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LEUTKIRCH - Seit Juni 2020 beweidet eine Herde Wasserbüffel das Naturschutzgebiet Moosmühle hinter der Pumpstation am Stadtweiher. Es ist ein Biotop-Projekt der Heinz-Sielmann-Stiftung in Kooperation mit der Stadt Leutkirch und der Wasserbüffelgemeinschaft Wielazhofen. Das sind fünf Landwirtsfamilien, die sich um das Wohl der Herde mit derzeit 16 Tieren kümmern.

Die fünf Familien haben in Eigenleistung einen Unterstand als Offenstall gebaut und dort fand das 1. Büffelfest am vergangenen Sonntag, 3. Juli, statt. Der Stall wurde gesegnet, zur Hockete mit Programm kamen zahlreiche Gäste, viele mit dem Rad.

Die Wasserbüffelgemeinschaft, das sind die Landwirtsfamilien Boscher, Brauchle, Rottmar, Schorer und Spieß aus Wielazhofen, hatten mit Freunden und Bürgern aus Wielazhofen alles bestens vorbereitet und sorgten mit rund 30 Helfern für das Wohl der Gäste. Beim Open-Air-Wortgottesdienst auf der Wiese beim Stall, umrahmt von den sechs Martinsbläsern, wurden das Gebäude, die Tiere und die Menschen, die sich um alles kümmern, gesegnet. „Gottes Natur lädt immer zum Entdecken und Staunen ein, viele verlernen das im Lauf des Lebens, in einer Welt von Daten und Fakten“, sagte Pastoralreferent Sigg in seiner Predigt. Der Segen mit Weihwasser sei ein Zeichen für gutes Gelingen, Frieden, Vertrauen zu Gott und für ein gutes Miteinander von Mensch und Tier.

Führungen, Büffel-Burger und Pony-Reiten
Zur Hockete fanden sich immer mehr Gäste ein, das kulinarische Angebot enthielt auch Burger mit Büffelfleisch, es gab Eis, Kaffee und selbstgemachte Kuchen. Für Schatten war gut gesorgt, Kinder konnten ein unterhaltsames Spiele-Angebot nutzen, wie Heuballen-Klettern oder Ponyreiten. Der Nachwuchs der Reitergruppe Hofs zeigte Voltier-Vorführungen, die viel Beifall bekamen. Die Büffel-Landwirte luden zu Begehungen ins Feuchtgebiet ein, um die Wasserbüffel eventuell aus der Nähe sehen zu können und erklärten den Effekt der Beweidung für mehr Artenvielfalt.

Erhaltung der Artenvielfalt
Das Wasserbüffelprojekt dient zur Förderung und Erhaltung der Artenvielfalt. Das sumpfige Gelände eignet sich hervorragend für Wasserbüffel, andererseits ist keine landwirtschaftliche Nutzung möglich. Die rund 17 Hektar große Fläche soll durch extensive Beweidung vielfältige Strukturen und neue Lebensräume für Insekten, Vögel, Amphibien und Kleintiere schaffen. Für die Umsetzung des Projekts, für Zaun- und anteilig Stallbau sowie für neue Infotafeln hat die Sielmann-Stiftung bereits rund 110.000 Euro investiert. An einem Stand informierten Vertreter der Stiftung über ihre Natur-Projekte im ganzen Land.

Der neue Büffel-Rundweg, an dem die Stadt Leutkirch neue Sitzbänke aufgestellt hat, ist in Verbindung mit dem Naturpfad am Stadtweiher eine Bereicherung des Natur- und Freizeitangebots. Es gibt regelmäßig Ranger-Führungen zum Gebiet der Wasserbüffel. Die fühlen sich zwei Jahren sehr wohl hier und es kamen bereits pro Jahr drei Jungtiere zur Welt. Über die Wintermonate sind sie im Offenstall, wo auch das Heulager ist. Es gibt drei Weiden, die Wiese am Unterstand sowie zwei im Feuchtgebiet mit schönen Wasserlöchern zum Suhlen. Das ist wichtig für die Wasserbüffel, so können sich abkühlen und ihr Fell pflegen.

Info: Parkmöglichkeiten für den Büffel-Rundweg sind am Stadtweiher und am Waldfriedhof. Flyer liegen in der Touristinfo aus.

Text und Bilder: Carmen Notz

05BüffelHerde

Exotisch: Wasserbüffel bei Wielazhofen. 

05BüffelStall

Das Fest wurde am Stall gefeiert.

05Büffel Team

Fünf Familien betreiben das Büffelprojekt. Gemeinsam haben sie auch beim Büffelfest für Bewirtung gesorgt.

05BüffelBurger

Büffelburger – eine Spezialität aus dem Württembergischen Allgäu.

05BüffelSigg

Pastoralreferent Benjamin Sigg leitete den Wortgottesdienst. Musikalisch wurde er von den sechs Martinsbläsern gestaltet.

 05Büffel Tafel groß

 

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