Ravensburg - Im dritten Finalspiel bei den Löwen Frankfurt mussten die Ravensburg Towerstars eine besonders herbe Niederlage schlucken.

In einem hautengen Spiel fiel die Entscheidung in der sechsten Minute der Verlängerung, als es zuvor eine nicht unumstrittene Strafzeit wegen Spielverzögerung gegen die Oberschwaben setzte. Dennoch muss mit dieser Leistung auch am morgigen Freitag (22. April) in Spiel 4 der Serie Best of Seven noch nicht zu Ende sein. Nach drei Niederlagen gegen Frankfurter müssen die Towerstars nun einen Sieg landen.

Die Towerstars mussten auch im dritten Duell gegen Frankfurt auf Defensivroutinier Julian Eichinger verzichten, somit stand dasselbe Team wie am Montag in Ravensburg auf dem Eis. Die Zuschauer in der erneut ausverkauften Eissporthalle in Frankfurt sahen eine flotte Startphase, in der die Towerstars selbstbewusst nach vorne spielten. Zwar blieben hochkarätige Chancen aus, überzeugenLiekonnten die Oberschwaben allerdings durch gute Defensivarbeit in der neutralen Zone. So drangen die Gastgeber nur selten bis vor das Ravensburger Tor vor und die auf ihn abgegebenen Schüsse stellten Jonas Langmann nicht vor Probleme.

Die erste gute Chance auf die Führung schrieben sich die Towerstars nach rund 10 Minuten in die Statistik. Nachdem sich die vierte Sturmreihe im Angriffsdrittel festgesetzt hatten, schob Vincent Hessler aus halblinker Position nur ganz knapp am Tor vorbei. Danach kamen auch die Gastgeber verstärkt zu Tormöglichkeiten. Vor allem in der 16. Minute musste Jonas Langmann einen starken Save bei einem 2 gegen 1 Break der Löwen auspacken. Nicht weniger gefährlich war der Schuss von Tomas Sykora in der 19. Minute, auch hier parierte Jonas Langmann mit der Fanghand.

Nach einem äußerst solide vorgetragenen Startabschnitt brachten sich die Oberschwaben aber dann selbst in Bedrängnis. 23,6 Sekunden vor der ersten Pause kam es zu einem unglücklichen Wechselfehler, der prompt mit einer Strafzeit geahndet wurde. Die Oberschwaben überstanden die Unterzahl dank einiger geblockten Schüsse und vor dem Tor zugestellten Passwegen allerdings schadlos. Das sorgte für weiteres Selbstvertrauen, denn hatte Frankfurt in den ersten 20 Minuten spielerisch die Nase vorne, drehten die Towerstars im zweiten Spielabschnitt die Verhältnisse. Immer wieder kombinierte sich das Team von Coach Peter Russell in das gegnerische Drittel, es fehlten allerdings die wirklich zwingenden Einschussmöglichkeiten.

Die bis dahin attraktivste Phase der Partie entwickelte sich ab der 30. Minute. Hier gab es ein hoch spannendes und temporeiches Hin und Her, beide Keeper waren allerdings Herr der Lage. Durchaus nachtrauern durften die Oberschwaben einer nicht genutzten Überzahl in der 33. Minute nach einem Foul an David Zucker. Das Powerplay bauten die Towerstars da zu verkrampft und durchsichtig auf. Dennoch ging der ebenfalls torlose Mittelabschnitt auch aufgrund des Schussverhältnisses von 12:10 spielerisch an die Ravensburger Cracks.

In der Startphase des dritten Spielabschnitts drückte Frankfurt, angepeitscht von den Löwen-Fans, mächtig auf das gegnerische Tor. Die Ravensburger Defensive hielt der gegnerischen Offensive allerdings stand, es spielten sich aber teils dramatische Szenen vor dem Gehäuse von Jonas Langmann ab. Auch in der 45. Minute wurde es richtig eng, als Enrico Henriquez wegen unerlaubten Körperangriffs für zwei Minuten auf die Strafbank musste. Kaum wieder komplett spielten die Towerstars wieder selbst mit und in der 50. Minute hatte Josh MacDonald die Führung vor Augen. Er schob am langen Pfosten lauernd einen Puck nur ganz knapp am Tor vorbei.

Zwar fuhren auch die Gastgeber einige brandgefährliche Konter, die letzten vier Minuten gehörten aber klar den Oberschwaben. Um sein Team noch besser abzustimmen, nahm Peter Russell 81 Sekunden vor Ende eine Auszeit. Prompt kamen bis zur Schlusssekunde einige gefährliche Scheiben auf das gegnerische Tor, ein Treffer war den Towerstars in der regulären Spielzeit jedoch nicht vergönnt. Es ging zum ersten Mal in dieser Finalserie in eine Verlängerung.

In den ersten Wechseln ließen beide Teams mit sprichwörtlich offenen Visieren die Scheibe auf das gegnerische Tor rollen. Die unbestritten größte Chance der Overtime hatte Robbie Czarnik in der 63. Minute. Er bekam die Scheibe frei im Slot von Fabian Dietz aufgelegt, doch Löwen-Keeper Jake Hildebrand parierte den durchaus platzierten Schuss mit der Fanghand. Nach 4 Minuten und 49 Sekunden kam es dann auf der Gegenseite zur Schlüsselszene.

Nach einem Klärungsversuch an der Bande segelte der Puck hinter der Frankfurter Bank über das Glas, trotz harscher Proteste der Ravensburger Bank setzte es für Pawel Dronia zwei Strafminuten wegen Spielverzögerung. 71 Sekunden wehrten sich die Ravensburger Unterzahlformation vehement gegen das gegnerische Powerplay, doch dann wurde ein Schuss von Maximilian Faber vor dem Tor unhaltbar von einem eigenen Schlittschuh flach ins rechte Eck abgefälscht – der Siegtreffer für die Gastgeber.

“Wir haben heute eine brillante Leistung gezeigt und es eigentlich nicht verdient, auf diese Weise zu verlieren“, sagte Towerstars Coach Peter Russell nach dem Spiel. Gleichzeitig versprach er für Freitag einen großen Kampf seines Teams, um die Entscheidung weiter vertagen zu können.

Zwar liegen die Towerstars jetzt mit 0:3 zurück, mit dieser aufopferungsvollen Leistung sind die Towerstars aber weiterhin in der Lage, sich im Rennen um den Titel zu halten. Am Freitagabend (22. April) winkt die Gelegenheit, auf eigenem Eis die Frankfurter Serienführung auf 1:3 zu verkürzen. Spielbeginn in der bereits restlos ausverkauften Eissporthalle ist um 20.00 Uhr.

 

Bericht und Bild Frank Enderle

 

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