Wie oft sind wir wirklich voll und ganz im Moment? Nehmen bewusst wahr, was gerade um uns herum ist, ohne schon in Gedanken bei der nächsten Aufgabe zu sein? Und brauchen wir dafür die Hilfe der Künstlichen Intelligenz?
Ständig erreichbar zu sein, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen und schnell abgelenkt zu sein prägt eher unseren Alltag als die Momente des aufmerksamen Wahrnehmens, ohne das Gesehene und Gehörte zu bewerten. Ein wichtiger Schlüssel, den Augenblick bewusst wahrzunehmen und auch genießen zu können, ist die Atmung. Verschiedene Atemtechniken können helfen, die Achtsamkeit zu steigern. Man kann zudem jeden Moment des Alltags nutzen. Indem man sich bewusst auf den Duft des Pausenkaffees konzentriert oder beim Gehen auf die Schritte hört.
Achtsamkeit braucht eine entsprechende Lebenshaltung mit mehr innerer Ruhe. So kann man sich bemühen, Emotionen bewusster wahrzunehmen, zuzuhören anstatt sofort zu reagieren. Achtsamkeit beschränkt sich nicht nur auf sich selbst sondern auch auf andere. Sie hilft in Gesprächen empathischer zu sein und macht viele Beziehungen zugleich tiefer und einfacher.
KI als Selbstfürsorge-Coach
Woran man nicht spontan beim Stichwort Achtsamkeit denkt. ist der Einsatz Künstlicher Intelligenz. Dabei findet man bereits verschiedene KI-Tools zur Selbsthilfe. Von achtsamen Apps zur Meditation bis hin zu personalisierten Empfehlungen fürs Wohlbefinden gibt es viele Angebote. KI analysiert Verhaltensmuster, erkennt Bedürfnisse und macht Vorschläge, wie man gezielt entspannen oder Energie tanken kann. Sie bietet individuelle Meditationsvorschläge je nach Stresslevel, erinnert an Pausen, empfiehlt gesunde Routinen und wertet die Fortschritte aus. Man lädt eine App und legt los. Ein intelligentes System weiß, wann ich Pausen brauche und wie sich mein Gemütszustand verändert. Klingt für mich offen gestanden wie ein Albtraum. Möchte ich Stimmungs- oder Schlaftagebücher per automatischem KI-Tracking? Suche ich Chatbots als Gesprächspartner bei Sorgen? Will ich Atemtherapie durch KI-Animationen? Oder mentale Erste-Hilfe durch empathische Algorithmen?
Tatsächlich berichten laut “AI Selfcare Benchmark 2025“ 67 Prozent der Nutzer nach vier Wochen smarter Anwendungen von niedrigeren Stresswerten. Offengestanden genieße ich da lieber auf der Fahrt zur Arbeit ganz bewusst den Anblick eines Baums im Sonnenaufgang oder schaue einer Ameise zu beim Stöckchenstemmen. Manchmal fällt mir der früher belächelte Seufzer meiner Schwiegermutter ein: „Ich bin zu alt für diese Welt“.
Sollten Sie jedoch Selbstfürsorge mit Hilfe von KI reizen: Besonders populär sind Meditations-Apps, Journaling-Assistenten und intelligente Wearables, die Stimmung oder Vitaldaten messen. Laut Werbung machen Tools mit freundlichem Charakter, einfachem Setup und oft kostenfreien Startfunktionen jeden Smartphone-Besitzer zum Selfcare-Profi. CalmAI bietet etwa personalisierte Meditationen und Schlafmusik und reagiert auf Tagesform, MoodMate bietet KI-gestützte Stimmungs- und Achtsamkeitstagebücher mit Tipps aus Psychologie & Coaching. KI kann außerdem Textbotschaften interpretieren, gesprochene Wort in Stimmungsanalysen verwandeln oder per Kamera und Bewegungssensoren Entspannungsübungen begleiten.
Tatsächlich nutzen gar nicht wenige junge Frauen auch digitale Achtsamkeitstagebücher, wie meine kleine, natürlich nicht repräsentative Umfrage bei unter Dreißigjährigen ergeben hat. Fünf- oder sechs-Minuten Tagebücher, die nach schönen oder herausfordernden Momenten fragen. So genannte Dankbarkeits-Journale mit Impulsen und ermunternden Zitaten. Es gibt sie auch schön gestaltet aus Papier. Um mit der Hand beschrieben zu werden!
Autorin: Andrea Reck
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