Landkreise Ravensburg (ots) - Die Ferien neigen sich dem Ende zu und der Schulbeginn steht vor der Tür. Nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer müssen sich daher auf ein höheres Verkehrsaufkommen und die damit verbundenen Gefahren einstellen.

Damit alle sicher an ihr Ziel kommen, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto unterwegs sind, ruft Polizeipräsident Uwe Stürmer zu erhöhter Vorsicht und besonderer Rücksichtnahme im Straßenverkehr auf. Insbesondere im Bereich von Schulen, Schulwegen und Bushaltestellen sollen sich Verkehrsteilnehmer besonders umsichtig verhalten. Dieser Appell richtet sich gerade auch an die Eltern: sogenannte "Elterntaxis", sprich Eltern, die ihre Kinder mit dem Pkw zur Schule bringen und von dort abholen, sind der Polizei in jüngster Zeit als eines der größten Verkehrssicherheitsprobleme rund um den Schulweg aufgefallen.

Die Zahl der Schulwegunfälle im Polizeipräsidium Ravensburg hat im Jahr 2020 mit 17 zwar einen neuen Tiefstwert erreicht. Zu berücksichtigen ist dabei aber die zeitweilige corona-bedingte Aussetzung des Präsenzunterrichts; dennoch liegt diese Zahl weit unter dem Durchschnitt der letzten Jahre. 2020 wurden auf dem Schulweg zwei Personen schwer und 14 leicht verletzt. Hierbei waren sieben Schüler zu Fuß, neun als Radfahrer und einer als Lenker eines Kleinkraftrads unterwegs.

Obwohl die niedrigen Zahlen zeigen, dass sich Vorsicht und polizeiliche Präsenz und Kontrollen auszahlen, hat sich das Polizeipräsidium zum Ziel gesetzt, Gefahren auf dem Schulweg nachhaltig zu reduzieren. Hierzu zählen unter anderem die Vorbereitung und Förderung der Kinder zur selbstständigen und sicheren Teilnahme am Straßenverkehr, die Gefahrenvermittlung auf dem Schulweg sowie die Sensibilisierung der Kinder und Jugendlichen zur Erhöhung der Helmtragequote auf dem Schulweg.

 

Das Polizeipräsidium Ravensburg wird deshalb zu Schulbeginn verstärkt Kontrollen auf Schulwegen und im Bereich von Schulen durchführen und dabei insbesondere auf folgende Punkte besonderes Augenmerk legen:

- Gurtanlege- und Kindersicherungspflicht;

- Angepasste Geschwindigkeit (insbesondere an Stellen mit erhöhten Unfallgefahren für Kinder und Jugendliche);

- Verhalten der Fahrzeugführer gegenüber öffentlichen Verkehrsmitteln und Schulbussen sowie an Bushaltestellen, Fußgängerfurten und -überwegen;

- Park- oder Haltverbote auf Geh- und Radwegen, Schutzstreifen für Radfahrer, an Kreuzungen und in übersichtlichen Kurvenbereichen, in "zweiter Reihe", an Bushaltestellen oder an Fußgängerüberwegen;

- Nutzung von Mobiltelefonen und elektronischen Kommunikations-, Informations- oder Unterhaltungsgeräten während der Fahrt;

- technischer Zustand von Fahrrädern, insbesondere der Fahrräder von Kindern und Jugendlichen auf dem Weg von und zur Schule sowie

- das Verhalten von Schülerinnen und Schülern auf ihren Schulwegen insbesondere zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

 

Auch die Eltern sollten dazu beitragen, den Schulanfängern zum Start ins Schulleben Sicherheit zu vermitteln:

- Zeigen Sie Ihrem Kind den Schulweg und die damit verbundenen Gefahren. Ganz wichtig ist eine feste Route, denn der vertraute Weg gibt dem Kind die nötige Sicherheit.

- Lassen Sie Ihre Kinder, sofern möglich, zu Fuß zur Schule gehen. So lernen sie sich eigenständig und sicher im Straßenverkehr zu bewegen.

- Vermeiden Sie nach Möglichkeit, Ihre Kinder mit dem Auto zur Schule zu fahren. Dadurch entstehen ein noch höheres Verkehrsaufkommen und eine Vielzahl gefährlicher Situationen. Sollte dies dennoch notwendig sein, so achten Sie bitte immer darauf, dass Ihr Kind im Fahrzeug entsprechend gesichert ist. Verzichten Sie darauf, Ihre Sprösslinge bis vor die Schultür zu fahren, sondern lassen Sie sie das letzte Stück zu Fuß zurücklegen. Das fördert wiederum die Selbstständigkeit und das sichere Bewegen im Straßenverkehr.

- Mit dem Fahrrad sollten Sie Ihr Kind erst nach erfolgreichem Absolvieren der Radfahrausbildung zur Schule fahren lassen.

- Verhalten Sie sich selbst im Straßenverkehr vorbildlich - nicht nur gegenüber Ihrem eigenen Kind, sondern auch fremden Kindern gegenüber.

 

Das Polizeipräsidium Ravensburg bietet allen Schulen kostenfreie Workshops für Schülerinnen und Schüler sowie Informationen für Eltern und Lehrer zum Thema Sicherer Schulweg (Klasse 1), "Das kleine Zebra" (alle Grundschulklassen), Schütze Dein Bestes (Klasse 5 und 6), Bussicherheitstraining, Verkehrssicherheitstage für die Sekundarstufe und das Thema Junge Fahrer ("No Game") für die motorisierten Fahranfänger an. Nähere Informationen können Sie unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anfordern oder erhalten Sie unter Tel. 0751/803-1042.

 

Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Ravensburg

 

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