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Dysphagie-Tag im St. Elisabethen-Klinikum brachte über 100 Fachkräfte zusammen

Rund sieben Prozent der Menschen in Deutschland haben Probleme mit dem Schlucken



Foto: Oberschwabenklinik
Das Logopädie-Team der OSK hat zum ersten Ravensburger Dysphagie-Tag eingeladen (von links): Nathalie Brizic, Elena Fernandez, Julia Nothvogel, Dominik Feser und Evi Hochuli.

Ravensburg – Essen und Trinken sind für die meisten Menschen ein selbstverständlicher Teil des Alltags – für viele jedoch mit erheblichen Risiken verbunden: Rund sieben Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben Schwierigkeiten beim Schlucken. Besonders häufig betroffen sind ältere Menschen: In Pflegeheimen leidet laut Angaben der Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) etwa jede zweite Person unter einer Schluckstörung, in geriatrischen Kliniken sind es sogar rund 70 Prozent.

Eine Schluckstörung – medizinisch als Dysphagie bezeichnet – liegt vor, wenn Nahrung oder Flüssigkeit nicht mehr sicher in die Speiseröhre gelangen. Stattdessen können Reste im Rachen verbleiben oder in die Luftröhre geraten. Die Folgen sind oft gravierend: Mangelernährung, Flüssigkeitsmangel und im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Lungenentzündungen.

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„Wir führen an der Oberschwabenklinik jedes Jahr rund 2.000 Dysphagie-Behandlungen durch“, berichtet Evi Hochuli, Leiterin der Logopädie an der OSK. „Dabei reicht das Spektrum von Patientinnen und Patienten mit deutlichen Befunden, aber kaum Beschwerden, bis hin zu sehr schweren Fällen, bei denen man sich fragt, wie diese Menschen bisher überhaupt essen konnten.“

Um das häufig unterschätzte Thema stärker in den Fokus zu rücken, lud die Abteilung für Logopädie der Oberschwabenklinik zum ersten Ravensburger Dysphagie-Tag ein. Über 100 Fachkräfte aus der Region folgten der Einladung: Logopädinnen und Logopäden aus Praxen und Kliniken, Auszubildende, Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte aus Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. „Unser Ziel war es, eine Plattform für den interdisziplinären Austausch zu schaffen – über Berufsgruppen und Qualifikationsstufen hinweg“, erklärt Hochuli. „Die große Resonanz zeigt, wie relevant das Thema in der täglichen Versorgung ist und wie wichtig eine enge Zusammenarbeit für die Sicherheit der Patientinnen und Patienten ist.“

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Im ersten Fachvortrag stellte Logopädin Julia Nothvogel die internationale Initiative zur Standardisierung von Dysphagie-Diäten (IDDSI) vor. Dieses teilt Speisen und Getränke in klar definierte Konsistenzformen ein und hilft Fachkräften, Mahlzeiten individuell an die Fähigkeiten und Risiken von Menschen mit Dysphagie anzupassen. „Weltweit sind rund 590 Millionen Menschen von Schluckstörungen betroffen – der Bedarf an einheitlichen, internationalen Standards ist entsprechend groß“, betonte Nothvogel. Die Oberschwabenklinik führt IDDSI seit 2024 schrittweise ein und wird das System 2026 vollständig implementiert haben.

Im zweiten Vortrag erläuterte Logopäde Dominik Feser die sogenannte FEES-Untersuchung. Dabei handelt es sich um eine endoskopische Methode, bei der der Schluckvorgang mithilfe einer kleinen Kamera über die Nase in Echtzeit beobachtet wird. So lässt sich genau erkennen, wo Nahrung hängen bleibt und ob sie in die Luftröhre gelangt. „Seit 2023 ist FEES verpflichtender Bestandteil zertifizierter Stroke Units“, erklärte Feser. Zudem betreibt die OSK seit 2024 eine eigene FEES-Ambulanz. Dort werden ein- bis zweimal wöchentlich ambulante Patientinnen und Patienten untersucht – vom Kleinkind bis zum hochbetagten Menschen. In der Region nimmt die Oberschwabenklinik damit eine besondere Stellung ein: Vergleichbare ambulante Angebote gibt es erst wieder in Tübingen, Ulm, Singen oder Memmingen.

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Im abschließenden Vortrag zeigte Evi Hochuli, welche Auswirkungen eine Trachealkanüle – ein künstlicher Atemweg im Hals – auf das Schlucken haben kann. Eine solche Kanüle ist notwendig, wenn Menschen vorübergehend oder dauerhaft nicht ausreichend selbstständig atmen können, etwa nach schweren Infektionen, Operationen oder langen Intensivaufenthalten oder im Falle schwerer Schluckstörungen. Die veränderte Atemführung beeinflusst jedoch den Schluckvorgang erheblich. Hochuli verdeutlichte, wie entscheidend in solchen Fällen eine enge Abstimmung zwischen Medizin, Pflege und Logopädie ist – insbesondere bei der schrittweisen Entwöhnung von der Kanüle und der anschließenden Schluckrehabilitation.





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