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Leutkirch/Urlau - TV-Premiere des Dokudramas „Unbekannte Helden – Widerstand im Südwesten“ mit Ulrike Folkerts, Walter Sittler, Karl Kranzkowski und Sebastian Blomberg am Sonntag, 3. Mai 2020 um 20:15 Uhr im SWR Fernsehen. 

Major Günther Zöller hatte in den letzten Kriegstagen die Sprengung der „Muna Urlau“ (Heeresmunitionsanstalt Urlau) sabotiert und damit eine Giftgastkatastrophe verhindert. Jetzt wird die unglaubliche Geschichte des Heeresmunitionsdepots auch im Doku-Drama „Unbekannte Helden – Widerstand im Südwesten“ des SWR, zu sehen am Sonntag, 3. Mai 2020 um 20:15 im SWR Fernsehen, einer breiten Öffentlichkeit erzählt.

Für die Bevölkerung der kleinen Ortschaft Urlau bei Leutkirch sind es dramatische Tage im April 1945, kurz vor Kriegsende vor 75 Jahren. Der neue Lagerkommandant Zöller soll das nahegelegene Munitionsdepot, in dem je 20.000 Tonnen Munition und Giftgasgranaten lagern, in die Luft sprengen – nichts soll dem Feind hinterlassen werden. NS-Reichsstatthalter Wilhelm Murr sitzt Zöller im Nacken und droht ihm mit dem Tod. Gemeinsam mit dem Ortspfarrer August Willburger erarbeitet Zöller einen Plan, der vorsieht, der Bevölkerung fingierte Sprengtermine mitzuteilen. Die Bürger bringen sich mit Gasmasken auf nahen Hügeln oder mit nassen Feuchttüchern vor dem Mund vermeintlich in Sicherheit. All dies hätte nicht geholfen.

 

Eine Katastrophe für das württembergische Allgäu

Wäre die Muna tatsächlich gesprengt worden, hätte das württembergische Allgäu eine Katastrophe vergleichbar mit der Heftigkeit der Atomexplosion in Hiroshima erlebt. Das geheime Giftgasdepot der Nazis konnte schließlich kampflos an die französischen Truppen übergeben werden. Es ist einer rührigen Initiative von Heimatforschern zu verdanken, dass die dramatischen Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten sind. Durch akribische Recherchen und Interviews brachte der Arbeitskreis „Muna Urlau“ die wahre Geschichte des Heeresmunitionsdepots ans Licht und sorgte dafür, dass Günther Zöller 1995 von der Stadt Leutkirch offiziell für seine Zivilcourage geehrt wurde.

 

Dreharbeiten in und um Urlau, im Allgäu, in Beuren und bei Kirchheim/Teck

Gedreht wurde für den Film in und um Urlau im württembergischen Allgäu, im Museumsdorf Beuren und in einer Bunkeranlage bei Kirchheim/Teck. Zu Wort kommen Augenzeugen, namhafte Historiker sowie Bettina Kahl und Gebhard Blank vom Arbeitskreis Muna Urlau, der für seine Recherchen den Landespreis für Heimatforschung gewonnen hat.

Die Rolle von Major Günther Zöller spielt in dem Dokudrama der bekannte Schauspieler Helgi Schmid, als Pfarrer August Willburger ist Jo Jung zu sehen, Marek Egert spielt den Toxikologen Jung und Andreas Engelmann verkörpert den NS-Reichsstatthalter Wilhelm Murr. Rund 200 Mitwirkende sind in der aufwändigen Produktion zu sehen, davon auch viele Statisten aus Leutkirch und Umgebung.

„Unbekannte Helden – Widerstand im Südwesten" ist eine Koproduktion des Südwestrundfunks (SWR) mit AV Medien in Stuttgart und wird unterstützt von der MFG Baden-Württemberg.

 

Sendung:

75 Jahre Kriegsende
Unbekannte Helden – Widerstand im Südwesten

Am Sonntag, 3. Mai 2020 um 20:15 Uhr im SWR Fernsehen und ab 29. April 2020 um 19:00 Uhr in der ARD Mediathek

 

Pressemitteilung der Stadt Leutkirch

Bild: „SWR/Stegmann“

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