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Leutkirch/Region - Der Verein Landwirtschaftlicher Fachbildung Leutkirch im Allgäu e.V. (VLF Leutkirch), in dem auch viele Landwirte aus der Bad Wurzacher Raumschaft Mitglied sind, hielt seine Jahreshauptversammlung im "Adler" in Leutkirch-Ausnang ab. Wichtigstes Thema war die Vereinsfusion mit dem VLF Wangen und dem Meisterverband Leutkirch-Wangen und die damit verbundene Satzungsänderung.

Der Vorsitzende des VLF Leutkirch, Franz Krug, hielt bei seiner Begrüßung mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg: Stalleinbrüche würden als Kavaliersdelikte behandelt und immer mehr Menschen wüssten angeblich besser, wie Tiere zu behandeln seien als die Praktiker. Und diese litten sehr unter der Last der Auflagen und Beschuldigungen. Schon wegen kleinster Verfehlungen bei Kontrollen würden sie bestraft "wie Schwerverbrecher".

Durch den Krieg in der Ukraine, der Kornkammer Europas, fallen den Landwirten neue Aufgaben zu, um die Lebensmittelproduktion sicherzustellen. Der Krieg mache aber auch die Abhängigkeit von Zulieferern aus der ganzen Welt deutlich.

Eine weitere große Gefahr sieht Krug im „immer größer“ bei den Höfen, was sich auch direkt auf das Höfesterben auswirke. „Braucht man uns noch?“, stellte er rhetorisch die existentielle Frage in den "Adler"-Saal. Angesichts von bis zu 50 % Mehrkosten bei Lebensmitteln erübrige sich eine Antwort.

 

2021 habe keine JHV stattfinden können. Die sinkenden Mitgliederzahlen führten zu Gesprächen mit dem VLF Wangen und dem Meisterverband und dem Beschluss, die drei Verbände zu einem Verein zusammenzuschließen.

„Bitte haltet dem neuen Verein die Treue", appellierte Krug zum Abschluss seines Berichtes an die anwesenden Mitglieder.

Mathias Schürrle, Geschäftsführer des VLF Leutkirch, konnte in seinem Geschäftsbericht von nur wenigen Aktivitäten für 2020, dem ersten Corona-Jahr, berichten. Neben der Vertreterversammlung des Bezirksverbandes in der Bauernschule Bad Waldsee, dem Unterhaltungsabend in Ziegelbach, dem Milchviehhaltertag in Amtzell im Januar 2020 konnte noch am 27. Februar die JHV mit der Ehrung langjähriger Mitglieder sowie am 3. März das Schülerinnentreffen im Landwirtschaftsamt in Leutkirch stattfinden, ehe alle anderen Aktivitäten coronabedingt abgesagt werden mussten. Gemeinsam mit dem Wangener Ehemaligenverein konnte das Mitteilungsblatt „Der Ehemalige“ herausgegeben werden. Am 15.10.2020 fand ein Treffen der VLF und Meisterverbände des Landkreises statt. Hierbei wurde beschlossen, dass zwei Vereine gegründet werden sollten.

Auch für 2021 konnte er nur von wenigen Aktivitäten berichten: Von zwei vorbereitenden Treffen der drei fusionierenden Vereine. Der Ausschuss des VLF Leutkirch tagte einmal. Die Delegiertenversammlung fand am 26.09.2021 in Leupolz statt, wobei der VLF Wangen sich als hervorragender Gastgeber präsentierte. Gemeinsam mit dem Wangener Ehemaligenverein wurde das Mitteilungsblatt „Der Ehemalige“ erneut aufgelegt.

Mathias Schürrle präsentierte der Versammlung auch die beiden Kassenberichte, da der Verein noch keinen Nachfolger für Kassiererin Linda Mayer gefunden hatte. Da kein Einzug der Mitgliederbeiträge erfolgte und keine Aktivitäten möglich waren, schrumpfte das Vereinsvermögen in diesen beiden Jahren. Hauptausgaben waren die beiden Mitteilungsblätter „Der Ehemalige“, die jedoch durch die Einnahmen für Inserate weitestgehend ausgeglichen wurden.

Die Kassenprüfer Michael Futscher und Monika Wesle bescheinigten den in den letzten beiden Jahren tätigen Kassierinnen Sandra Maucher, Linda Mayer sowie Geschäftsführer Mathias Schürrle eine einwandfreie Kassenführung, so dass die letztlich einstimmig vorgenommene Entlastung der Kassenverwalter durch Albrecht Siegel, dem Leiter des Landwirtschaftsamtes Ravensburg, zur Formalie wurde.

 

Dann kam der wohl wichtigste Tagesordnungspunkt der Versammlung: Die Mitglieder mussten der neuen Satzung des zukünftig mit dem VLF Wangen und dem Meisterverband Allgäu verschmolzenen Vereines zustimmen und damit der Auflösung des „alten“ Vereines zustimmen.

