Netze BW darf weiterhin Leitungen einlegen
Isny – Montagabend, 23. Februar. Ab 18.00 Uhr versammelt sich der Gemeinderat Isny im Großen Sitzungssaal des Rathauses. Dabei beschließt er einstimmig: Die Stadtverwaltung darf mit der EnBW-Tochter Netze BW einen neuen Konzessionsvertrag abschließen. Zur Nutzung öffentlicher Verkehrswege für den Bau und Betrieb von Verteilungsanlagen für die Elektrizitätsversorgung im Stadtgebiet. Für die Jahre 2028 bis 2048.
Ein neuer „Konzessionsvertrag”. Zu was? Für „eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente, umweltverträgliche und treibhausgasneutrale leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit im Konzessionsgebiet mit elektrischer Energie, die zunehmend auf erneuerbaren Energien beruht“. „Konzessionsgebiet”: Isny. Dafür darf die Netze BW ihre Elektro-Leitungen in städtischem Boden führen. Die EnBW-Tochter war das einzige Unternehmen, das sich um den Konzessionsvertrag mit der Stadt Isny beworben hatte.
Für den Vertrag mit Netze BW sprach sich Bürgermeister Rainer Magenreuter aus, der die Netze BW schon bisher als „guten Konzessionär” empfunden hat. Die neue Vereinbarung gilt dann von 2028 bis 2048. Auf Wunsch der Stadt könne der Vertrag aber auch schon nach zehn Jahren aufgelöst werden, sagte Martin Wirbel, Vertreter der Netze BW. Netze-BW-Vertreter Martin Wirbel sicherte auch zu, dass sein Unternehmen „Anschlussleistung” erbringe. Wenn also zum Beispiel jemand Sonnenstrom mit einer neuen Photovoltaikanlage gewinnen wolle, kündigte Wirbel zum Anschluss des Solarkraftwerks ans Netz an, „dass wir das zur Verfügung stellen”.
Die Frage nach den Ladesäulen
Stadträtin Dorothée Natalis (Grüne) und ihr Kollege Peter Clement (SPD) fragten nach weiteren Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Isny. Zunächst hatte Alexander Schuch aus Sicht von Netze BW den Gewählten gesagt: „Weitere Ladesäulen sind nicht vorgesehen.” Andererseits befinde sich eine der Ladeeinrichtungen in Isny „auf Platz 1″ bei den Netze BW. Sprich: ein hoher Stromverbrauch an dieser Ladesäule in Isny – mit entsprechend gutem Ertrag daraus für die Netze BW. Deshalb seien die Netze BW dazu bereit, nochmals über mehr Ladefähigkeit für Elektrofahrzeuge in Isny nachzudenken (neben den Stationen anderer Anbieter; Anm. d. DBSZ-Red.).
Großholzleute sechs Stunden ohne Strom
Rainer Leuchtle erhob das Wort weniger als Freie-Wähler-Ratsmitglied denn als Ortsvorsteher von Großholzleute. Leuchtle beklagte, dass es „im ländlichen Raum immer wieder zu Abschaltungen” der Stromversorgung komme. Erst kürzlich flossen demnach in Großholzleute sechs Stunden lang keine elektrischen Kilowattstunden. Misslich vor allem für die Landwirtschaft. Leuchtle: „Wie kann man sowas in Griff kriegen?”
Die Vertreter der Netze BW wiesen auf „sehr großen Umbau im Netz” ihres Unternehmens hin. Pro Jahr für eine Milliarde Euro. Ein Elektro-Netz zu erweitern, ließe sich „nicht am offenen Herzen” bewerkstelligen. Wenn dabei aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden müsse, handle es sich um eine „geplante Versorgungsunterbrechung”. Ziel sei aber ein so starkes Netz, dass es möglichst zu keiner Unterbrechung mehr kommen müsse. Der Gemeinderat ermächtige die Verwaltung einstimmig, den neuen Konzessionsvertrag mit den Netze BW abzuschießen.
Julian Aicher












