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Aitrach - Aktuell plant die EnBW im Mooshauser Wald der Gemeinde Aitrach zwei Windradriesen mit je 250 m Höhe und bedrängenden Abständen zu Wohnhäusern. Für die betroffenen Bürger, deren Existenz und Gesundheit stark bedroht werden würde, gibt es berechtigten Anlass, sich zu wehren. Die Bürgerinitiative „lebensraum-natur-bewahren“ e.V. (www.bi-aitrach.de) verweist in ihrer Website auf zahlreiche wissenschaftliche Publikationen, mit welchen Risiken und Bedrohungen Mensch und Natur durch die mittlerweile monströsen Windkraftanlagen konfrontiert werden können.

 

Allgemein unbeachtet bleibt der Wertverlust von Immobilien, die je nach Lage zu WKA’s im näheren Umkreis (ca. 700 m -3 km) bis zu 50 % verlieren können (Quelle Haus+Grund Württemberg). In unmittelbarer Nähe sind die Anwesen praktisch unverkäuflich. Hochgerechnet entsteht in einer Gemeinde, wie beispielsweise Aitrach, in der Summe aller Immobilien ein fiktiver Wertverlust in zweistelliger Millionenhöhe bei einem durchschnittlichen Ansatz von 5% Wertverlust bei ca. 800 Wohnimmobilien. Weitere negative Auswirkungen können für Mieteinnahmen, Finanzierungszinsen und Fremdenverkehr entstehen.

Neben den zu erwartenden Beeinträchtigungen durch Windkraft kommen für die Bürger der Gemeinde Aitrach erschwerend hinzu, dass durch Autobahn, Einflugschneise, Zugtrasse, Durchgangsverkehr, insbesondere bei Stau auf der Autobahn, bereits ganz erheblicher Lärm und Luftverschmutzung zu ertragen sind. Was will man den Bürgern noch an Belastungen zumuten? Heißt es nicht im Slogan der Gemeinde „Wohlfühlen zwischen Aitrach und Iller“? Durch Ansiedelung weiterer Industrie, insbesondere Windindustrie, verkommt die Gemeinde immer mehr zu einer Industrielandschaft. Was bleibt da von dem Versprechen des Slogans noch übrig? An dieser Stelle muss auch erwähnt werden, dass mehr als tausend LKW-Bewegungen während der Bauphase der Windräder durch den Ortskern stattfinden würden und Waldwege zu autobahnähnlichen Straßen ausgebaut werden würden.

 

Insbesondere die seitens der Politik und Betreibern verharmlosten und geleugneten gesundheitliche Risiken sind vielen Bürgern nicht bekannt. In erster Linie ist der pulsierende Schall und Infraschall der großen WKA’s zu nennen, der je nach Gegebenheit kilometerweit bis zu ca.100 dB (Quelle BGR Hannover) beträgt. Je größer die WKA’s, desto tieffrequenter die Beschallung.

Das fatale an der Sache ist, dass Infraschall zwar nicht hörbar ist, aber vom Gehirn aufgenommen wird. Zahlreiche Ärzte und Wissenschaftlicher haben festgestellt, dass viele Menschen durch die Dosis krank werden (Dosis = Intensität x Wirkungsdauer). Die Liste der Symptome ist lang. Kindern, Schwangeren und Menschen mit Vorerkrankungen wird empfohlen, einen Abstand von mindestens 10 km zu Windkraftanlagen einzuhalten. Geschädigte Menschen sind gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.

Warum unter diesen Umständen weiterhin Windkraftanlagen bis zu wenige hundert Meter zu Wohnhäusern genehmigt werden, liegt daran, dass der Gesetzgeber mit der DIN 45680 von 1997!!! weiterhin einen Freibrief erteilt. Diese DIN 46680 berücksichtigt den pulsierenden Infraschall unter 8 Hz überhaupt nicht. Durch die Messung in Terzbändern werden die Messergebnisse „geglättet“, d.h. die lauten Spitzen werden willkürlich gekappt. Die Messmethoden von 1997 sind total überholt. Das Umweltministerium leugnet den Infraschall komplett. Bei Parlamentsanfragen heißt es „hierzu liegen uns keine Erkenntnisse vor“. Seit Jahren sind diesbezüglich Verfahren und Klagen anhängig, werden aber immer wieder verschleppt. Heißt es nicht im Grundgesetz Art. 2 Abs. 2 – „Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“? Seitens der Politik wird hier aktiver Rechtsbruch betrieben. Warum lassen wir es zu, dass dieses Recht gebrochen wird? Ganz einfach, weil die Bürger in aller Regel nicht über die finanziellen Mittel verfügen, Klagen bzw. Rechtsstreite durchzuhalten. Und darauf spekulieren Betreiber und Politik bei der Festlegung von Grenzwerten (siehe Abstandsregelung in Ba-Wü!)

