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Bad Wurzach - Leutkirch - Rund 40 Teilnehmer und Teilnehmerinnen füllten am Sonntag, 22. Mai 2022, beim Oberschwäbischen Naturschutztag den Bürgerbahnhof in Leutkirch.

An diesem Tag sollte das Thema „Artenvielfalt fördern – Kleine Maßnahmen, große Wirkung“ aus unterschiedlichen Standpunkten beleuchtet und Konzepte und Ideen zum Erhalt der Artenvielfalt vorgestellt werden.

Leutkirchs Bürgermeisterin Christina Schnitzler und Horst Weisser, Vorsitzender des Bunds für Naturschutz in Oberschwaben e.V. (BNO), begrüßten zunächst alle Teilnehmer/innen in den Räumlichkeiten des Nachhaltigkeitszentrums im Bürgerbahnhof. Im Eröffnungsvortrag verwies Tobias Hornung vom Landschaftserhaltungsverband Ravensburg (LEV) darauf, dass derzeit das 6. Massensterben der Erdgeschichte stattfindet.

Hierfür sei der Mensch verantwortlich, der die Ökosysteme mit ihren Tieren und Pflanzen schnell, großflächig und gründlich verändert. Der LEV initiiert deshalb im Rahmen der Biodiversitätsstrategie des Landkreises Ravensburg zahlreiche Natur- und Artenschutzprojekte wie beispielsweise Ackerblühstreifenprojekte, neuartige Beweidungskonzepte, Amphibienschutzprojekte oder Regiosaatgutprojekte.

Im Anschluss stellten Thomas Lehenherr und Jens Wehner aus der „Landeshauptstadt der Biodiversität“ Bad Saulgau das kommunale und mittlerweile mehrfach preisgekrönte Biodiversitätskonzept der Stadt vor. Mit zahlreichen themenspezifischen Naturlehrpfaden und einem interaktiven NaturThemenPark, sowie mit Gewässerrenaturierungen, Biotopanlagen, Wildblumenwiesen und Staudenbepflanzungen im Innenstadtbereich schaffte es die Kommune in den vergangenen Jahren, seine Bürger/innen sowie eine breite Öffentlichkeit für das Thema Artenvielfalt zu sensibilisieren.

Durch den weitgehenden Verzicht auf Wechselbepflanzung, Pflanzenschutzmittel und Dünger spart die Stadt heute bis zu dreiviertel ihrer laufenden Kosten für die Grünanlagenpflege ein. Dr. Sepp Bauer vom BNO zeigte in seinem Abschlussvortrag noch weitere Chancen und Maßnahmen für den Schutz der Artenvielfalt auf. Abschließend erfolgte eine rege Diskussion über die „Resolution Artenschwund“, die der BNO im Nachgang zum Oberschwäbischen Naturschutztag veröffentlichen möchte.

„Der BNO warnt bereits seit Jahrzehnten, wie andere Naturschutzgruppen auch, vor einem drastischen Artensterben und fordert ein wirksames Gegenlenken. Wir erachten es deshalb als dringend erforderlich, alle Landnutzer unter fachkompetenter Begleitung in die notwendigen naturschutzfachlichen Maßnahmen und Artenschutzprogramme einzubeziehen“, erklärte BNO-Vorsitzender Horst Weisser zur geplanten Resolution.

Neben den Vorträgen standen auch naturkundliche Führungen auf dem Tagesprogramm. Zur ornithologischen Frühwanderung am Leutkircher Stadtweiher mit Markus Ege fanden sich bereits einige Frühaufsteher ein. Die Exkursion am Nachmittag führte zum Demeter Milchviehbetrieb Fleck in Eschach im Allgäu, der Mitglied der TischGenossen ist, einem Bündnis für Artenvielfalt im Grünland zur Steigerung der Biodiversität durch Blühflächenmanagement.

Landwirt Herbert Fleck führte die interessierten Teilnehmer/innen über seinen Biohof mit Acker- und Grünlandflächen. Er zeigte dabei eindrucksvoll die Vorteile einer insektenschonenden Mahd mit Doppelmesser-Mähwerk sowie die positiven Auswirkungen von blütenreichen Wiesenrändern auf den Erhalt der Artenvielfalt.

Der Oberschwäbische Naturschutztag 2022 war eine gemeinsame Veranstaltung des Bunds für Naturschutz in Oberschwaben e.V. und des Naturschutzzentrums Wurzacher Ried in Kooperation mit der Stadt Leutkirch und dem Umweltkreis Leutkirch.

www.wurzacher-ried.de    www.moorextrem.de 

 

Bericht Valeska Ulmer

 

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