Region - Als Scientists for Future beteiligen wir uns nicht an Kampagnen und Aktionen, wir sehen unsere Aufgabe darin, die politischen Entscheidungstrager, die Aktivisten und die Bevölkerung wissenschaftlich zu beraten. Wir haben großes Verständnis fur den vielfältigen Protest der Jugendlichen, denn über deren Zukunft entscheiden wir mit unseren heutigen Aktivitaten. Und wir müssen leider feststellen, dass politische Entscheidungen immer noch überwiegend in Verkennung oder bewusster Missachtung naturwissenschaftlicher Fakten getroffen werden.

 

Der Klimawandel ist nachweislich in vollem Gang, die Prognosen sind mittlerweile von sehr hoher Qualität und Aussagekraft und dem Klima ist es letztendlich egal, ob wir beim CO2-Ausstoss rechtzeitig auf die Bremse treten oder nicht.

Immer mehr Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass es nur noch ein geringes CO2-Restbudget gibt, das ohne wirkungsvolle Maßnahmen sehr bald aufgebraucht ist. Das heißt, dass alle Menschen sofort und schnell wirkungsvolle Maßnahmen zum Klimaschutz umsetzen sollten. Andernfalls wird die Klimaerwärmung auf deutlich über 1,5 Grad ansteigen mit katastrophalen Konsequenzen fur alle Menschen wie etwa Dürren, Flutkatastrophen und Überflutung aller Küsten.

Unser Ziel ist es, diese Tatsachen stärker in den öffentlichen Diskurs zu bringen. Wir wollen weitere Eskalationen vermeiden und den Fokus auf die konkreten Handlungsschritte zur CO2-Reduktion lenken.

 

Vor einem Jahr wurde der Ravensburger Klimakonsens beschlossen und seither ist nach unseren Informationen zu wenig passiert. Natürlich haben wir keinen detaillierten Einblick in die Aktivitaten der Stadtverwaltung. Wir konnten jedoch bisher keine politischen Beschlüsse feststellen, die zu einer konkreten Senkung der CO2-Emissionen geführt haben. Die Aussage von Oberbürgermeister Dr. Rapp in der Gemeinderatssitzung vom 10.5.21 fasst die Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen treff end zusammen: "Wir haben noch kein Gramm CO2 eingespart."

Da sich CO2 aber in der Atmosphäre kumulativ ansammelt, bedeutet jede Verzögerung heute, dass die Einsparbemühungen morgen noch radikaler werden müssen.

Dieser Tatsache hat auch das aktuellen BVerfG-Urteil Rechnung getragen.

Wir sehen daher die dringende Notwendigkeit, schnell zu handeln, und schlagen vor, mit Maßnahmen aus dem Maßnahmenkatalog zum Klimakonsens sofort zu beginnen, die in der Handlungskompetenz der Stadt liegen und einen nennenswerten Beitrag zur CO2-Reduktion liefern. Dafur muss die Stadtpolitik auch nicht auf Ergebnisse aus der Arbeit des Klimarats warten. Als beratende Stimme der Wissenschaft sind wir gerne bereit, die Stadt Ravensburg bei Fragen zur Wirksamkeit von Maßnahmen und zum verbleibenden CO2-Restbudget zu unterstützen.


https://scientists4future.org
https://info-de.scientists4future.org/stellungnahme-fff-forderungen-eu/

 

Unterzeichner*innen

siehe angehängtes PDF

Pressemeldung scientists4future

 

 

 

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