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Mit Alois Jäger (Baugrund Süd) auf der Baustelle

Der Kindergarten in Dietmanns wird künftig mit Erdwärme geheizt



Foto: Gerhard Reischmann
Alois Jäger zeigt auf eines der zwei Bohrlöcher am neuen Kindergarten-Anbau in Bad Wurzach-Dietmanns. 120 Meter tief wurde hier gebohrt, um Erdwärme anzuzapfen.

Dietmanns – Alois Jägers Passion heißt: Erdwärme. Seine Leidenschaft gilt der Geothermie, jener Technik also, mit der man Wärme aus dem Bauch der Erde holt. Lange bevor das Wort „Energiewende“ in Mode kam, hat der aus Dietmanns stammende Unternehmer schon landauf, landab nachhaltiges Heizen möglich gemacht. Mit seiner Firma BauGrund Süd, die seit 1997 am Markt ist. Gestern trafen wir den 62-Jährigen in seinem Heimatdorf.

Wir sitzen auf Klappstühlen, die fest an der Wand des Dietmannser Vereinsheims angebracht sind. „Woisch, wo dia her sind?“, fragt er den Reporter. Um dann rasch die Antwort zu geben. „Aus der Allianz-Arena in München.“ Jäger outet sich als großen FC-Bayern-Fan. Mit 16 Jahren sei er erstmals in der Südkurve gestanden, dort, wo die echten Roten ihren FCB feiern. Wie wenn es gestern gewesen wäre, berichtet Alois Jäger, der selber ein guter Kicker war und dann seinen SV Dietmanns trainierte, von einem 5:4-Sieg des FC Bayern gegen den 1. FC Köln. Heinz Flohe, das Kölner Mittelfeld-Genie, habe damals mitgespielt. Flohe war ein Held der Siebziger, die Bayern-Liebe des Alois Jäger stammt mithin aus frühen Jugendtagen.

Alois Jäger macht es sich auf einem der vier FCB-Sitze am Dietmannser Vereinsheim bequem.

Als in der Allianz-Arena irgendwann die Sitze ausgetauscht wurden, stand Alois Jäger parat. Für 25 Euro das Stück griff er zu und schraubte sie zu Hause an den Anbau des Dietmannser Vereinsheims, der zu Zeiten seiner Vorstandschaft errichtet wurde. Es sind bequeme Sitzgelegenheiten mit bestem Blick auf den Dietmannser Sportplatz und hinüber zur Friedrich-Schiedel-Halle. Diese wurde im Jahre 2002 errichtet, gefördert von der Schiedel-Stiftung mit 1,3 Milionen €, berichtet Alois Jäger. Sechs 140-Meter-Löcher hat er damals in den Dietmannser Boden gebohrt und so dafür gesorgt, dass die neue Halle mit nachhaltiger Energie versorgt wird. 

Auch das Vereinsheim hat er umgerüstet. Vorher habe man mit Gas geheizt, „das hat uns aufgefressen.“ Seit etwa 20 Jahren tut eine Erdwärmepumpe Dienst.

Alois Jäger war lange Vorstand des SV Dietmanns. Im Hintergrund sieht man eines seiner Fahrzeuge.

Zurzeit bohrt BauGrund Süd wieder am Vereinsheim sowie am benachbarten Kindergartenanbau. 140 Meter tief geht man am SVD-Heim, an zwei Stellen am Kindergarten sind die Leute von Alois Jäger bis auf 120 Meter in die Tiefe gegangen. Etwa 20 Kubik Wasser und 10 Kubik festes Material habe man zutage gefördert, berichtet Jonas Veser, der Bauleiter. Veser ist Anfang 20, hat die Ausbildung bei BauGrund Süd gemacht und ist schon mit Führungsaufgaben betraut. „Er war der Jahrgangbeste in der Ausbildung“, sagt sein Chef nicht ohne Stolz.

Beiläufig kommt heraus, dass die zwei Bohrungen am Kindergarten mitsamt den zugehörigen Wärmepumpen von BauGrund Süd gestiftet werden. Alois Jäger, dessen Kinder in jenen Kindergarten gegangen sind und der mit seiner Geothermie-Firma großen Erfolg hat, möchte seinem Heimatdorf etwas zurückgeben. „Des isch halt a saubere Sach“, lenkt er rasch den Blick auf die Technik. Über die Schenkung will er nicht viele Worte machen.

Diese Geotec-Bohranlage von BauGrund Süd ist derzeit in Dietmanns im Einsatz.

Der Schlauch für den Abtransport des Bohrgutes wird angeschlossen.

Bohrgut fließt in einen Container. Foto: Jonas Veser

Jonas Veser, der junge Bauleiter, mit einem Mitarbeiter am Container für das über den Schlauch herangeschaffte Bohrgut.

Am 15. Mai schafften diese drei Männer (sowie Bauleiter Jonas Veser) in Dietmanns. Die drei Männer sind Teil einer 420 Mitarbeiter umfassenden Belegschaft, die ein besonderer Korpsgeist eint: Man fühle sich schon irgendwie als Familie, lässt Alois Jäger, der Gründer und „Vater“ des Ganzen, durchblicken.

Die wichtigsten Geschäftsfelder von BauGrund Süd: Erdwärmebohrungen, Brunnenbau und Baugrund-Erkundung, auch Kampfmittelbeseitigung (immer noch ein Thema 80 Jahre nach dem Krieg). Die Bodenspezialisten von BauGrund Süd befassen sich auch mit Bodensanierung, Wasserhaltung (temporäre Trockenlegung von Baugruben, Tunneln und Schächten), Radon-Ermittlung und Gebäuderückbau (Unterstützung von Bauherren bei der Umnutzung von Altbestand). Seit 2009 gehört BauGrund Süd zur Weishaupt-Gruppe (Schwendi). Alois Jäger ist aber nach wie vor Geschäftsführer.

„Was sich unter der Erde abspielt, fasziniert uns“. Erdsonden, Brunnen, Baugrund, Projektierung und Kampfmittelbeseitigung – das sind die Geschäftsfelder von BauGrund Süd. Dabei ist das Bad Wurzacher Unternehmen in Südwestdeutschland bis in die Pfalz und nach Baden unterwegs.

Gerhard Reischmann (Text und Fotos)




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