Kisslegg - Einen musikalischen Querschnitt durch die Barockzeit, durften die Zuhörer am Samstagabend in der Kirche „St. Gallus und Ulrich“ in Kisslegg genießen. „Trompete und Orgel – festlich virtuos“ war der Titel und klang vielversprechend. Die beiden Trompeter Tobias Zinser und Hermann Ulmschneider wurden durch Gregor Simon an der Orgel ergänzt.

 

Antonio Vivaldis „Konzert in C-Dur“ war der Einstieg in einen herausragenden Abend. Das Konzert ist in drei Sätzen angelegt und bereits beim ersten Ton war die harmonische Abstimmung zwischen den beiden Trompetern und dem Organisten spürbar. Dieses Stück des italienischen Komponisten trug die venezianische Handschrift des Barocks. Diese befindet sich weitab der strengen Vorgaben, die damals noch allgemein üblich waren. Die drei Künstler stellten diese Leichtigkeit in ihrem Spiel dar.

 

Ein weiterer, absoluter Höhepunkt waren die Eigenkompositionen des Organisten Gregor Simon. „All’italiana“ in d-Moll war das erste Orgelsolo des Abends. Faszinierende Klangvarianten dominierten das kraftvolle Stück. Im Mittelteil entlockte er der Orgel Töne von Hölzern und beendete das Spiel abrupt und unvermittelt.

 

In seiner zweiten Solopassage ließ er die Kirche mit dem „Bolero Nr. 1, The passionate“ förmlich beben. Ein absoluter Höhepunkt des Abends, der in einem atemberaubenden Fortissimo endete.

 

Bereits beim Erwerb der Eintrittskarten durfte das Publikum ein Lied aus dem Gotteslob wählen, das Gregor Simon in einer Orgelimprovisation darstellte. Passend zum Thema Barock wählte er „Der Mond ist aufgegangen“ aus, das 1779 von dem Dichter Matthias Claudius erschaffen wurde. Mit beinahe sphärischen Klängen, nahm Simon das Publikum gefangen. In der Kirche herrschte absolute Stille, nur die Orgelklänge und der sanfte Widerhall von den Kirchenwänden war zu hören. Es schien fast so, als würden die Gäste den Atem anhalten um keinen einzigen Ton zu versäumen.

 

Das Konzert endete mit barocker Tanzmusik von Händel. Die „Wassermusik“, ein Werk, das ursprünglich für eine Lustfahrt für Englands König Georg I. in London komponiert wurde, beeindruckte mit acht Sätzen. Besonders bemerkenswert hierbei ist die Tatsache, dass in dem ursprünglichen Freiluftstück kaum Kontraste zwischen laut und leise angelegt sind; vielmehr erhält das Werk, durch die verschiedensten Klangfarben, Tiefgang und Spannung. Das Spiel der königlichen Trompeten, im Zusammenspiel der kraftvoll begleitenden Orgelklänge, endete mit „A la Hornpipe“ in einem heiteren Tanzstück.

 

Bericht und Foto: Christine Hofer-Runst

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