Ulm - Am 15. September war der Ausschuss International der IHK Ulm im Liebherr-Werk Ehingen zu Gast. Neben einer Besichtigung der Kranproduktion der Firma Liebherr, die Weltmarktführer im Bereich ATKrane ist und fast die Hälfte der weltweiten Jahresproduktion stellt, stand der Brexit im Mittelpunkt des Treffens der rund zwanzig Teilnehmer aus unterschiedlichen Sektoren.

Die Übergangsphase, in der Großbritannien weiterhin Mitglied des EU-Binnenmarktes und der Zollunion ist, läuft nur noch bis Ende 2020. Etwaige Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien über die künftigen Beziehungen und ein Freihandelsabkommen gestalten sich jedoch weiterhin sehr schwierig. In einem virtuellen Austausch mit Klemens Kober, dem Referatsleiter Handelspolitik des DIHK-Büros in Brüssel, und Dr. Ulrich Hoppe, dem Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer mit Sitz in London, wurden der aktuelle Stand der Verhandlungen und verschiedene Szenarien für deren Ausgang erläutert. Beide sehen aktuell noch Chancen, dass wenigstens ein Abkommen mit abgespecktem Inhalt noch bis zum Jahresende gelingen kann.

IHK-Präsident Dr. Jan-Stefan Roell ist mit seinem Unternehmen auch im Vereinigten Königreich aktiv und hob die Bedeutung Großbritanniens als wichtigem Wirtschaftspartner für viele Unternehmen aus der IHK-Region Ulm hervor: „Unsere Unternehmen unterhalten vielfältige wirtschaftliche Beziehungen mit Großbritannien und sinddaher sehr an einer pragmatischen  Lösung interessiert, die es ihnen erlaubt, ihre Aktivitäten in Großbritannien und mit ihren britischen Partnern auch über 2020 hinaus möglichst reibungslos fortzuführen. Wir benötigen deshalb zügig klare Rahmenbedingungen für den Erhalt der Wirtschaftsbeziehungen zu Großbritannien.“

Horst Wiedenmann, Geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens Wiedenmann GmbH aus Rammingen und Vorsitzender des Ausschusses International unterstrich dies ebenso. Auch seine Firma  unterhält vielfältige Geschäftsbeziehungen in das Vereinigte Königreich und rief den Teilnehmenden in Erinnerung, dass Großbritannien ein enormer Markt sei für die deutsche Wirtschaft: „Sollte es bis zum Jahresende keine Einigung geben, drohen Zölle in Milliardenhöhe, lange Wartezeiten an den Grenzen und erhebliche Störungen in den Lieferketten. Das hätte negative Auswirkungen für  die Wirtschaftauf beiden Seiten des Ärmelkanals und ist daher mit aller Kraft zu
verhindern.“

Die Wirtschaft sollte sich aber dennoch schon jetzt für einen solchen Fall rüsten, so der Rat der beiden Experten aus Brüssel und London. Auch deswegen organisiert die IHK Ulm am 21. Oktober im Rahmen des Enterprise Europe Networks zusammen mit weiteren Partnern aus Baden-Württemberg das Webseminar „Status Quo: Wie geht’s weiter mit dem Brexit?“ Dieses bietet allen Unternehmen die Möglichkeit, sich umfassend zum Brexit und den Auswirkungen auf den Warenverkehr, Zoll, Mitarbeiterentsendung, Umsatzsteuer etc. zu informieren.

 

Pressemitteilung der IHK Ulm

 

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