Kisslegg - Dass eine Zimmerdecke alle paar Jahre neu gestrichen werden muss ist allgemein bekannt. Was aber, wenn eine solche Decke dreihundert Jahre alt und bemalt ist, einen ganzen Saal überspannt, wegen den Stuckverzierungen viele Tonnen wiegt und sich Risse bilden? Dann müssen Profis ran.

 

Im Neuen Schloß Kißlegg haben nun die Arbeiten für die Sanierung der Decken begonnen. Nacheinander wird in jedem Raum ein Gerüst aufgestellt, die Decken mit ihren Stuckverzierungen und Bildern auf Schäden oder gar abgelöste Teile untersucht, wieder angeklebt und –wo erforderlich- neu bemalt.

Die von Fachleuten durchgeführten Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende des Jahres und ziehen sich über alle drei Geschosse durch das Schloss durch. Insgesamt wendet die Gemeinde Kißlegg dafür rd. 160.000 € auf, wovon das Land Baden Württemberg etwas mehr als ¼ bezuschusst.

Was passiert, wenn diese Sicherungs- und Erneuerungsmaßnahmen nicht durchgeführt werden, hat die Gemeinde in den letzten Jahrzehnten schon zweimal erlebt. So ist in den 1980er Jahren im Sitzungssaal des Gemeinderats, dem Esthersaal, das Deckengemälde teilweise abgestürzt und konnte aus den Bruchstücken nur noch aufwendig rekonstruiert werden. Und auch der andere große Saal im Schloss, der für Konzerte und Ausstellungen genutzte Bankettsaal, musste vor vier Jahren für einige Monate gesperrt werden, weil sich Risse bildeten und Teile der Decke herabzufallen drohten. Dies nahm die Gemeinde zum Anlass alle Decken im Haus zu untersuchen und erste Sicherungsarbeiten durchzuführen.

„Unser Schloss ist wie ein Lebewesen und bedarf einer beständigen Pflege“ meint Bürgermeister Dieter Krattenmacher und hofft auf wenige Überraschungen bei den Sanierungsarbeiten. Die Kunstausstellung im zweiten Obergeschoss ist bis Oktober 2022 zugänglich, bei allen anderen Räumen bittet er Schlossbesucher um Verständnis für eventuelle Einschränkungen durch Gerüste.

 

Dieter Krattenmacher

Bürgermeister

 

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