Skip to main content
ANZEIGE
Kommentar

Tradition und Dezibel



Salutschießen am Volkstrauertag – nicht jedem gefällt das.

Es war ein würdiges Gedenken am Volkstrauertag des Jahres 2024 in Arnach. Alfred Rudhart, der Vorsitzende der Arnacher Soldaten- und Schützenkameradschaft, sprach am Mahnmal Worte des Friedens. Als die Musikkapelle das „Lied vom guten Kameraden“ intonierte, ertönten drei Salutschüsse. So wie es seit 100 Jahren der Brauch ist.

Bei der anschließenden Generalversammlung der Soldaten- und Schützenkameradschaft meldete sich der Kanonier zu Wort. Er sei von einer ortsansässigen Person angepflaumt worden wegen der Salutschüsse. Das sei Ruhestörung und überhaupt: Dieses Schießen sei nicht mehr zeitgemäß.

Sensibilisiert durch jene Einlassung, baute Alfred Rudhart in die Ankündigung des Volkstrauertages 2025, veröffentlicht im Amtsblatt der Stadt Bad Wurzach, prophylaktisch den Warnhinweis ein: Es werden Salutschüsse abgegeben.

Manfred Braun, der erstmals in seiner Funktion als Ortsvorsteher bei der Generalversammlung des traditionsreichen Vereines (gegründet 1876) sprach, reagierte missbilligend auf das Nörgeln der Salutkritiker, von denen wohl keiner bei der Gedenkveranstaltung anwesend war. Dann könne man ja auch das Böllern an Silvester abschaffen, meinte er, und überhaupt Hand an alles Brauchtum anlegen, das der eine oder andere als störend empfindet.

Ja, es gibt nun mal akustische Belastungen aus dem Zusammenleben am Ort, die es zu ertragen gilt. Diese Toleranz sollte man schon aufbringen.

Das gilt für die Kirchenglocken. Und das gilt auch für Gustav.

Der Schreiber dieser Zeilen wohnt auf dem Land. Jeden Morgen um halb sechs meldet sich Gustav mit einer erheblichen Lärmimmission. Gustav ist Nachbars Hahn und er tut, was ein Gockerler in aller Herrgottsfrühe meint, tun zu müssen: Er kräht.

Salutschüsse sind aber mehr als bloß lautstarke Signale. Sie sollen nach traditioneller Auffassung den Toten Ehre erweisen. Dass das da und dort nicht mehr verstanden wird, gibt zu denken.

Tradition darf nicht zum Ritual erstarren. Tradition nur um der Tradition willen zu pflegen ist zu wenig. Man muss sie mit Leben erfüllen. Die Salutschüsse sind da Marginalien. Das Antreten am Mahnmal muss man Jahr für Jahr neu erklären. Muss man mit Bezügen zu den Herausforderungen der Jetztzeit ausstatten. Es muss Betroffenheit erzeugt werden. Diese Betroffenheit der jungen Generation zu vermitteln ist die Aufgabe all der Friedensredner am Volkstrauertag.

Wenn man das schafft, dann kann man auch auf die Salutschüsse verzichten.
Gerhard Reischmann

PS: Gustav ist ein Prachtgockel und wir wünschen ihm ein langes Leben und viele Nachkommen.




NEUESTE BEITRÄGE

Bad Wurzach
6. Rundenwettkampf

Tabellenführer zu stark: Luftpistolenschützen unterliegen Pfärrich 1

Bad Wurzach – Am vergangenen Wettkampfabend empfingen die Luftpistolenschützen der ersten Mannschaft den aktuellen Spitzenreiter Pfärrich 1 zum Heimkampf. Trotz couragierter Leistung mussten sich die Gastgeber am Ende deutlich mit 0:5 geschlagen geben.
Ab 10. Februar

Im Glaubenskurs steht diesmal die Eucharistie im Mittelpunkt

Bad Wurzach – Nach dem großen Erfolg im letzen Jahr findet zur Fastenzeit wieder ein Glaubenskurs mit Leo Tanner in der Seelsorgeeinheit Bad Wurzach statt. Diesmal ist das Thema „Eucharistie verstehen und leben”. Der Kurs beginnt am 10. Februar um 19.00 Uhr im Pius-Scheel-Haus; er ist wöchentlich bis zum 31. März, ausgenommen Fasnetsdienstag.
Vorverkauf startet ab sofort

Oberschwäbische Dorfmusikanten am 22. März in der Kulturschmiede

Bad Wurzach – Die Oberschwäbischen Dorfmusikanten unter ihrer Leitung von Simon Föhr laden am Sonntag, 22. März, ab 19.00 Uhr in die Kurhaus-Kulturschmiede Bad Wurzach ein. Das mittlerweile weit über die Region bekannte Blasorchester entwickelte in den über 40 Jahren seines Bestehens einen unverkennbaren eigenen Stil, zu dem insbesondere zahlreiche Eigenkompositionen des vormaligen Leiters Peter Schad beigetragen haben. 
7. Februar

