Leserbrief - Die grün-schwarze „Ländleregierung" will im von den Klimaaktivist/innen hart umkämpften Altdorfer Wald, der inzwischen sogar bis nach Flensburg ein Begriff ist, viele Windkrafträder errichten.

Rund 40 bis zu 250 m hohe „Türme mit Propeller“ (Lisa, 5 Jahre alt) sollen dort bis Ende dieser Dekade aus dem wertvollen Waldboden gestampft werden. Bietet sich ja auch an, denn schließlich braucht der Mensch für ein Windrad ja jede Menge Tonnen Kies. Und den kann der Mensch ja gleich nebenan abbauen – wie es geplant ist – und ein Zementwerk steht auch schon parat. Zynischer geht's wohl nicht – Lucha und Brugger schweigen nicht nur, sondern sind auch noch Garanten dieses Kies-Killens!
Für ein Windkraftrad wird jede Menge Beton benötigt – und der besteht nun mal aus Zement. Allein das Fundament verschlingt tausende von Kubikmetern davon. Zement/Beton benötigt viel Kalk und noch mehr Kies. Den aber erhält der Mensch nur, wenn er neue Kiesgruben erschließt. Dazu aber müssen jede Menge Bäume gefällt werden ...
Zementwerke sind per se die größten Umweltsünder. Sie stoßen jede Menge CO2 aus, auch weil sie giftigen Müll verbrennen und somit richtige Dreckschleudern sind. Zementwerke genießen unerklärliche Sonderrechte. „Die Zementherstellung ist einer der emissionsintensivsten Industrieprozesse", schreibt der World Wide Fund For Nature (WWF) in einem Papier zum Thema. Zwei Prozent der deutschen und acht Prozent der globalen Treibhausgasemissionen gehen demnach auf die Zementherstellung zurück – jährlich also mehr als drei Milliarden Tonnen. Das entspricht dem Drei- bis Vierfachen dessen, was der vielgeschmähte Flugverkehr (abseits von Corona) zur Klimakrise beiträgt.
Bei der Produktion von Zement werden extrem hohe Temperaturen von bis zu 1.450 Grad Celsius erreicht. Das bedeutet einen hohen Brennstoffverbrauch und damit hohe Emissionen. Insgesamt entstehen pro Tonne Zement in Deutschland 587 Kilo Treibhausgase.
Viele Zementwerke verbrennen zur Energiegewinnung quasi alles, was sie kriegen können – Altreifen, giftigen Papier-Schlamm, Plastikmüll, Altöl. Laut Angaben des Vereins Deutscher Zementwerke e.V. lag der Anteil von Braun- und Steinkohle an den eingesetzten Brennstoffen 2019 bei insgesamt 26,5 Prozent. Sogenannte alternative Brennstoffe nahmen dagegen mit 68,9 Prozent den größten Teil ein. Für die Zementwerke ein lukratives Geschäft. Nicht nur sparen sie am Einkauf herkömmlicher Brennstoffe, sondern verdienen auch an der Müllentsorgung.
Und dabei gelten für Zementwerke nicht dieselben strengen Auflagen wie für andere Entsorgungsunternehmen. Denn während klassische Müllverbrennungsanlagen mit hochentwickelten Systemen arbeiten, nutzen Zementwerke nur einfache Filter. Der Grund: Im Bundesemissionsgesetz gibt es einen kleinen Zusatz, der besagt, dass die strengen Vorgaben nicht für die Zementindustrie gelten. Ein Riesenerfolg für die mächtige Zementlobby.
Windkrafträder liefern angeblich „sauberen“ Strom, der aber – kennt man sich in der Ökobuchhaltung aus – letztlich ganz gehörig schmutzig ist (Ökobilanz!). Wo ist und war da das Veto der Grünen?
Bisher hatte sich ein Windrad in einem Zeitraum von 6 bis 12 Monate energetisch amortisiert. Ob es bei diesem relativ kurzen Zeitraum bleibt, ist fraglich. Was aber niemals amortisiert werden kann – jedenfalls für die nächsten 10 Millionen Jahre, ist der abgebaute Kies.
Die Gefahr der Kollision von Vögeln mit Windkraftanlagen nimmt deutlich zu, da eben auch die Zahl Windräder zunimmt. Man/frau muss von über 100.000 von Windkraftanlagen pro Jahr getöteten Vögeln in Deutschland ausgehen, darunter etwa 12.000 Mäusebussarde und 1.500 Rotmilane. (NABU)
Und auch an die Entsorgung der Windkrafträder scheint niemand zu denken --– Haltbarkeit rund nur 25 Jahre. Das heißt, im Jahr 2045 müssen all die tausende von Windkrafträdern nicht nur abgebaut, sondern neu errichtet werden. Das ist doch ein großer Wirtschaftsfaktor – aber auch ein Teufelskreis, oder? Zudem muss ein Windrad auch ständig gewartet werden.
1913 sprach der Philosoph Ludwig Klages angesichts der damals schon steigenden industriellen Produktion von einer „Verwüstungsorgie ohnegleichen“; und der Soziologe Max Weber prophezeit am Vorabend des Ersten Weltkrieges, dass der moderne Kapitalismus sich so lange austoben werde, bis der letzte Zentner fossilen Brennstoffes verbraucht seien (das war vor 109 Jahren!). Industrielle Produktion, Expansion der kapitalistischen Produktionsweise und Naturzerstörung bilden einen Zusammenhang, meinte er.
Immanuel Kant ging schon zuvor damit radikaler um: In Besitz nehmen, als mein Eigentum betrachten, darf der Mensch auf Dauer und von Rechts wegen nur dasjenige, das er auch beschützen kann. Kant nimmt eine ganz moderne Einsicht vorweg, nämlich die, dass die Natur gleichsam als ein Wesen, dem auch Rechte zukommen sollen, betrachtet werden muss.
Stefan Weinert, Ravensburg

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