alle Kirchengemeinderätinnen und Kirchengemeinderäte der Verbundkirchengemeinden am 11. Januar 2026 um 10 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum Bad Schussenried, feierten wir diesen Anfang auch liturgisch. Bei der Konstituierenden Sitzung am vergangenen Dienstag, 13.01.26 wurden Pfarrer Wegner-Denk zum 1. Vorsitzenden und Trude Lang zur 2. Vorsitzenden der Verbundkirchengemeinde gewählt.

Der Zusammenschluss wurde zwar angestoßen vom landeskirchlichen „Pfarrplan 2030“, aber er ist kein Zwang „von oben“, sondern Ausdruck verantwortungsvollen Handelns der vier Kirchengemeinderatsgremien: Die Zusammenarbeit trägt Entwicklungen in der Gesellschaft Rechnung wie demografischem Wandel, Pfarrerknappheit, sinkenden Gemeindegliederzahlen und Arbeitsweisen kommender Pfarrersgenerationen. Das Pfarrteam kann sich nun Aufgaben teilen, die bisher jede und jeder erledigen musste. Besondere Interessen und Begabungen können so viel besser berücksichtigt und Schwerpunkte gesetzt werden (z.B. Verwaltung, Arbeit mit Senior*innen, Jugend usw.). Das entlastet die einzelnen Pfarrpersonen, und wird eine Steigerung der Qualität in einzelnen Arbeitsbereichen mit sich bringen. Durch den Austausch von guten und schlechten Erfahrungen können die Ehrenamtlichen im Verbund in ihrer Arbeit von den anderen profitieren, sich bei Schwierigem oder Problemen gemeinsam unterstützen und zusammen nach Lösungen suchen.

Statt einem Pfarrer oder einer Pfarrerin haben die Gemeindeglieder nun „ihre drei Pfarrpersonen“, da ist es hilfreich, dass wir schon seit Jahren einen gemeinsamen Gottesdienstplan haben und die Pfarrerinnen und Pfarrer auch in den anderen Gemeinden bekannt sind. Ein „Verbund-Logo“ und ein gemeinsamer Gemeindebrief sollen das Gemeinschaftsgefühl stärken. Selbstverständlich gibt es auch immer wieder gemeinsame Gottesdienste und/oder Veranstaltungen, bei denen sich Gemeindeglieder aller Kirchengemeinden begegnen können.

Rechtlich bleiben die vier Kirchengemeinden bestehen

Einiges wird beibehalten: Rechtlich bleiben die vier Kirchengemeinden als Einzelgemeinden bestehen, die Gebäude bleiben ihr jeweiliger Besitz. Größere Baumaßnahmen sowie Bewirtschaftung der Gebäude sind nach wie vor Sache der Ortskirchengemeinderäte.

Viele Änderungen finden auf der Verwaltungsebene statt: Die Finanzen und alles Übrige der Verwaltung werden für alle Gemeinden zusammengefasst. Drei „Assistentinnen der Gemeindeleitung“ (AGL) und eine Sekretärin unterstützen die Verbundkirchengemeinde in diesen Aufgaben. Ein Verbundkirchengemeinderat trifft alle Finanz- und Verwaltungsentscheidungen, er leitet den Verbund und stellt inhaltliche Weichen in die Zukunft aller vier Kirchengemeinden. Dazu vertritt er die Interessen des Verbunds gegenüber Landeskirche, allen ökumenischen Partnerinnen und Partnern vor Ort und Kommunen, bis hin zu Vereinen und Geschäftspartnern.

Dieser große, gemeinsame Kirchengemeinderat ist proportional der Mitgliederzahlen der Gemeinden zusammengesetzt aus 3 Pfarrpersonen und 6 gewählten Mitgliedern aus Aulendorf, 4 aus Bad Schussenried, 3 aus Bad Buchau und 4 aus Altshausen.

Um weiter die praktischen Aufgaben bei Gottesdiensten und Veranstaltungen einzelner Kirchengemeinden zu erfüllen, haben sich alle vier Kirchengemeinden jeweils ein eigenes Konzept überlegt, wie diese Aufgaben auch mit anderen Personen/Gruppen vor Ort übernommen werden können. In den beteiligten Gemeinden gibt es schon lange Gruppen, Kreise und Teams, die selbständig arbeiten – und ihren Wirkungsbereich weiterführen können und dürfen.