In Arnach ist wieder Sportler-Partynacht

Arnach – Der Sportverein Arnach lädt am Samstag, 7. Februar, zur traditionellen Sportler-Partynacht in die Turn- und Festhalle Arnach ein.
Für die Schaffung eines speziellen Warte- und Aufenthaltsraums

Mitarbeitende der Rehaklinik Bad Wurzach spenden 650 Euro an Kinderklinik Ravensburg

Bad Wurzach/Ravensburg – Die Mitarbeitenden der Rehaklinik Bad Wurzach haben der Kinderklinik am St. Elisabethen-Klinikum in Ravensburg eine Spende in Höhe von 650 Euro überreicht. Der Betrag stammt aus dem Waffelverkauf der Mitarbeitenden beim Weihnachtsmarkt in der Rehaklinik Bad Wurzach. An der offiziellen Scheckübergabe nahmen Dr. Andreas Artlich, Chefarzt der Kinderklinik Ravensburg, sowie Johannes Schuschkewitz, stellvertretender Therapieleiter der Rehaklinik Bad Wurzach, teil.
ANZEIGE

MEISTGELESEN

Bad Wurzach
Firmenporträt

Die Holzrebellen sind da

Gospoldshofen – Die Holzrebell Holzhandel GmbH & Co. KG ist seit dem 1. Januar 2026 ein patentgeschützter Markenname für den bisher unter dem Namen Holzhandel Müller bekannten Betrieb auf dem Gospoldshofener Berg, der eine Zimmerei, einen Showroom für Parkettbodenbeläge und Türen sowie einen Onlineshop für eine eigene „Holzrebell“-Kollektion umfasst. Nachstehend das Porträt der Firma „Holzrebell“. Eingebaut ist auch ein gut zweiminütiges Video.
Ausführlicher Bericht

Bad Wurzach lehnt Biosphärengebiet ab

Bad Wurzach (dbsz) – Bad Wurzach steigt aus dem Prüfprozess zur Schaffung eines Biosphärengebietes in Oberschwaben aus. Mit 17 zu 4 Stimmen wurde am Montagabend (13.10.) in der Gemeinderatssitzung der Antrag der CDU-Fraktion angenommen. Ein Antrag der zweiköpfigen Fraktion der Grünen auf Vertagung einer Beschlussfassung wurde mit derselben Mehrheit abgelehnt. Die Entscheidung Bad Wurzachs gilt als schwerer Rückschlag für den Prozess, verfügt die Stadt doch mit dem Wurzacher Ried über ein Herz…
Stadtkämmerer Kunz hat die Geschäftsführung übernommen

Stadt muss den Kurbetrieb mit 1,5 Millionen Euro stützen

Bad Wurzach – Der in Schieflage geratene Städtische Kurbetrieb rechnet für das Wirtschaftsjahr 2026 mit einem Defizit von 1,54 Millionen Euro, wofür die Stadtkasse geradestehen muss. Am 1. Januar hat Stadtkämmerer Stefan Kunz die kommissarische Geschäftsführung beim Kurbetrieb übernommen.
Leserbrief

Fragwürdige Sehnsucht nach dem „Wurzacher Turm”

Zum Artikel „Stadt muss den Kurbetrieb mit 1,5 Millionen Euro stützen” (DBSZ am 28.1.)
von Erhard Hofrichter
veröffentlicht am 28. Januar 2026
Fachschaft Musik glänzte

Konzert des Salvatorkollegs auf dem Gottesberg

Bad Wurzach – Die Fachschaft Musik des Salvatorkollegs gab am Samstag, 24. Januar, ein gelungenes Konzert zum Jahreswechsel in der Wallfahrtskirche auf dem Gottesberg. Bläserensemble, Vokalensemble, Gitarrenquartett und Chor konzertierten gemeinsam mit schuleigenen Solisten mit Musik von Klassik über experimentell bis Pop.
mit Bildergalerie
veröffentlicht am 30. Januar 2026

TOP-THEMEN

Bad Wurzach
Wangen – Wintersonne über dem verschneiten Allgäu, glitzernde Dächer und leise Töne aus offenen Fenstern – Wangen hat…
Bad Wurzach – Der in Schieflage geratene Städtische Kurbetrieb rechnet für das Wirtschaftsjahr 2026 mit einem Defizit…
Bad Wurzach – Im Rahmen des diesjährigen Neujahrsempfanges der Stadt Bad Wurzach wurde der ehemalige Gemeinderat Robe…

Einzelhandel, Dienstleistungen und Handwerk in Allgäu-Oberschwaben

VERANSTALTUNGEN

Bad Wurzach