Biberach - Auch wenn man sich nicht zur Karfreitags-Mahnwache auf dem Biberacher Marktplatz versammeln konnte, verschwindet das Gebot zur Gewaltfreiheit nicht. Das Biberacher Friedensbündnis bleibt dran: Was der Karfreitag in die Welt brachte, ist „Stecke dein Schwert in die Scheide!“, ein Jesuswort aus der Passionsgeschichte. Das Bewusstsein zu schaffen, dass wir den Frieden fertigen können, ist die aktuelle Aufgabe.

Gerade die Lage in der Welt jetzt in der Corona-Krise führt vor Augen, dass die Probleme nur durch internationale Solidarität und Zusammenarbeit zu lösen sind. So wollen die Biberacher jetzt nicht klein beigeben und nicht ignorieren, dass unter dem Schatten der Coronakrise die deutsche Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer die Atomare Teilhabe Deutschlands richtig deutlich demonstriert.

Sie will ja als Ersatz für in die Jahre gekommene Tornado-Kampfflugzeuge 93 Eurofighter und 45 amerikanische F-18-Jets kaufen. Von den 45 F-18-Jets sind 30 für das Austragen von Atombomben bestimmt. Deutsche Gelder unterstützen also erneut die Abschreckung mit Atomwaffen. Massenvernichtungswaffen nach all den Erfahrungen am Ende des Weltkriegs vor 75 Jahren?

In den Medien wird ja laufend über die Ereignisse im April/Mai des Jahres 1945 berichtet. Es werden ungeheuerliche Gewalttaten vorgestellt und mutige Taten, die massenhafte Vernichtung verhüteten. Im Allgäu existierte die Munitionsanstalt Urlau, die vor allem ein Lager für chemische Waffen war. Und Kommandant Günther Zöller verhinderte die befohlene Sprengung der Giftgasvorräte. Er entschied - obwohl ihm bei Befehlsverweigerung die Hinrichtung angedroht war - die gefährlichen Stoffe nicht zur Explosion zu bringen.

Aber im Jahr 2020 wird erneut über eine künftige Beteiligung Deutschlands an der atomaren Kriegführung diskutiert. - Das Biberacher Friedensbündnis fordert wie andere Gruppen ein Ende der Stationierung von Atombomben in Deutschland. Die Anschaffung eines neuen atomwaffenfähigen Flugzeuges würde Deutschlands Beitrag im Rahmen der Nuklearen Teilhabe auf Jahrzehnte fortschreiben.

 

Pressemitteilung des Biberacher Friedensbündnis

 

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