Ravensburg - Das erste Halbjahr 2020 war für die zehn Volks- und Raiffeisenbanken in der Region Ravensburg-Bodensee-Sigmaringen von der Corona Krise geprägt. Um die dringend benötigte Liquidität für die Wirtschaft vor Ort zu garantieren, standen die Förderkreditberatung und Vergabe von Förderkrediten und Soforthilfen des KfW-Sonderprogramms im Fokus. Die VR-Banken in der Region haben per 31. August KfW-Corona-Förderkredite mit einem Antragsvolumen von 104,4 Millionen Euro vergeben.

„Wir waren die letzten Monate Stütze der regionalen Wirtschaft. Die schnelle Reaktion der KFW und die Unterstützung des Landes Baden-Württemberg bei den Förderkrediten haben dies erleichtert, hier hat man aus der Finanzkrise 2008 gelernt. Um unsere Kunden jedoch mittel- und langfristig zu unterstützen, galt es neben der schnellen Hilfe mit Förderkrediten und Beratung zu staatlichen Hilfsprogrammen, auch passgenaue Finanzierungskonzepte zu erarbeiten. Mit unserem genossenschaftlichen Beratungsansatz, unserer Serviceorientierung und der starken Mitgliederorientierung können wir auch zukünftig unseren Kunden nachhaltig helfen“, so Franz Schmid, Vorstandsvorsitzender der Bezirksvereinigung der Volks- und Raiffeisenbanken in der Region Ravensburg-Bodensee-Sigmaringen (BZV).

Durch ein deutliches Wachstum im Geschäftsvolumen bauten die Volks- und Raiffeisenbanken den Marktanteil in der Region weiter aus. So wuchsen die Kredite im ersten Halbjahr an Privat- und Firmenkunden um 177 Millionen auf 5.539 Millionen Euro und die Kundeneinlagen um 284 Millionen auf 5.925 Millionen Euro. Die Bilanzsumme hat damit zum Halbjahr 2020 die 8 Mrd. Grenze erstmals überschritten. Zudem sind die VR-Banken mit einer bilanziellen Eigenkapitalquote von 11 Prozent krisensicher aufgestellt.

Innerhalb der begleiteten Branchen der VR-Banken gibt es in der aktuellen Situation deutliche Unterschiede. Das Handwerk und die Bauwirtschaft stehen nach wie vor auf einem soliden Fundament, wohingegen die Automobilindustrie und der Einzelhandel, stark zu kämpfen haben. Die stark gebeutelte Gastronomie und der Tourismus konnten, vor allem in der Urlaubsregion Bodensee/Allgäu, teilweise wieder etwas aufholen. Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich das Geschäft in der kälteren Jahreszeit entwickeln wird. Sehr gut nachgefragt werden trotz der Unsicherheit über die Dauer der Krise, Immobilien und Immobilienfinanzierungen. War die Einschätzung der VR-Banken im März noch, dass die Immobilienpreise eine Verschnaufpause einlegen, konnte bisher davon nichts gespürt werden. Die Flucht in Sachwerte, sowie der Zuzug in die Region halten die Nachfrage weiterhin hoch. „Wer heute mit ausreichendem Eigenkapital finanziert oder renoviert, kann bei einem soliden und flexiblen Finanzierungskonzept auch zukünftig Unwägbarkeiten und potentielle Durststrecken gut überbrücken“, so Lothar Hanser, Vorstand der BZV.

Auch im aktuellen Niederzinsumfeldes verzeichnen die VR-Banken deutliche Einlagenzuwächse. Darüber hinaus erfolgen hohe Zuflüsse in Wertpapieranlagen. „Immer mehr Anlegern wird bewusst, dass ein Zinsanstieg in weiter Ferne liegen dürfte“ so Jürgen Strohmaier, Vorstand der BZV. „Vor diesem Hintergrund ist ein Umdenken in der Anlage und die Beimischung von Sach- und Substanzwerten wie Aktien, Edelmetallen oder Immobilien unumgänglich, um eine Renditeperspektive zu haben, die die Kaufkraft des Vermögens langfristig sichern kann“ so Jürgen Strohmaier weiter.

 

Die Krise als Chance verstehen und nutzen

Mit Blick auf die Corona Krise hat sich auch bei den VR Banken der digitale Wandel nochmals beschleunigt. Zum Schutz vor Ansteckungen wurde, wo möglich, für die Mitarbeiter zügig das Arbeiten von zu Hause aus eingeführt. Im Kundenverkehr haben sich kurzfristig Videoberatungen als zielführende Kontaktmöglichkeit etabliert. Hier hat sich gezeigt, dass weniger komplexe Beratungen gut digital durchgeführt werden können und bei Kunden zu Zeiteinsparungen führen. „Wir mussten etablierte Strukturen in Frage stellen und neue Dinge in kurzer Zeit wagen. Wir wissen aber auch, dass die Auswirkungen von Corona die Herausforderungen auf uns weiter erhöhen werden. Kaum Zinsen, konsequentes Kostenmanagement, Forcierung der digitalen Transformation in allen Bereichen der Bank und ganz wichtig: weiterhin der verlässlicher Partner und damit die wirtschaftliche Stütze des Mittelstands sein, das sind unsere Erfolgstreiber zur Überwindung der aktuellen Krise,“ so Klaus Remensperger, Vorstand der BZV. Trotz aller Strukturanpassungen im Filialnetz ist die Nähe zu ihren Kunden den Genossenschaftsbanken nach wie vor wichtig. Kunden können derzeit in 61 Geschäftsstellen in der Region persönlich beraten werden. Damit eine hochwertige Beratung auch zukünftig gewährleistet ist absolvieren derzeit 108 junge Menschen eine Ausbildung oder ein Duales Studium bei den VR-Banken.

„Die digitalen Angebote haben in den letzten Monaten rasant zugenommen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben sich sehr schnell auf die neue Situation eingestellt, um für unsere Kunden immer da zu sein. Ein ausgeglichenes Angebot von Filial- und Onlinebank macht uns einzigartig und ist eine große Chance für eine erfolgreiche Zukunft für die VR-Banken in der Region,“ ist Schmid zuversichtlich. Aktuell tätigen rund 162.000 Kunden ihre Bankgeschäfte online ab und rund 40.000 Privatkunden tätigen regelmäßig ihre Bankgeschäfte per Banking-App.

 

Presseinformation der Vereinigung der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Bezirk Ravensburg - Bodensee - Sigmaringen

 

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