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Bad Wurzach - Die Klavierklasse von Martina Blum der Jugendmusikschule Bad Wurzach und die SchülerInnen des Musiktheater des Salvatorkollegs unter der Leitung von Christine Braig haben sich zusammengetan, um verschiedene Abschnitte aus dem Leben der wohl musikalischsten Familie der deutschen Kulturgeschichte, nämlich von Clara und Robert Schumann und ihren acht Kindern szenisch, darzustellen.

Martina Blum und Christine Braig lieferten sich zur Einführung in die Materie einen kleinen verbalen Wettstreit mit Zitaten aus den Biographien der beiden Künstler, um diese kurz vorzustellen. Clara Schumann war wohl die bekannteste Klaviervirtuosin ihrer Zeit, eine der europaweit gefragteste Pianistin, aber auch eine leidenschaftliche Klavierpädagogin, Musikerin, Mutter und Powerfrau. Sie war robust, zäh und gesund, weitgereist und verdiente sehr gut. Robert Schumann war Komponist, gefragter Dirigent und ein scharfsinniger Literat. Der Ehemann von Clara Schumann war Musikdirektor und Poet aber eher kränklich, äußerst sensibel mit Neigung zur Melancholie.

Im Gegensatz zu Clara war eher häuslich, verdiente aber dennoch auch gut.

Schauplatz des Schumann´schen Wohnzimmer war das Foyer der Schulbibliothek und der Kunsträume im Schloss.

Das Zentrum des Raumes bildete ein großes Sofa, rund um das die einzelnen Szenen aus dem Leben der Familie Schumann von den Schülern dargestellt wurden. Diese hatten seit den Herbstferien für die Aufführung geprobt. Vor drei Monaten hatten wiederum die KlavierschülerInnen von Martina Blum die Proben dafür aufgenommen, um auf dem Klavier in der Ecke – natürlich Schumann-Stücke – als Begleitung der Szenen zu spielen. Hannes Pfeiffer, Tim Guler, Sandra Brillisauer, Verena Steinhauser, Annika Ewald und Sophia Längst sorgten mit Bravour für die musikalische Begleitung der Szenen.

Da die Corona-Einschränkungen erst seit April gelockert wurden und dies bei Probenbeginn noch gar nicht absehbar war, haben sich die Veranstalterinnen schon früh entschieden, das etwa halbstündige Szenentheater zweimal vor einem jeweils überschaubaren Publikum aufzuführen:

Bei der ersten Vorstellung spielten die Schülerinnen und -Schüler der Klasse 5c, bei der zweiten stellten Schüler der Klassen 5a und 5b das Leben aus dem Wohnzimmer der Familie Schumann vor.Das Sofa, steht als Inbegriff des bürgerlichen Salons im Mittelpunkt, dient aber ebenfalls als Turngerät der Kinder. Hier spielen und toben die Schumannschen Kinder. Einige der Kinderstücke, welche die Klavierschüler spielten, entstanden weil Robert Schumann mit der Qualität der Unterrichtsstücke seiner Kinder unzufrieden war.

Und so rast der „Wilde Reiter“ mit seinem Steckenpferd ums Kanapee, beim Soldatenmarsch marschieren und Salutieren die Kinder im Takt. Die Familie Schumann ist nicht selten getrennt, weil Vater oder Mutter auf Tournee sind: Briefe werden vorgelesen, am Ende wird auch getrauert: Robert Schumann, stirbt mit nur 46 Jahren in der Nervenheilanstalt zu Endenich bei Bonn.

Die Zweite Aufführung wurde auch zum Improvisationstheater: Ein Schüler hatte sich kurz zuvor am Auge verletzt, ein anderer war gar nicht gekommen. Doch die Schüler blieben trotz allem cool und verdauten die Ausfälle großartig.

Am Ende bedankte sich Christine Braig bei allen Theater Schülern mit einer Blume, und auch die KlavierschülerInnen erhielten ein kleines Präsent von Martina Blum. Das größte Geschenk erhielten die jungen Künstler vom Publikum, das die Leistungen mit lange anhaltendem Applaus honorierten.

 

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

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