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Leutkirch - Zu einer Corona- Mahnwache bzw. -Demonstration hatte Hartmut Krattenmacher am Freitagnachmittag 08. Mai 2020 an den Gänsbühl in Leutkirch eingeladen und dazu der ÖDP-Kreistagsabgeordneten Julian Aicher als Hauptredner gewinnen können.

 

Und so fand diese Veranstaltung für die Wahrung der im Grundgesetz verankerten Grundrechte an diesem geschichtsträchtigen Datum statt, das genau vor 75 Jahren das Ende des Zweiten Weltkrieges markierte und für viele Bürger Deutschlands zu einem Tag der Befreiung wurde.

Dem Aufruf zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Notwendigkeit und der Verhältnismäßigkeit der Corona- Verordnungen sowie deren Vereinbarkeit mit dem deutschen Grundgesetz folgten viele Bürger, von denen einige selbstgestaltete Plakate mit gebracht hatten. Als maximale Teilnehmerzahl waren vom Veranstalter 40 Personen bei der Anmeldung angegeben worden, Bedingung für die Durchführung war seitens der Behörden die Einhaltung des vorgeschriebenen Mindestabstandes von 1,5 Meter.

Auch wenn sich alle Teilnehmer daran hielten, stieg im Laufe der Veranstaltung die Zahl der Personen, die sich auf dem Kundgebungsgelände und der angrenzenden Marktstraße aufhielten, zusammen mit Ordnern und Security rasch auf das Doppelte.

 

 

Organisator Hartmut Krattenmacher erzählte in seiner Begrüßungsansprache, wie ihm bei einer Demo in Kempten die Idee dazu gekommen war. „Das wäre doch auch etwas für Leutkirch,“ habe er sich gedacht. Gedacht und gemacht: Innerhalb von zwei Wochen stand das Event und er freute sich, dass Behörden und Polizei der Veranstaltung sehr positiv gegenüber standen.

Ganz besonders freute sich, dass er Julian Aicher dafür gewinnen konnte. Er selbst sei kein Corona-Leugner. Viele Maßnahmen seien wichtig und richtig gewesen. „Aber es darf darüber gesprochen werden, ob dem alles untergeordnet werden muss.“ Er stellte fest, dass deshalb die Gesellschaften in vielen Ländern ausgebremst würden.

Der ÖDP-Kreistagsabgeordnete Julian Aicher begann seine Rede mit dem 08. Mai 1945, an dem mit dem vor 75 Jahre die Befreiung Deutschlands von der NS-Diktatur stattfand. Ebenfalls im Mai, im Jahre 1986 nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl, hätten sich an diesem Platz viele Menschen zu einer Demo getroffen, darunter auch seine Mutter Inge Aicher-Scholl, um gegen Atomkraft zu demonstrieren. Dennoch habe es weitere 25 Jahre gedauert bis der Bundestag den Atom-Ausstieg beschlossen hatte. „Bis heute sind wir noch drin, denn Gundremmingen ist ja noch am Netz.“ Diese Befürchtung habe er auch jetzt mit den Corona-Verordnungen.

 

 

Gesetze, die er für unumstößlich gehalten habe, seien plötzlich nichts mehr wert. „Die Grundregeln der Demokratie gelten seit Wochen nicht mehr.“ Beispiel Social-Distancing: Am Beispiel einer schwerkranken Frau, die nur noch auf Berührung reagieren könne, zeigte Aicher den „Zynismus“ auf, mit versucht werde, den Artikel 1 des Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ auszuhebeln. Es sei ebenfalls zynisch, alte Menschen einzusperren, „damit sie alleine sterben“.

Familienschutz und Bewegungsfreiheit seien ebenfalls im Grundgesetz verankerte Grundrechte. „Wie bei wichtigen medizinischen Entscheidungen sollte man immer eine zweite Meinung einholen.“ Mit diesen Worten wies er auf die seiner Meinung nach einseitige Berichterstattung in den Medien hin, denn dort sei eine solche „zweite Meinung“ nur in geringem Maße vorhanden. So hätten namhafte Wissenschaftler festgestellt, dass bereits vor dem Shut-Down der Ansteckungsquotient unter 1 gelegen habe.

Der ehemalige Innenminister Gerhart Baum hatte vor kurzem in einem Interview zu den Verordnungen gesagt: „Das was da gerade geschieht ist verfassungswidrig!“ Ähnlich geäußert habe sich die ehemalige Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: „Diese Verordnungen gehören vor Gericht!“ Julian Aicher sagte daher: „Dazu hätte ich gerne Antworten von den Politikern in Berlin, München, Stuttgart und so weiter.“ Denn wegen den Verkehrstoten würden ja auch keine Straßen gesperrt, wegen den rund 70.000 Feinstaub Toten würden ja auch nicht ausschließlich die entsprechenden Fahrzeuge verkauft.

 

 

Interessant findet Aicher auch, dass zu den Befürwortern der Regelungen Medien wie der „Spiegel“ oder Institutionen wie das Robert-Koch-Institut oder die Charité zählen. Also Meinungsbildner, die bekanntermaßen großzügige Spenden von Bill Gates, dem Microsoftbegründer und einem Befürworter einer Technologie von Mini AKW´s, erhalten hatten. Mit einem provozierenden, aber in einem geschichtlichen Kontext zu dem Gedenktag stehenden Vergleich, beendete er seine Rede: Auch Hitler sei damals legal an die Macht gekommen, habe aber dann schnell das Ermächtigungsgesetz erlassen.

 

 

Die SPD in der Opposition habe das fatalistisch ertragen: „Das geht schon Vorüber!“ Mit einem dem Gründervater der USA, Benjamin Franklin, zugeschriebenem Zitat: „Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren,“ beendete Aicher seine Rede, nicht ohne zuvor noch auf wichtige „Zweitmeinungsmacher“ hinzuweisen. Wie z.B. Prof. Dr. Stefan Homburg, Professor für Öffentliche Finanzen, der die Meinung vertritt, der Lockdown sei unnötig gewesen oder des Hamburger Rechtsmediziners Pro. Dr. Klaus Püschel, der bei Obduktionen von Corona-Opfern feststellte, dass keiner der Toten direkt an dem Virus gestorben sei.

 

Alle litten an einer Vorerkrankung. Die Kundgebungsteilnehmer dankten Aicher mit langanhaltendem Applaus, ehe dieser sich mit der Übergabe einer weißen Rose an die Ordnungshüter für den reibungslosen Verlauf der Veranstaltung bedankte.

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

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