Region - Weingarten - In den frühen Morgenstunden des 22.07.2022 hängten Aktivist*innen ein Banner an die Lidl-Filiale im Weingarten. Auf dem Banner steht "Wir schmeißen so viel gutes Essen weg, dass sich Containern lohnt" sowie eine Wegbeschreibung zum Containern. Damit wollen sie auf die Lebensmittelverschwendung und die Möglichkeit des Essenrettens durch Containern aufmerksam machen.

"Es kann nicht sein, dass Großkonzerne wie Lidl jährlich Millionen Tonnen gut genießbarer Lebensmittel wegschmeißen, während Hungersnöte wüten und Menschen vor den Tafeln Schlange stehen. Niemand würde auf die Idee kommen ein Drittel seines Wocheneinkaufes direkt in die Tonne zu schmeißen, in der Realität der Konzerne passiert aber genau das." erklärt Essensretter Samuel Bosch (19).

"Solange es sich lohnt zu containern, schmeißen Lebensmittelkonzerne zu viel Essen weg!" ergänzt Charlie Kiehne (20). Die Aktivist*innen wollen auch Menschen zum Containern anstiften, um die Lebensmittelverschwendung "jetzt schon von Hand" zu reduzieren.

In den vergangenen Wochen hat es einen Prozess gegen Essensretterinnen vor dem Amtsgericht Ravensburg gegeben und im Zuge dessen auch einige Aktionen. Das Retten von Lebensmitteln aus Müllcontainern ist nach aktueller Rechtslage Diebstahl und wird dementsprechend vor Gericht bestraft. Seit langem fordern Menschen die Einführung eines Essen-Retten-Gesetzes nach dem Vorbild Frankreichs. Der Prozess gegen die Essensretterinnen wird am 28.07.2022 vor dem Amtsgericht Ravensburg weitergeführt. Bis dahin haben sie weitere Aktionen angekündigt.

"Solange Großkonzerne wie Lidl nicht von sich aus Lebensmittel spenden und an Bedürftige weitergeben, machen wir weiterhin Aktionen, um auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Lidl ist hier nur ein Konzern von vielen, die genauso handeln." führt Kiehne weiter aus.

 

Bericht: Gerhard Maucher

 

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