Ravensburg – Nach Meinungsverschiedenheiten in der Organisation der Filmfestspiele Biberach verließen die ehemalige Intendantin Helga Reichert und Ehemann Adrian Kutter Biberach und wechselten mit ihrem Konzept ins Frauentorkino nach Ravensburg. In drei Kinosälen an vier Tagen mit 35 Filmen bei 40 Vorstellungen und 50 Filmschaffenden ging alles vom 21. bis 24. Oktober glänzend über die Bühne. Zum Schluss wurden in sechs verschiedenen Kategorien die Sieger ausgezeichnet.

Zur Preisverleihung hat sich Helga Reichert besonders chic gemacht und trat im goldenen Kleid, passend zum gelben Vorhang der Leinwand auf die Bühne, und wie Jürgen Bretzinger, Tatort- Regisseur erinnerte auch passend zur Filmstadt Ravensburg, die selbst einen Oscar- Preisträger wie Willi Burth ihr eigen nennen kann. Die Trophäen in Ravensburg waren allerdings andere, Mehlsäcke, was auch sonst, in Holz. Die Preise sind einheitlich mit 1000 Euro dotiert und haben verschiedene Sponsoren.

Den ersten Preis gab es verliehen von „Soroptimist“ Filmpreis Frauen für „Eine riskante Entscheidung“. Ausgezeichnet wurde der Film, weil er für Frauenrechte und Gleichberechtigung stehe, so die Jury.

Der beste Kinder- und Jugendfilm wurde natürlich von Kindern ausgewählt. 3 Mädels, ein Junge und unterstützt von Tim Abele hatten gewählt und ihre Wahl fiel auf „Glassboy“. Der 7-jährige Pino mit einer Bluterkrankheit gehandicapt wird Teil einer Kinderbande, Regie und Drehbuch Samuele Rossi, eine italienische- österreichische und Schweizer Co-Produktion.

Der Kurzfilmpreis ging an „Ala Kachuu -Take and run“ und handelt von einer kirgisischen Frau, die zwangsverheiratet wird und verzweifelt nach einem Ausweg sucht. Die Hauptdarstellerin sei eine Entdeckung, so die Jury, und gestiftet wurde der Preis von Ravensburger Spiele.

Bester Dokumentarfilm wird „My Way“, ein Film mit einem höchst aktuellen Bezug. Es ist eine Flüchtlingsgeschichte aus Afghanistan und zeigt die gefährliche Reise über Iran, durch die Türkei und über das Mittelmeer. Buch und Regie Jakob Gatzka, der den Preis entgegennimmt. Die Jury, unter anderem besetzt mit Douglas Wolfsperger aus Berlin , selbst Regisseur von Dokumentarfilmen, zurzeit viel in Oberschwaben unterwegs, weil er hier an einem eigenen Projekt arbeitet. Der Film habe es nicht leicht gehabt, so Gatzka, denn er brauchte ein“wahnsinnig lange Entwicklungszeit“. Sponsor dieser Kategorie ist Teledata Friedrichshafen und der Film sei auch ein Appell an die Menschlichkeit und immer noch ist ein Kameramann in Afghanistan versteckt und in großer Gefahr.

Der beste Fernsehfilm, gestiftet von der VR-Bank, in der Jury Jürgen Bretzinger, ging an eine Komödie „Sterben ist auch keine Lösung“. Walter Sittler in der Hauptrolle nahm den Preis in Empfang und sprach von einer „geilen Zeit“ bei den Ravensburger Filmfesttagen.

Beim Hauptpreis Bester Spielfilm gibt es einen zweiten Rang als lobende Erwähnung. Die ging an den Film „Nachbarn“ aus der Perspektive des kleinen Sero erzählt, in einem syrischen Grenzort in den frühen 80er Jahren.

Mit Platz eins bester Spielfilm wurde „Die Saat“ prämiert und stellvertretend für Hans W. Geißendörfer, der in London weilte, verlieh Adrian Kutter den Hauptpreis, da er doch zusammen mit Geißendörfer schon 1979 die Biberacher Filmfestspiele ins Leben rief. Geißendörfer ist vor allem bekannt durch die „Lindenstraße“ und er möchte in Zukunft mit dabei sein, wenn es in Ravensburg die nächsten Filmtage gibt. Die Saat mit Regie Mia Maariel Meyer und in der Hauptrolle Hanno Kofler sei ein Film, dem es gelungen sei, zu zeigen, was Film im besten Sinne ausmacht: Buch , Filmgestaltung, Schauspieler alles zusammen überzeugend.

Den Abend beschließt der Spielfilm Il Demolitore di Camper – Camper Blues, ein Weihnachtsfilm, weil er den schönsten Weihnachtsbaum zeigt und auch den Festivaltermin kann man sich merken, denn danach beginnt die vorbereitende Weihnachtszeit in jedem Jahr.

Text und Bilder: Gerhard Maucher

 

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