Franziskanerinnen im Kloster Reute bangen um Menschen in Indonesien
Bad Waldsee-Reute – Südostasien wird von schweren Unwettern heimgesucht. Besonders betroffen ist Indonesien und dort vor allem die Halbinsel Sumatra. Dort haben die Franziskanerinnen von Reute in den letzten Jahrzehnten zahlreiche soziale Einrichtungen aufgebaut und betreut. Die Bilder und Informationen, die von dort bei den Schwestern eintreffen, sind dramatisch. Überflutungen und Erdrutsche haben offenbar Dörfer und ganze Landstriche zerstört. Ein genauer Überblick ist kaum möglich, die Infrastruktur ist zusammengebrochen, Strom-, Telefon- und Internetverbindungen gekappt.
Am späten Abend des 25. November erreichten schlimme Bilder und Videos aus Indonesien die Schwestern im Kloster Reute. Franziskanerinnen der dortigen Gemeinschaft in Sibolga berichteten via Messenger von schweren Überflutungen. In Sibolga, der Bischofsstadt, zerstörte ein schwerer Erdrutsch Häuser und Infrastruktur. Die Videos zeigten Menschen inmitten reißender Wasser- und Schlammströme, die sich verzweifelt auf die Wellblechdächer ihrer Hütten gerettet haben. Dann brach die Kommunikation ab. “Seither sind wir auf die spärlichen Pressemeldungen angewiesen, die im Internet zu finden sind”, sagt Sr. M. Evelyn Ziliwu. Sie stammt selbst aus der betroffenen Region in Indonesien und leitet im Kloster Reute die Missionsprokur. Der Kontakt zu den Schwestern vor Ort und auch zur eigenen Familie ist abgerissen. Laut der staatlichen Katastrophenschutzorganisation BPNP sind die Regionen Sibolga, Tapanuli Utara, Tapanuli Selatan und Tapanuli Tengah besonders stark von der Katastrophe betroffen. In letzterer befinden sich das Mutterhaus der Franziskanerinnen von Sibolga, das von ihnen betriebene Projekt “Gute Beth”, sowie Grundschule und Kindergarten der Gemeinschaft.
“Können uns vorstellen, wie die Lage vor Ort ist”
Wie es den Menschen in den betroffenen Gebieten jetzt ergeht, können sich Sr. Evelyn und die Mitschwestern gut vorstellen. Viele von ihnen haben lange dort gelebt, Missionsstationen, Kindergärten oder Krankeneinrichtungen aufgebaut – und auch Naturkatastrophen hautnah erlebt. Die Menschen seien in diesen Fällen von allen Versorgungswegen abgeschnitten. Besonders die Armen treffe es dann hart, die einfachen Behausungen böten den Wassermassen keinerlei Widerstand. Lebensmittelvorräte und persönliche Habseligkeiten gingen in den Fluten unter, weiß Generaloberin Sr. Maria Hanna, die bis zur Selbstständigkeit der Franziskanerinnen in Indonesien auch für die dortige Region verantwortlich war. “Auf den letzten Bildern, die uns noch erreichten, war das Schwesternhaus in Sibolga zu sehen, das bereits meterhoch unter Wasser stand”, berichtet Sr. Maria Hanna.
Franziskanerinnen bitten um Unterstützung bei der Soforthilfe
Auch wenn das Ausmaß der Schäden noch völlig offen ist, ist für Sr. Evelyn klar: die Menschen in Indonesien brauchen Hilfe. Am dringendsten benötigt werde medizinische Hilfe, Lebensmittel, sauberes Trinkwasser und – wenn die Wasser- und Schlammmassen zurückgehen – Baumaterial, um Häuser und Einrichtungen aufzubauen. “Die Schwestern vor Ort haben Erfahrung mit diesen Herausforderungen und sind gut in der Region vernetzt”, weiß Sr. Evelyn. Sobald der Kontakt wieder möglich sei, wolle man von Reute aus Hilfsbedarf anfragen und Hilfe leisten. Und das bedeutet in erster Linie, Geld bereitzustellen, um vor Ort das Nötigste zu beschaffen und zu verteilen. Im Kloster wurde dazu ein Krisenstab eingerichtet, der alle Aktivitäten koordiniert. Darüber hinaus rufen die Franziskanerinnen zu Spenden auf. “Jeder gespendete Euro kommt direkt in Indonesien an”, verspricht Sr. Evelyn.
Auf der Internetseite des Klosters werden aktuelle Informationen gebündelt und Spendenmöglichkeiten angeboten. Von Sachspenden bitten die Schwestern zum jetzigen Zeitpunkt abzusehen. Der Transport und die Verteilung vor Ort sind zu aufwändig und Vieles kann vor Ort oder in der Region günstiger beschafft werden. “Unsere Missionsprojekte haben seit vielen Jahren zahlreiche Unterstützer. Wir bitten sie alle und die ganze Bevölkerung um großherzige Unterstützung für die Menschen in Indonesien, auch im Gebet”, sagt Sr. Maria Hanna.
Weitere Informationen und Spendenmöglichkeiten finden sich auf der Internetseite www.kloster-reute.de.