Mathias Schürrle ging die Satzung, die für die Konstituierung des gemeinsamen Vereines beim Registergericht Ulm eingereicht werden muss, Paragraf für Paragraf durch.

Die (gemeinsame) Vereinsspitze wird von der rechtlich anberaumten Mitgliederversammlung zunächst auf vier Jahre gewählt. Später sollen dann wichtige Positionen im alternierenden Wahlmodus alle zwei Jahre gewählt werden. Geschäftsführer werden vom Vorstand und Kassier bestellt.

Zukünftig werden auch Online-Versammlungen rechtlich möglich sein. Für Satzungsänderungen müssen Zweidrittel der Mitglieder stimmen, für eine Vereinsauflösung ist eine Dreiviertel-Mehrheit erforderlich.

„Die Beitragsfreiheit für Mitglieder, die mehr als 75 Jahre im Verein sind, kann zukünftig nicht mehr gewährt werden", gab Franz Krug eine nicht in der Satzung festgelegte Neuerung bekannt, ehe er die Abstimmung leitete. Er betonte, dass die vorliegende Satzung ein Gemeinschaftswerk aller drei Vereine sei. Diese wurde von der Versammlung einstimmig verabschiedet.

Krug, der dem zukünftigen Vorstandsteam nicht mehr angehören wird („ich gehe jetzt auf die Siebzig zu“) bat die Mitglieder des VLF Leutkirch, auch im neuen Verein fleißig mitzuarbeiten. Auch der Beschluss für die Neuwahl der Gremien bei der nächsten gemeinsamen Mitgliederversammlung wurde einstimmig gefasst.

 

In seinem abschließenden Grußwort ging der Leiter des Landwirtschaftsamtes Ravensburg, Albrecht Siegel, nach lobenden Worten für die Vereinsarbeit des VLF auf den Strukturwandel in der Landwirtschaft und damit verbunden auch die erforderlichen Veränderungen der Vereinsstruktur ein. „Da der Landkreis Ravensburg sehr groß ist, hätten wir, wenn wir nur einen großen Verein gebildet hätten, mehr kaputt- als gutgemacht.“ Die Aufteilung in einen Allgäuer und einen westlichen Teil sei ein guter Weg. Auch der Ravensburger Verein habe sich neu aufgestellt, wobei der Allgäuer Verein deutlich größer sein werde. Einen Vorteil für die Allgäuer sieht er auch im jährlichen Mitteilungsblatt „Der Ehemalige“. Schüler für den VLF zu begeistern sei jedoch hier wie dort ein zäher Kampf.

Der Schulbetrieb laufe gut, derzeit besuchten 20 Studierende den Einstiegs-Kurs, darunter zwei Frauen. „Die fünf Damen beim laufenden Kurs bringen richtig Dampf rein", lobte Siegel, der auch gleichzeitig Schulleiter ist. Schwieriger sei da schon die Lehrerversorgung. Neben diversen Interna zu den Themen Agrarreform, Antragsstellungen und weiteren Auflagen ging er auch auf die schwierigen Zeiten ein, die wegen des Ukraine-Krieges auch die deutsche Landwirtschaft betreffen.

Derzeit stiegen zwar die Kosten, dennoch rechneten sich bei steigenden Preisen Ein- und Verkauf noch. „Ich hoffe, dass wir das gut überstehen.“ Sorgen bereiteten ihm eher die Gefahr von Hungersnöten, etwa in Nordafrika.

 

Für 30 Jahre Mitgliedschaft wurden geehrt:

vom Jahrgang 89/90:
Hermann Deyringer, Winfreid Gegenbauer, Reinhold Heinz (alle Aichstetten), Thomas Treuer (Bad Wurzach), Erich Hau, Werner Küber, Hermann Müller (alle Leutkirch), Siegfried Hagmüller, Ingried Mayer-Leuter, Hubert Ruf (alle Bad Wurzach), Peter Huchler, Reinhold Merk (Leutkirch), Rudolf Müller, Karl Ernle (Bad Wurzach), Franz Bentele, Paul Gegenbauer, Hans Peter Maier (Leutkirch), Hans Willi Berger (Aitrach) Wilfried Mönig (Bad Wurzach).

vom Jahrgang 90/91:
Markus Angele, Gerhard Bareth, Edgar Fähndrich, Clemens Häfele (alle Bad Wurzach), Stefan Haug (Legau), Alfred Karrer (Leutkirch), Peter Kloos (Aichstetten), Robert Kreuzer (Kronburg), Herbert Menig (Bad Wurzach), Stefan Natterer (Leutkirch), Doris Kling-Schick (Bad Wurzach), Winfried Schwarz (Legau) und Klaus Waizzenegger (Leutkirch).

 

Bericht und Bilder Uli Gresser

 

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