DBSZ DBSZ BadWurzach 1200v01

Region - Die drei Vorstände, Josef Hodrus, Georg Kibele und Werner Mayer zogen bei der in diesem Jahr in digitaler Form abgehaltenen Bilanzpressekonferenz für das Jahr 2020 den schwierigen Rahmenbedingungen zum Trotz ein positives Fazit.

 

Das Unwort des Jahres war für Vorstandssprecher Josef Hodrus „Covid 19“. Trotz der großen Unsicherheit – die Bank schloss zum Schutz von Kunden und Mitarbeitern beim ersten Lockdown 12 von 24 Filialen. Mit Erfolg, denn durch diese Maßnahme kam die Volksbank Allgäu Oberschwaben ohne größere Ausfälle durch diese schwierige Zeit. Wichtig war für die VBAO in dieser Zeit den Zahlungsverkehr aufrechtzuerhalten. Dies geschah auch durch verstärkte Video- bzw. telefonische Beratung. Mit den entsprechenden AHA-Regeln sieht Hodrus auch dem Jahr 2021 optimistisch entgegen.

Dass Grund zum Optimismus besteht, belegen die Zahlen:
Die Bilanzsumme stieg um 341,1 Mio. € auf 2.824,8 Mio. €, was einem prozentualen Zuwachs von 13,8% entspricht. Die Kundeneinlagen wuchsen um 192,7 Mio. auf 2.041,8 Mio. € (+10,4%), das Volumen der Kundenkredite erhöhte sich um 163,1 Mio. auf 1.853,8 Mio. € (+9,6%).

Mit seiner Bilanzsumme belegt die VBAO in Baden-Württemberg unter 159 Genossenschaftsbanken Platz 14. Ihren Anteil dazu trugen die 1.972 Neumitglieder bei, die die Anzahl der Eigentümer auf 54.717 ansteigen ließ. Die Dividende wird, die Zustimmung der Mitgliedervertreterversammlung vorausgesetzt, in diesem Jahr bei 3% liegen.

„Im Vorjahr haben wir trotz entsprechender Warnungen eine Dividende ausgeschüttet,“ erläuterte Josef Hodrus. Dies werde auch in diesem Jahr so sein.

„Unsere Bank ist in allen wichtigen Kennzahlen weit über dem Verbandsdurchschnitt gewachsen.“ Die Cost-Income-Ratio, die angibt wie viel Aufwand für die Erwirtschaftung eines Euros erforderlich ist, liegt bei der VBAO bei 61 Cent, im Landesdurchschnitt bei 69,7 Cent.

Besonders erfolgreich waren die MitarbeiterInnen der Bank bei der Vermittlung von Fördermitteln an ihre investitionswilligen Kunden: Hier stand am Jahresende mit 119,1 Mio. € eine enorme 124,2%-Steigerung in den Büchern.
Hodrus attestierte „seiner“ Bank ein gute Betriebsklima: Die aktuell 427 Mitarbeiter haben mit einer durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit von 15,5 Jahren eine deutlich höhere als der Bundesdurchschnitt von 11,2 Jahren.

 

Dass die Bank viel für die Region und ihre Menschen tut, zeigen die Zahlen im Bereich Spenden und Sponsoring, in den im Coronajahr 469.000 € flossen, davon rund 60.000 € als Corona-Soforthilfe für Vereine. Besonders stolz ist Hodrus darauf, dass die Crowdfunding-Plattform der VBAO eine der bundesweit erfolgreichsten ist. Demnächst wird die Plattform die 1 Million-Schallmauer knacken (993.193 €, davon 295.385 € als Co-Funding-Anteil bei 318 Projekten)

Für Unsicherheit sorgte im vergangenen Jahr auch die Anpassung der Filialstruktur und damit die Frage, „wo bekomme ich in kleinen Ortschaften Bargeld her?“. Gelungene Lösungen sieht Hodrus etwa in Aichstetten durch die Kooperation mit der Kreissparkasse, in anderen Ortschaften mit Dorfläden oder wie in Seibranz mit der BAG.

Von einer „grandiosen “ Steigerung schwärmt Josef Hodrus bei der Nutzung der Online-Dienstleistungen: Bei der BankingApp stieg die Zahl der Kunden um 32%, bei den Kontoauszugs-Freischaltungen 23% und 11% bei den VR-Netkeys.

Auch in diesem Jahr müssen die Mitgliederforen, mit denen die Bank jeweils rund 4.000 ihrer Anteilseigner erreicht hatte, in digitaler Form stattfinden. Vom 30.04. bis 07.05. findet eine digitale Tournee mit Fachbeitragen, aber auch dem „Mutmacher“ Johannes Warth aus Bad Waldsee, der sicher die eine oder andere außergewöhnliche Lösungsmöglichkeit für Probleme der Mitglieder parat halten wird.

Die VBAO Töchter, seit dem vergangene Jahr unter einem Dach „VBAO ImmobilienZentrale“ vereinigt, trugen einen guten Anteil zum positiven Ergebnis der Bank bei. Die VBAO-Projektentwicklung, die OSB und die VBAO Immobilien GmbH erfreuten den Vorstand mit ihren Ergebnissen.

 

In seinem Ausblick auf 2021 sehen Josef Hodrus und seine Vorstandskollegen Georg Kibele und Werner Mayer die Aktienmärkte wie den Dax weiter auf Rekordkurs, während das Niedrigzinsniveau uns weiterhin erhalten bleiben wird. Beim Wirtschaftswachstum sieht das Dreigestirn nach den -5% für 2020 wieder ein Plus von 2-3 Prozent voraus. Sorge bereitet Hodrus die Altersvorsorge, die den veränderten Bedingungen angepasst werden müsste. Neben dem „Betongold“ Immobilie sieht er in Wertpapieren und Aktien die besten Möglichkeiten zur Vermögensoptimierung. „Für die VBAO ist Nachhaltigkeit kein Modewort, daher werden wir in der zweiten Jahreshälfte unser „nachhaltiges Girokonto“ anbieten.“

Den Bankmanagern ist, auf ein verändertes Kundenverhalten während der Pandemie angesprochen, aufgefallen, dass die Sparquote mit 18,7 % auf den höchsten Wert, seit Einführung der Aufzeichnungen gestiegen ist. Es wurde auf Urlaub und Konsum verzichtet, zumal dieser ja teilweise nur eingeschränkt möglich war.

Georg Kibele, u.a. für die Vermögensberatung der Firmenkunden zuständig, erklärt die hohe Investitionsbereitschaft und der gesunde Optimismus der hiesigen Wirtschaft trotz Corona- und Automobilkrise. Die Region sei weniger auf die Autoindustrie angewiesen wie etwa der Großraum Stuttgart, die Firmen ständen auf einer breiten Basis. „Ich bin froh über diese Diversikation, das kommt uns in der Krise zugute,“ ergänzt Josef Hodrus.

Werner Mayer sieht als Grund für den leichten Rückgang bei der Personaldecke in der natürlichen Fluktuation. „Nach dem Ende der Verunsicherung durch die veränderte Filialstruktur und nachdem wir uns die Ausschüttung der 3% Dividende in einem gesicherten Zinsumfeld leisten konnten, können wir beim Ausscheiden eines Mitarbeiters ganz ruhig darüber nachdenken, ob wir die Stelle wieder besetzen oder nicht.“

„Wir sind und bleiben optimistisch für die Zukunft,“ sprach Josef Hodrus das zu dem vorliegenden Zahlenwerk passende Schlusswort.

 

 

Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

­