Baienfurt/Bad Wurzach (Kommentar) - Eine Demonstration hat viele Schauplätze und die allermeisten sind nicht auf der Bühne, sondern irgendwo mitten unter den Menschen. In dieser ganzen Maskendiskussion stecken deutlich mehr Inhalte, als sie momentan kommuniziert werden; so wird die Altersstruktur der Schüler völlig außer Acht gelassen.

Es hatte sich gezeigt, dass ein 10 oder 11-jähriges Kind ganz anders reagiert, als ein Teenager mit etwa 16 Jahren. Dieser Entwicklungssprung wurde und wird derzeit vollkommen ignoriert, stattdessen werden die Schulen mit Verordnungen, deren Änderungen, Neuauslegungen und Abweichungen geradezu bombardiert.

Was am Mittwoch ganz auffallend war, die Kinder haben schreckliche Angst. Ein 6-jähriger Junge machte sich Sorgen, dass Weihnachten ausfallen wird, ein Mädchen berichtete davon, dass ihre kleine Schwester alle Kastanien vom Tisch sammelte, weil sie aussahen, wie das Corona-Virus. Eine Zweitklässlerin traute sich nicht in die Toilettenräume und hatte anschließend eine nasse Hose, ein Schüler durfte seinen Freund nicht trösten, er musste Abstand halten; die Liste dieser Begebenheiten ließe sich fortführen.

An den Schulen werden Hygienekonzepte eingehalten, auf Händedesinfektion geachtet, um das Infektionsgeschehen nicht noch weiter zu befeuern, das ist alles gut und schön, aber wer kümmert sich um die Seele der Kinder? Und wie? Wenn Herr Söder in seiner Regierungserklärung davon spricht, dass Schüler ganz wunderbar mit der Maske umgingen, dann kann er nur den technischen Umgang meinen; es wird niemals hinterfragt, wie es hinter der Maske aussieht. Kein Kind wird seine Verzweiflung in strukturierten Worten und Sätzen zum Ausdruck bringen, vielmehr wird es über Kopf- oder Bauchschmerzen klagen.

Wie sollen Kinder die ganzen komplexen Zusammenhänge verstehen können, wenn es nicht mal den Erwachsenen, den Eltern oder Großeltern in Gänze gelingt? Kinder brauchen momentan mehr Schutz, als je zuvor, damit ihre Psyche, während dieser Zeit, keinen Schaden erleidet."

 

Christine Hofer-Runst

Freie Autorin für dieBildschirmzeitung

 

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