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Leutkirch (sita) - Was bereits 25 Jahre lang in diversen Köpfen und später als Beschluss gefasst in Schubladen der Ämter lag, ist nun im Jahr 2022 wahr geworden: Der Startschuss für die Bebauung des großen Gebiets am Stadtrand von Leutkirch, zwischen der Umgehungsstraße-West und dem Industriegebiet Nadlerstraße/Ströhlerweg ist erfolgt. Statt des klassischen Spatenstichs mit Schaufeln gab es eine kleine Pistenfahrt durch das Gebiet. In Kooperation von Stadt und Volksbnak entsteht dort ein Mischgebiet. Während die Volksbank Allgäu-Oberschwaben 110 Mietwohnungen anbieten wird, vermarktet die Stadt Leutkirch Grundstücke für Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften. 

Was nun auf der großen grünen Wiese (die bereits keine mehr ist) entstehen soll bzw. geplant ist, wird sich sehen lassen können: ein Mischgebiet mit Industrie-, Gewerbe-, Handel- und Wohnansiedlungen. Interessant dabei ist die Vergabe der Bauplätze von 110 Häusern/Wohnungen an Familien und Menschen, die bereits in Leutkirch oder in der Region wohnen, sprich: Keine Vergabe an „Auswärtige“, die einfach mal so in Leutkirch/ im Allgäu wohnen wollen, keine Investoren von außerhalb oder gar eine Entstehung von Ferienwohnungen oder nur teilweise genutztem Wohnraum.

Dieser Beschluss bzw. das Vorhaben ist eine Kooperation der Stadt Leutkirch mit der VBAO, der Volksbank Allgäu-Oberschwaben. So begrüßte Josef Hodus, VBAO-Vorstandssprecher, die Gäste, zum einen von der Stadt/Bauamt (Herr Rühfel, Frau Bischofberger), von der Baufirma STRABAG, die im Hintergrund Staub aufwirbelnd ihrer Bestimmung nachging, sowie weitere geladene Gäste, Nachbarn usw. Anwesend war natürlich auch Agathe Peter vom VBAO-Vorstandsteam und Hermann Müller, ein „lange schon bekanntes Urgestein der volksnahen Bank (seit Raiffeisen-Zeiten)“, zuständig für die Specials rund um Bauvorhaben wie eben auch die Organisation von Spatenstichen.


In den 1990er erste Überlegungen

Am 17.12.1998, damals hatte die Allgäustadt Leutkirch „ganz frisch“ zwei Autobahnanschlüsse der A 96 bekommen“, gab es erste Gespräche und Verträge um das Baugebiet am Ströhlerweg, 2012 gab es weitere Gespräche, aufgrund der aktuellen Wohnraumlage am 4. November 2021 dann konnte die Erschließung festgemacht werden, und am 20. Mai 2022 sind bereits die Straßen erkennbar, und die neuen Namen wurden verkündet.

„Gebaut“ wurde hier schon einmal, auf dem DB-Gelände direkt am Bahndamm entlang, aufgrund der Bauarbeiten am Bahnhof mit Unterführung, Aufzug usw., auch in Aussicht auf die versprochene Elektrifizierung der Strecke nach Lindau und weiter. „Gebaut“ wurden aber lediglich einige Hügel mit Steinen, Sand und Erde, um Eidechsen und anderem Getier den Umzug vom Bahnhofsgelände hierher „schmackhaft zu machen“.

Grund für die Planungen der 1990er, damals noch unter OB Otto Baumann und Bankvorstand Andreas Geißler, war damals wie heute: knapper Wohnraum. Die Stadt ist verpflichtet, Wohnraum für ihre Bürger zu schaffen, die erworbenen Grundstücke wurden einst zum großen Teil landwirtschaftlich genutzt. 25 Jahre sind seit den ersten Projektgesprächen vergangen, jeden Bauplatz könne man inzwischen bereits drei Mal vergeben, besonders auch an „auswärtige Interessierte“, die nicht oder wohl kaum zum Zuge kämen, ließ OB Henle verlauten. Apropos Zug: Etwa halbstündlich fährt ein Zug zum oder vom nahen Kultur-Bahnhof vorbei, jedoch kaum als Lärmbelästigung. Auch zur Umgehungsstraße hin habe man auf Lärmschutzwände verzichte können.

Wohnraum ist nun gut geplant – doch mit dem Baubeginn begännen auch die Sorgen um Lieferengpässe bei allen Produkten, die für den Straßen- und Hausbau notwendig seien. Auch das bleibe spannend, besonders in Bezug auf das aktuelle Kriegsgeschehen in der Ukraine und die Entwicklungen in China, so Bankvorstand Hodrus. Doch wie heiße gleich das Motto der schon mehr als 155-jährigen VBAO: „WIR machen den Weg frei“, gab er sich zuversichtlich.

OB Hans-Jörg Henle und das Team vom Bauamt waren vor Ort an diesem sonnigen wolkenlosen Freitag (20. Mai) und freuten sich ebenso wie das Team von STRABAG u.a. über den gelungenen Baugebiet-Start nach dem Motto: Was lange währt, wird endlich gut. Anstelle eines Spatenstichs, den längst diverse Bagger und LKWs übernommen hatten, freute sich ein strahlender Hermann Müller, seit mehr als 40 Jahren bei der Volksbank und zuständig für die „Specials rund um Bauvorhaben“, an seiner Überraschung für die Gäste: Er hatte einen Unimog mit schickem Anhänger organisiert, der das „Spatenstichteam“, die maßgeblich Beteiligten am neuen Baugebiet quer über die frischen Baupisten fahren sollte, um sich vom Rand an der Umgehungsstraße einen guten Überblick über das Baugebiet bis zur Wilhelmshöhe zu verschaffen und um ein gutes Erinnerungsfoto machen zu können und nicht zuletzt, um den Beweis einer traumhaften ruhigen Stadtrandlage zu erbringen, mit Nähe zu großen Betrieben und Geschäften wie Baumarkt, Lebensmittelhändler, Autohäuser, aber auch zu Schulen und Kigas ist der Weg von hier nicht weit.

110 Wohnungen

Herr Hodrus betonte, dass für die 110 Wohnungen für „Einheimische“ schon lange ein Extra-Fonds bestehe, auch aus bisherigen Wohnbauprojekten, Vermieter sei die VBAO. Mit Baubeginn ist in 2023 zu rechnen, die ersten Fertigstellungen sind für 2025 vorgesehen.

22Bau Müller

Frau Bischofberger vom Städt. Bauamt mit Hermann Müller von der VBAO

22Bau Peter

Agathe Peter von der VBAO

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