Einiges wird bleiben, Anderes ändert sich deutlich. Es ist einleuchtend, dass gutes Kommunizieren und einvernehmliche Zusammenarbeit für das Gelingen erforderlich sind. An der Arbeitsweise im Verbund spiegelt sich ein evangelisches Grundanliegen: Die „Priesterschaft aller Glaubenden“, die weder „passive Mitgliedschaft“ noch „Alleinunterhalter“ kennt, sondern nur eine Glaubens- und Arbeitsgemeinschaft Glaubender, die so bunt und vielfältig ist wie die Menschen, die sich, ihre Ideen, Vorstellungen, Zeit und Arbeitskraft einbringen. Wir freuen uns darauf, diesen schönen Aspekt des Evangelisch-Seins noch mehr als bisher leben zu können!

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Die drei Pfarrpersonen

Die drei Pfarrpersonen, Pfarrer Braun, Pfarrerin Horn und Pfarrer Wegner-Denk, sind dem Verbund zugeordnet. Zugleich haben Sie auch lokale Schwerpunkte wie bisher. Im Bereich Bad Schussenried und Bad Buchau wird zum Start der Verbundkirchengemeinde Pfarrerin Horn mit 50%-Arbeitsumfang Pfarrerin von Bad Buchau mit einem zusätzlichen 50%-Dienstauftrag im Gesundheitszentrum Federsee sein. Die Pfarrstelle Bad Schussenried wird vorerst mit 50%-Arbeitsumfang vakant sein und vom ganzen Pfarrteam vertreten werden.

Die drei Pfarrpersonen bleiben wie bisher in den ihnen zugeordneten Kirchengemeinden erste Vertrauensperson für seelsorgerliche Angelegenheiten, die Begleitung der Gemeindeglieder und für die örtlichen Mitarbeitenden, Kreise und/oder Teams und Kontaktperson für viele der örtlichen Veranstaltungen und für die Partnerinnen und Partner vor Ort.

Bei den Gottesdiensten sind die Kirchengemeinden schon seit 2021 verbunden, denn viele Sonntagsgottesdienste werden schon länger „gedoppelt“.  Auch hier ändert sich also nichts, da die Gottesdienstzeiten so gewählt sind, dass eine Pfarrperson oder ein/e Prädikant/in immer zwei Gottesdienste nacheinander mit zwei Ortsgemeinden feiern kann. So können Gottesdienste als Hauptlebensäußerung von Kirche auch in allen zentralen Orten der vier Kirchengemeinden erhalten bleiben.

Pfarrer Wegner-Denk aus Altshausen übernimmt als „geschäftsführender Pfarrer“ alle Aufgaben rund um die Verwaltung. Zur Seite steht ihm dabei Pfarrer Braun aus Aulendorf im Bereich der Kindertagesstätte, die ab 2027 vom Kirchenbezirk Biberach aus „verwaltet“ werden soll. Inhaltlich begleitet der Aulendorfer Pfarrer auch danach den Kindergarten.  

Ein Kindergartenausschuss, den der Verbundkirchengemeinderat aus seiner Mitte wählt, unterstützt dann Pfarrer Braun bei der Kindergartenbetreuung.  Des Weiteren wird er Konfirmandenunterricht und Konfirmation für alle vier Kirchengemeinden übernehmen und einen Arbeitsschwerpunkt bei der Arbeit für und mit Kindern und Jugendlichen haben. Dafür soll er im Bereich der Seelsorge und bei Beerdigungen entlastet werden, vor allem durch Pfarrerin Horn.

Auch wenn anfangs durch den Weggang von Pfarrerin Richter zum 1. Januar 2026 die spezielle Konstellation in Bad Buchau und in der Kindergartenverwaltung noch etwas holpern kann, hoffen die Eltern des Verbundes – die bisherigen KGR-Gremien -, dass sie die Kirchengemeinden mit dem Zusammenschluss gut für die Zukunft aufgestellt haben. Gemeinsam, so sind sie sicher, wollen die Gemeinden des Verbundes diese Herausforderungen meistern und zu einer starken Einheit zusammenwachsen.

Und jetzt wird Abba erst einmal, nach langem Planen und Vorbereiten, durchstarten. Wir freuen uns drauf!




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