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Leutkirch (sita) – Musikkapelle Willerazhofen und die Jugendkapelle Leutkirch-Achtal erfreuen viele Besucher in der Festhalle Leutkirch

Unter ihrem Konzertmotto „Blasmusik wie diese…“ begrüßte Vorstand Florian Sauter in der Leutkircher Festhalle die zahlreichen Gäste, darunter viele Eltern junger Musikanten, die teils zum ersten Mal vor großem Publikum spielten, Blasmusikfreunde aus Nah und Fern und natürlich auch OB Hans-Jörg Henle ließ sich dieses Frühjahrskonzert von fast 100 Musikanten zwischen 12 und 70Plus nicht entgehen.

Man wusste nicht, wer sich mehr freute, endlich wieder ein Konzert spielen/hören/erleben zu dürfen, nach der langen Corona-bedingten kulturellen Durststrecke, das Publikum oder die Akteure auf der Bühne. Zum Auftakt zeigte die Jugendkapelle (JK) unter Leitung ihres Dirigenten Mathias Miller, was sie gelernt und draufhaben.

Die rund 50 Jungmusikanten spielten sauber und engagiert sehr schöne und anspruchsvolle Stücke, wie Adebars Reise oder Nanga Parbat (deutscher Schicksalsberg im Himalaya), wo die Dramatik einer 8000er-Besteigung musikalisch mitgefühlt werden konnte. Mit Queen in Concert verabschiedete sich die JK eindrucksvoll mit einem zufriedenen, jungen Dirigenten Mathias Miller, der in der MK Schloß Zeil mitspielt und auch in der Vorstandschaft mitwirkt. Es gab sehr viel Beifall für die JK - wohltuend für alle Sinne. Später wurden einige Jungs und Mädels der JK vorgestellt, die den D1-Kurs als Weiterbildung für Spielen im Orchester bereits absolviert hatten.

Imposanter Einmarsch und Eröffnung mit LUDWIG

Nach einer Pause, die das Publikum für Getränke und Imbiss im Foyer rege nutzte und ein froher Austausch stattfand (endlich wieder!) betrat die imposante, gut 40-köpfige Musikerschar der Kapelle mit ihrem langjährigen Dirigenten Manfred Schuhmacher die Bühne. Nicht nur die vielfältigen Percussion-Instrumente mit der Crew für den packenden Rhythmus überraschte, auch die Willerazhofer Musikanten präsentierten eine sehr gute Besetzung aller Register. Auffallend ist für Gäste immer wieder die große Altersspanne bei einer Allgäuer Kapelle. Von jungen Nachwuchsmusikern, wie z.B. der Familien Schuhmacher bis hin zu den beiden sehr verdienten, über 50 Jahre lang treuen Senior-Musikern (auch Mitglieder im Seniorenorchester Ravensburg) wie Antonia Dobler an der Klarinette und Martin Bareth am Bariton.

„So muss es sein“, kommentierte Florian Sauter es bei der Vorstellung der beiden Kapellen – „Junge und Junggebliebene, verschiedene Familienmitglieder sind bei der Musikkapelle beianand und harmonieren und dees isch oifach schee!“ Ein besonderes Lob und viel Applaus galt auch nochmals der JK Leutkirch-Achtal, deren Mitglieder alle in den ersten Reihen das Konzert ihrer MK mitverfolgten und demnächst ihr 20-jähriges Jubiläum feiern können. „So haben auch viele von uns Musikanten in der damals frisch gegründeten Jugendkapelle gelernt und sind dann gut ausgebildet zur Heimatkapelle gekommen“, berichtet Florian Sauter nicht wenig stolz.

Von der Klassik über Popmusik bis zur Filmmelodie

Stille im Saal – man hätte eine Nadel fallen hören – Dirigent Schuhmacher erhebt die Arme und das pompöse erste Stück, ein wahrer „Klassiker“, ein speziell arrangiertes Stück von Komponist Ludwig von Beethoven erklingt. Wer dachte, es ginge um den König Ludwig (Musical) wurde durch die Moderation des Dirigenten hinterher aufgeklärt – 250 Jahre Beethoven – die MK Willerazhofen ehrte den wohl berühmtesten Komponisten wahrlich gelungen. „Das war unser Pandemie-Stück, mit gefühlt zwei Jahren Proben inklusive Pausen“, gab Schuhmacher schmunzelnd zu.

Ganz anders ertönte ein Evergreen-Potpourri der einstigen Band Earth, Wind & Fire, eben richtig frech-poppig. Vollen Einsatz mit Pauken, Trommelwirbel, Xylophon und Glockenspiel zeigte das Percussion-Team bei Ross Roy, eine Komposition von Jacob de Haan, der als Name bei keinem Blasmusik-Konzert fehlen sollte. Allen bestens bekannt war der Filmklassiker, der 1997 alle jemals gemessenen Kinobesucher-Rekorde schlug: Titanic – fast jährte sich wieder der Termin ihres Untergangs, 110 Jahre später, eine Filmmelodie mit Gänsehaut-erzeugenden Klängen, und Eisberg in Sicht.

Natürlich hatte Dirigent Schuhmacher auch ein Stück für drei Bläser-Solisten ausgewählt und nochmals einen ganz anderen Musikstil: Drei fesche Bläser schmetterten den Trumpet Blues and Cantabile in die fast volle Festhalle, inklusive Zugabe. Mit dem Panorama-Marsch, bezogen auf die schöne Aussicht von ihrem Heimatort Willerazhofen zum Weiher und zu den Bergen (mit Beweis-Poster), schloss das Frühjahrskonzert und auch zwei Zugaben durfte man noch im Marschtempo erleben und mitklatschen.

Im Foyer bewirteten Angehörige der Musikanten und hier ließen alle zusammen den schönen Konzertabend ausklingen.

 

Übrigens: Die MK Willerazhofen wird 2023 ihr 100-jähriges Bestehen feiern können.
Die MK Schloß Zeil lädt im Mai und Juni 2022 zu 160 Jahre Bestehen mit einigen Konzert- und Erlebnistagen. Auch der Dirigentenwechsel wird gefeiert.
Infos: www.mk-willerazhofen.de und www.mkschlosszeil.de

 

 

 

 

 

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