Ravensburg (dbsz) - Am Muttertag (8. Mai) seilten sich um 17.00 Uhr eine Anwohnerin aus Weingarten – sie ist Oma zweier Enkel – zusammen mit dem aus dem Altdorfer Wald bekannten Kletteraktivisten Samuel Bosch (19) von einer Fußgängerbrücke bei Ravensburg über der B30 ab. Sie spannten ein Banner zwischen auf; es trug die Worte: „Mutter-Erde-Tag – Sonntag Autofrei". Die laut Mitteilung der Aktivisten beim Ravensburger Ordnungsamt angemeldete Aktion war Teil eines bundesweiten Aktionstags für autofreie Sonntage.

„Ein autofreier Sonntag würde ein deutliches Loch in Putins Kriegskasse reißen", erklärte Samuel Bosch die Aktion. „Putins Rüstungsindustrie wird massiv von Deutschlands Rohölimporten finanziert. Weniger Emissionen und Unfälle eingerechnet, könnten wir mit einem autofreien Sonntag also in vielfacher Hinsicht Leben retten", fügte Charlie Kiehne (20), ebenfalls Aktivist*in aus dem Altdorfer Wald, hinzu. Dieser Zusammenhang unterstreiche die Verknüpfung von Klimagerechtigkeit, Mobilitäts- und Energiewende und Frieden.

„Frauen sind von der Erdaufheizung aufgrund von 1½ mal so großer Sterblichkeit bei Hitzewellen viel stärker betroffen“, erläutert Kiehne die Entscheidung, die Aktion auf den Muttertag zu legen. Dabei seien Frauen viel seltener in relevanten Entscheidungspositionen. „Von den 790 europäischen Ministerialbeamt*innen mit Einfluss auf Klimapolitik sind nur 202 mit Frauen besetzt. Ursachen und Folgen der Klimakrise sind ungleich verteilt!".

 

09B30Unten

Spektakuläre Abseilaktion an der B30 bei Ravensburg am 8. Mai: Klimaaktivisten bringen Banner an der Fußgängerbrücke an. Foto: David Pichler

­