Region - (Leserbrief) Brief an Landräte und Bürgermeister - Sehr geehrte Damen und Herren Landräte und Bürgermeister der Region Allgäu/Oberschwaben,

 

von Oben betrachtet zeichnet sich unsere hügelige Allgäuer Landschaft durch viele kleine Siedlungen mit einzelnen städtischen Ansammlungen aus, mit hohem landschaftlichem und touristischem Wert. Diese Landschaft steht nun nach den Vorgaben der Energiewende vor einer flächendeckenden Industrialisierung mit Windkraftanlagen.

Heutige Windkraftanlagen sind keine rotierenden Sonnenblumen, es sind industrielle Großanlagen mit 250 m Höhe. Sie stehen ohne Gebäudehülle in freier Natur, ihre Rotorblätter haben die zweifache Größe des Flügels eines Jumbo-Jets und bewegen sich am Blattende mit der Landegeschwindigkeit eines Jumbo-Jets. Wie in der Computersimulation ersichtlich, zerhacken diese gewaltigen Rotoren den Windstrom im Takt von etwa einer Sekunde in Luftdruckscheiben, die so stark sind, dass einer Fledermaus die Lunge zerstört wird, nähert sie sich diesem Luftdruckfeld. Da stellt sich die Frage nach der Höhe dieser Luftdruckpulse und deren mögliche Auswirkungen auf den Menschen und schließlich: Wie nah darf eine derartige Industrieanlage zur nächsten Wohnbebauung gestellt werden, damit die Bewohner keinen gesundheitlichen Schaden erleiden?

Ein Bundestagsabgeordneter der CDU wollte dazu Klarheit bekommen und stellte gezielt an das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi/Minister Habeck) die Frage nach der Höhe der von Windrädern emittierten Luftdruckpulse, um daraus die mögliche Wirkung auf den Menschen einschätzen zu können. In seiner Antwort wich das BMWi der konkreten Frage aus, indem es auf publizierte Emissionen von Windkraftanlagen im hörbaren und nicht hörbaren Schall verwies.

Bitte bilden Sie sich dazu Ihre eigene Meinung anhand der beigefügten Analyse zum Antwortschreiben des BMWi und zum Wesen dieser Luftdruckpulse, welche völlig anderen physikalischen Gesetzen gehorchen, als dies vom Schall und Infraschall bekannt ist. Zu dieser Analyse wiederum hat das BMWi mit Schreiben vom 03.02.2022 geantwortet, ohne auf die fachlichen Punkte einzugehen:

„Aus Sicht des BMWi gibt es derzeit keinerlei abschließende Hinweise, dass ein gewisser Abstand für den Schutz der Bürger vor Windrädern zwingend erforderlich wäre“. Nachdenklich muss es machen, dass die im Verteiler aufgeforderten führenden Fachleute der Behörden, Gutachter und Institute zur zugesandten Analyse bisher keine Stellungnahme abgegeben haben, als hätten sich alle abgestimmt, auf die konkret gestellte Frage nach den Höhen der von Windrädern abgestrahlten Luftdruckpulse besser zu schweigen.

Die bayerischen Behörden sind offenbar mit der Problematik der Gesundheitsgefährdung im Nahfeld dieser Anlagen besser vertraut, indem Sie einen vorsorglichen Abstand zur Wohnbebauung von 2500 m für Anlagen heutiger Größe den betroffenen Gemeinden freistellen. Man darf gespannt sein, ob Ministerpräsident Söder dem Druck von Bundesminister Habeck nachgibt, diese Abstandsempfehlung aufzugeben. Auch die Planer von Windparks wissen sehr wohl um diese kräftigen Luftdruckpulse und schützen ihre Räder untereinander mit einem Mindestabstand von 750 m, damit beim nachfolgenden Windrad die Rotorblätter keine Ermüdungsbrüche durch die Luftdruckpulse erleiden.

In Baden-Württemberg konnte sich dagegen die CDU in den Koalitionsverhandlungen nicht mit der Forderung von 1000 m Abstand (wie auch von Altmeier gefordert) gegen den Grünen Koalitionspartner durchsetzen. Bei der anstehenden Industrialisierung unserer Region mit Windrädern ist damit jeder Abstand zur Wohnbebauung erlaubt, ohne Rücksicht auf die Gesundheit der dort lebenden Menschen, das muss jeder Bürger wissen!

 

Sehr geehrte Landräte/innen und Bürgermeister/innen,
in Ihrem Einflussbereich stehen jetzt Sie in der Verantwortung, den Gesundheitsschutz der Ihnen anvertrauten Bürger zu gewährleisten, indem Sie eine fachlich begründete Abstandsregelung für die geplanten Windkraftanlagen hin zur Wohnbebauung sowohl bei den Projektierern als auch der zuständigen Genehmigungsbehörde im Landratsamt einfordern.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Dr. Wolfgang Hübner

 

BWM Antwort Abgeordneter mit Mailanschreiben

 

Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

­