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Frühjahrskonzert des Musikvereins Tannhausen

Als das Licht ausging und Brahms’ Wiegenlied erklang



Foto: Peter Lutz
Gänsehaut-Momente: das Brahms’sche Abendlied, dazu ein verdunkelter Saal aus Anlass des „Earthdays“. Die Tannhauser musizierten mittels Notenblattbeleuchtung.

Aulendorf  / Tannhausen – Traditionell laden die Musikerinnen und Musiker aus Tannhausen am Samstag vor der Karwoche zu ihrem Jahreskonzert in den Aulendorfer Hofgartensaal und der füllte sich bereits lang vor Konzertbeginn! Kreative Frühlingsdekorationen schmückten die Tische, während es draußen graupelte.

Auftakt des Konzerts war „Return of the Vikings“ (B. Appermont), das man von großen Ensembles kennt. Dass auch kleine Ensembles dazu in der Lage sind, bewiesen die Tannhauser überzeugend. Bilder von mutigen Wikingern wurden hörbar, genauso die düsteren und heiteren nordischen Landschaften. Anschwellend streng rhythmisch entwickelte sich die heroische Melodie, die in ein schmetterndes Finale mündet – tolle Leistung!

Marcus Pfeiffer führte durch das Programm

Der junge Posaunist Marcus Pfeiffer (Bild) übernahm die Moderation durch den Abend. Den zweiten Titel kündigte er so an: „Jetzt vertreiben wir die Wikinger und wechseln zu einer 80er-Kult-Tour“. Es erklang ein Medley aus fünf Kulthits der 80er, bei denen die Gäste zum Teil mitsummten, insbesondere bei „Skandal im Sperrbezirk“ von der Spider Murphy Gang und bei „Sternenhimmel“. Dabei ging es flott rockig bis verhalten ab, was für die Vielseitigkeit des kleinen Tannhauser Ensembles spricht. „Lenas Song“, arrangiert von Thiemo Krass aus dem Film „Wie im Himmel“ erzählt die Geschichte eines schwedischen Stardirigenten, der in sein kleines Heimatdorf zurückkehrt. Er verliebt sich in die junge musikalische Lena mit tragischem Ende. Genauso interpretierte Dirigentin Vanessa Leuter diesen sentimentalen Song in allen Registern vom hohen Holz bis Tuben und Schlagwerk.

Dirigat: Vanessa Leuter

Auch mit „Movie Milestones“ (arr. Hans Zimmer) wagte sich Vanessa Leuter (Bild) erfolgreich an einen recht herausfordernden Titel, wieder ein Medley, das unter anderem  „Miss Daisy und ihr Chauffeur“, „Gladiatoren“, „König der Löwen“ und „Fluch der Karibik“ enthält.

Ehrungen

Im Anschluss erfolgten Ehrungen. Sie wurden vom Kreisverbandsdirigenten Markus Frankenhauser in Vertretung des Blasmusikkreisverbandsvorsitzenden Rudi Hämmerle vorgenommen. Steffen Kahl und Ronny Kühn wurden für zehnjähriges Engagement in Abwesenheit mit Ehrennadel ausgezeichnet. Kahl unterstützt die Musiker zuverlässig mit Verpflegung während ihrer Probenarbeit und Kühn weiß dank seines handwerklichen Könnens stets Rat und tatkräftige Hilfe. Auch Posaunist Florian Kesenheimer wurde für zehn Jahre mit Nadel geehrt, unter anderem auch, weil er bei keiner Probe fehle! Christa Mock erhielt die Ehrenmedaille in Silber für 15 Jahre Arbeit in der Vorstandschaft. Lisa Schattmaier erhielt die silberne Ehrennadel für 20 Jahre aktives Musizieren. Für 30 Jahre vorbildlicher Tätigkeit zur Förderung der Musik wurde Ortsvorsteherin Margit Zinser-Auer mit der Ehrenmedaille in Gold mit Diamant geehrt.

Margit Zinser-Auer wurde für 30 Jahre mit der Ehrenmedaille in Gold mit Diamant für 30 Jahre mit geehrt.

Mit dem populären Marsch „Tiroler Adler“ in der Fassung von Rudolf Achleitner wurde das Musikprogramm fortgesetzt. Der flott gespielte Titel wurde bestens von tiefem Blech und Schlagwerk geführt. Die Ankündigung von „I’m alive“ nutzte Marcus Pfeiffer, den Gästen  den steinigen Weg von der musikalischen Früherziehung über Blockflöte bis zur Aufnahme in ein Orchester zu verdeutlichen. Dabei spielte er ein typisches Übungsstück auf der Blockflöte mit typischen Fehlern vor. Der folgende Celine-Dion-Titel wurde originalgetreu stark rhythmisch interpretiert, wofür es kräftigen Applaus gab.

Vorstand Bernd Pfeiffer.

Vorstand Bernd Pfeiffer und Franz Thurn dankten

Vor dem Schlusstitel des Konzerts ergriff Vorstand Bernd Pfeiffer das Wort. Er dankte allen, die zum Gelingen des Konzerts beigetragen haben, unter anderem Marc Burghart, der zum ersten Mal am Schlagzeug dabei war, Aushilfe Klaus Bendel, dem Dekoteam, Vanessa Leuter, die seit Februar ihre Musiker jede Woche zur Doppelprobe verdonnerte, um sie „auf Höchstleistung“ zu bringen und natürlich dem treuen Publikum. Im Namen der Ortschaft dankte Franz Thurn für die motivierende Arbeit des Musikvereins, auf den alle stolz sein dürften.

Franz Thurn sprach für die Ortschaft (in Vertretung von Ortsvorsteherin Margit Zinser-Auer, die aktives Vereinsmitglied ist).

Brahms‘ Wiegenlied mit zwei Überraschungen

Zum Wiegenlied von Brahms „Guten Abend, gut‘ Nacht“ ließen sich die Musiker gleich zwei Überraschungen einfallen. An diesem Abend war der Earthday weltweit ausgerufen. Daher wurde im Saal die komplette Beleuchtung abgeschaltet, während das Ensemble mit winziger Notenblattbeleuchtung spielte. Das Wiegenlied ließen sie in ungewohnter Polkaversion erklingen, wobei das Motiv immer wieder erkennbar blieb. Ganz am Schluss war es aber auch noch original zu hören und die Lichter gingen wieder an. Intensiver Applaus der Besucher führte natürlich zur erwünschten Zugabe: es war der wuchtige Konzertmarsch „Neue Welt“ von Alexander Pfluger.
Text und Fotos: Peter Lutz 

Silke Straßner am Saxophon.

Posaunenregister, von links Florian Kesenheimer, Leo Straßner und Marcus Pfeiffer.

Lisa Schattmaier bei der Ehrung.

Christa Mock bei der Ehrung.

Auch Aulendorfs Bürgermeister Matthias Burth (links) machte dem Musikverein Tannhausen seine Aufwartung. Rechts Kreisverbandsdirigent Markus Frankenhauser neben Ortsvorsteherin (und aktive Musikerin) Margit Zinser-Auer.

Liebevoll dekorierte Tische im Hofgartensaal.

Die Fahne des 1988 gegründeten Vereins.

Vanessa Leuter darf stolz sein auf ihre Kapelle und ihr Dirigat.




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