 

Geht es nach dem Willen der Politik, den Betreibern und Grundstücksbesitzer, sollen in den nächsten Jahren weitere ca. 150 Windräder im Landkreis Ravensburg und Biberach errichtet werden. Unser Ministerpräsident Kretschmann will nach einer Wiederwahl im März weitere ca. 2.000 Windkraftanlagen in Baden-Württembergischen Staatswäldern bauen. Der ländliche Raum, und insbesondere die Wälder würden in unserem schönen Oberschwaben zu industrieähnlichen Gebieten verkommen, sollten diese wahnsinnigen Pläne, die nur Profiteuren Vorteile bringen, weiterverfolgt werden. Kurz gesagt, Land verschandeln zu Lasten der ländlichen Bevölkerung, damit die Städte als „Saubermänner“ dastehen. Wie wertvoll jedoch unsere Heimat und unsere Flora und Fauna ist, hat doch insbesondere die derzeitige Pandemie gezeigt.

 

Noch nie haben so viele Menschen wie in den letzten Monaten in unserer Natur Erholung und freie Bewegung genossen. Warum sollen unsere Lebensqualität und unsere Lebensräume nur wegen der Profitgier Einzelner geopfert werden. In zahlreichen Veröffentlichungen wird aufgezeigt, dass in BaWü aufgrund der geringen Windhöffigkeit die Wirtschaftlichkeit der Anlagen in Bezug auf die Investitionen, die indirekt durch Gelder aus der Tasche des Bürgers subventioniert werden, sehr fraglich ist. Ohne die Subventionen, die wir alle mit den in Europa höchsten Strompreisen durch die EEG-Umlage bezahlen, wäre das Thema Windkraft hier im Lande nicht relevant. Das eigentliche Ziel, die EEG-Umlage für „Erneuerbare Energien“ einzusetzen, wird vielerorts verfehlt und missbraucht. Oder ist es gerechtfertigt, dass eine Vergütung auch für nicht produzierten Strom erfolgt? Ein Arbeitnehmer bekommt auch keinen Lohn, wenn er nicht arbeitet. Aber unsere Politik hat mit der EEG-Umlage die Basis für einen Selbstbedienungsladen für Konzerne geschaffen. Oder um es mit anderen Worten auszudrücken: „Eine Umverteilung des Geldes von unten nach oben“. Mittlerweile können annähernd ca. 300.000 Haushalte in Deutschland ihre Stromrechnungen nicht mehr bezahlen! Tendenz steigend.

Gemeinden, Grundstücksbesitzer und Investoren werden mit entsprechenden Angeboten und Verträgen geködert. Im vorliegenden Fall weist die EnBW in ihrer Prospektierung einen Stromertrag von 28,74% der Nennleistung der Anlagen aus. In BaWü gibt es nur ganz wenige Windräder, die die 15%-Marke knapp übertreffen können. Die wenigstens Windräder in BaWü bescheren den Gemeinden Gewerbesteuereinnahmen. Aber oft kommt es für Grundstückseigentümer noch schlimmer, weil diese letztendlich für Rückbaukosten und Entsorgung nach Stilllegung der Anlagen verantwortlich sind. Die Rücklagen von Betreibern, die während der Betriebsdauer einer Anlage vertraglich mehrmals wechseln können, sind in aller Regel zu gering, oder nach Ablauf der Betriebsdauer gar nicht mehr vorhanden (Insolvenzen).
Diese Dinge und noch mehr Themen beschäftigen die betroffenen Bürger und die Bürgerinitiative. Die Natur und die Tiere haben keinen Anwalt, aber hoffentlich uns Menschen, denen es wichtig ist, dass unsere wertvolle Natur- und Artenvielfalt und unsere Lebensgrundlagen nicht wegen reiner Profitgier unwiederbringlich vernichtet werden. Wir müssen uns heute bewusst machen, was wir den nächsten Generationen hinterlassen wollen.

Auch die Bürger und die Bürgerinitiative sind sich darüber im Klaren, dass etwas gegen den Klimawandel getan werden muss. Aber mit Vernunft und Verhältnismäßigkeit. Diese Grundsätze würden bei der Planung in Aitrach, insbesondere in Bezug auf die Abstände zu Wohnhäusern und der ausreichend vorhandenen Population geschützter Arten, vollkommen ignoriert werden, sollte das Projekt tatsächlich verwirklicht werden. Bayern kommt mit der 10-H-Regel hinsichtlich „körperlicher Unversehrtheit“ seinen Bürgern und dem Artenschutz mit Vernunft und Würde entgegen. In Baden-Württemberg ist die Gesundheit der Menschen und der Schutz der Natur und Arten lt. Umweltministerium anscheinend weniger oder gar nichts wert.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien darf nicht zu Lasten von Natur- und Artenschutz, und vor allem nicht zu unzumutbaren Belastungen der Menschen führen. Ziel ist doch die Reduzierung der CO2-Emissionen und hier haben Windkraft und E-Mobilität von vorne herein schlechte Karten, weil deren CO2-Rucksack so groß ist, dass kein signifikanter Effekt erzielt werden kann, aber in unserer Heimat viel an Unheil angerichtet wird. Deutschland darf sich nicht zu Lasten der übrigen Welt „sauber“ waschen. Dies ist ein klarer Verstoß gegen die Würde des Menschen in den betroffenen Gebieten.

„Alternative Energieerzeugung ist sinnlos, wenn sie das zerstört, was man durch sie schützen will“ – Zitat Reinhold Messner

 

Text und Bilder Bürgerinitiative „lebensraum-natur-bewahren“ e.V.

 

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