Kisslegg - Am 02.05.22 fand wieder der vom WWF ausgerufene Tag der Lebensmittelverschwendung in Europa statt. Der 02.Mai steht symbolisch für das erste Drittel des Jahres, das vergangen ist. Alles, was in diesen 4 Monaten an Lebensmittel produziert wurde, wird weggeworfen und landet im Müll.

 

 

4 Milliarden Tonnen Lebensmittel werden weltweit jedes Jahr produziert. Davon werden über 1,3 Milliarden Tonnen verschwendet. Davon wären zumindest in Europa noch 40% völlig genießbar gewesen. 60% der Verschwendung wären durch Hersteller, Betriebe und Privatleute vermeidbar.

Wir vom ehrenamtlichen Verein Foodsharing waren dazu eingeladen, mitzumachen und diesen Tag sichtbar zu machen. Dank der Unterstützung der Gemeinde Kisslegg und einiger Bürger war dies auch in einem sehenswerten Umfang möglich. An sieben verschiedenen Stellen wurden kleine Kisten mit gerettetem Obst, Gemüse und kurzen Informationen auf Sprechblasen aufgestellt und zum Mitnehmen angeboten.

Mit dieser sogenannten Gemüsedemonstration wollten wir auf die unglaubliche Verschwendung kostbarer Lebensmittel hinweisen und auf die dadurch vergeudeten Ressourcen unserer Erde aufmerksam machen. Wertvolle Anbau- und Lagerfläche, Wasser, Energie (Kühlung, künstliches Licht, Transport), Arbeitszeit, Rohstoffe (Verpackung) u.a. werden verbraucht und belasten unsere Erde.

Laut Umweltbundesamt entstehen durch Lebensmittelverschwendung weltweit jährlich zusätzlich 38 Millionen Tonnen Treibhausgase. 43 Millionen Quadratkilometer landwirtschaftliche Fläche wird vergeudet und 216 Millionen Kubikmeter Wasser verbraucht. Diese Zahlen zeigen nur das Drittel an, das verschwendet wird. Um unseren tatsächlichen jährlichen Verbrauch anzugeben, müssten diese mal drei genommen werden.

Es sind aber nicht nur die Hersteller und die Lebensmittelbetriebe, die zu diesen Zahlen beitragen. Immer noch machen 52 % aller Privathaushalte den Großteil des vermeidbaren Lebensmittelabfalles aus. In Deutschland werden jährlich ca. 82kg pro Kopf genießbare Lebensmittel (!) weggeworfen. Das sind allein in Deutschland rund 22 Milliarden Euro und 6 Millionen Tonnen die allein durch uns Verbraucher in der Tonne landen.

Wir wollen mit diesen Zahlen nicht nur aufrütteln, sondern auch Mut machen. Klein anfangen ist täglich möglich. Beim Einkauf, beim Lagern und Verarbeiten der Lebensmittel zu Hause und beim Teilen der Nahrungsmittel, die nicht mehr gebraucht werden (oder was im Überfluss im Garten wächst) mit dem Nachbarn, Freunden oder dem Fairteiler.

Wir bedanken uns bei der Gemeinde Kisslegg, v.a. bei Dieter Krattenmacher, Eva Sauter, Silke Puszti, Frau Walter vom kath. Pfarramt, bei Elli Prinz von Cut&Style, der Familie Einhauser, Reinhold Stitzenberger vom Freundeskreis Asyl, Graf Ferdinand von Waldburg-Wolfegg und Simone Schmid. Nur mit euch war diese Aktion möglich; Dankeschön für dafür!

 

Text: Beate Högerle

 

 

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