Ulm - In der Nacht vom 07.01.2022 auf den 08.01.2022 hängten Klimaaktivist*innen in Ulm über die Hirschstraße auf Höhe des Müllers (Koordinaten 48.3983038, 9.9881176) ein Banner mit der Aufschrift "Soll das Dorf Lützerath einer Kohlegrube werden?!".

Mit der Aktion wollen sie ihre Solidarität mit dem Dorf Lützerath im Rheinland zeigen und im Rahmen des deutschlandweiten Aktionstags mehr Aufmerksamkeit auf vorhandene Missstände in der Klimapolitik lenken.

"Es kann nicht sein, dass heutzutage immer noch Menschen meist gegen ihren Willen umgesiedelt und teils sogar enteignet werden um einen Rohstoff abzubauen, welcher die Klimakrise maßgeblich befeuert. Es ist unglaublich, dass die kapitalistischen Interessen des Kohlekonzerns RWE scheinbar höhere Priorität haben als die Einhaltung der 1,5 Grad-Grenze." so die Klimaaktivist*in Charlie Kiehne (19).

Lützerath ist eines von mehreren Dörfern, welches trotz des anstehenden Kohlesausstiegs abgerissen werden soll um die darunterliegende Braunkohle abzugraben. Seit Jahren wehren sich die Bewohnerinnen des Dorfes gegen ihre Umsiedlung und das Abbaggern des Ortes.

Auch Klimaaktivistinnen sprechen sich klar gegen den Abriss von Lützerath und besonders den Abbau der darunter liegenden Braunkohle aus, denn sollte diese Kohle zur Stromerzeugung verbrannt werden, wie es vorgesehen ist, wird Deutschland die Reduktionsziele für das 1,5 Grad-Limit realistisch nicht erreichen können.

"Wenn RWE Lützerath abgebaggert verfehlen wir das 1,5 Grad-Limit. Das bedeutet nicht nur, das Nichteinhalten des Pariser Klimaabkommens sondern viel konkreter das aktive Befeuern der Klimakatastrophe. Das können wir uns angesichts der Folgen, welche wir allein dieses Jahr zu spüren bekommen haben, nicht leisten!" führt Kiehne weiter aus.

Um den Abriss zu verhindern sind seit Jahren auch Klimaaktivistinnen vor Ort um die verbliebenen Bewohnerinnen bei der Verteidigung ihres Dorfes parallel zu den laufenden juristischen Bemühungen zu unterstützen. Sie haben teils beeintruckende Bauten errichtet um "RWE eine Räumung so schwer wie möglich zu machen".

 

Mehr Informationen zu Lützerath und dem Widerstand vor Ort:
http://luetzerathlebt.info/

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