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Hauerz - Zum Frühschoppen dieses Benefiz tages zugunsten Des Vereines „B.A.C.A.A. e.V.“ spielte eine kleine Besetzung der Musikkapelle Haidgau, am Abend dann zwei Rockbands mit Rock Klassikern aus den 60er bis 80er Jahren und dazwischen gab es ein Familienprogramm mit Hüpfburg, Flohmarkt, Stockbrot und vielem mehr.

 

 

Auch wenn die Aufmachung des Merchandise-Standes und die Präsentation des Vereines vermuten lässt, dass die Jungs und Mädels von „B.A.C.A.A. e.V. – Biker against Childporn and Abuse“ e.V. zu den ganz harten Rockern in der Biker Szene gehören, ist doch tatsächlich das genaue Gegenteil der Fall, wie Damir Mahmutovic, der Chef des Teams Baden-Württemberg, das in Hauerz beim Bräuhaus Spenden für den guten Zweck sammelte, berichtet.

Das mit dem ehrenamtlich, sei wirklich wörtlich zu nehmen: Jedes an diesem Tag nach Hauerz gekommene Mitglied reiste auf eigene Kosten an. „Sämtliche Mitgliedsbeiträge und Spenden wandern in den Spendentopf.“ Auch die Vereinsverwaltung erfolgt ehrenamtlich, alle Mitglieder sind zugleich auch Mitglieder im Förderverein, dessen Einnahmen zu 100% an die Beratungsstellen fließen.

Denn die bundesweit rund 65 Mitglieder des Vereins wollen die Mauer des Schweigens und die Tabuisierung durchbrechen und die Aufmerksamkeit auf diesen totgeschwiegenen Missstand lenken. Der Verein kann Betroffenen selbst nicht helfen, es gibt zwar einen Notfallbutton auf der Homepage, über den Betroffene dank des großen Netzwerkes schnell professionelle Hilfe bei einer der Anlaufstellen erhalten können. „Was wir können: Spenden generieren z.B. auf Messen – aber nur wenn wir dort keine Standgebühren zahlen müssen – für Anlaufstellen für die Betroffenen, etwa wie die Fachberatungsstelle Brennessel e.V. in Ravensburg.

Silke Schaich arbeitet für die Brennessel in Ravensburg. Diese bietet mit derzeit fünf Mitarbeitern kostenlos und niederschwellig Beratung und Hilfe bei sexualisierter Gewalt für Betroffene und deren Angehörige, Beratung bei sexuellen Übergriffen bei Kindern und Jugendlichen und vieles mehr. Aber die Brennessel arbeitet auch an Präventionsprojekten mit, entwickelt Schutzkonzepte und betreibt Netzwerkarbeit.

„Im Durchschnitt braucht es acht Anläufe bis ein Kind gehört wird. Wir hören zu und begleiten es.“ Dass ein Trauma nicht einfach verschwindet, zeigen Fälle die während der Pandemie in die Beratungsstelle kamen. Während des Lockdowns kamen Frauen im Alter von 60, 70 Jahren in die Brennessel, bei denen die Einsamkeit ihre Kindheits-Traumata wieder an die Oberfläche gespült hatte.

„Wir sind aus der Bikerszene entstanden und mittlerweile ein Zusammenschluss von Motorrad-, Trike-, Quadfahrern und  -fahrerinnen oder einfach nur begeistert von der Szene, Clubs, Firmen, Vereinen und Interessensgemeinschaften, die irgendwie oder irgendwas mit der Bikerszene zu tun haben. Wir kommen aus allen Teilen Deutschlands und mittlerweile auch aus dem europäischen Umland, aus allen Alters-, Religions- und Interessengruppen,“ heißt es auf der Homepage des B.A.C.A.A. e.V. „Was uns zusammenführt ist der gemeinsame Wunsch etwas gegen den fast schon alltäglichen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen zu tun, auf das Thema aufmerksam zu machen und die Mauer des Schweigens zu zerbrechen!“

Roland Biberach, der Wirt des Brauhaus, hatte eigentlich die Idee für einen gemütlichen Familientag gehabt, als sein Nachbar Hannes Ebner, der selbst Vereinsmitglied bei Bacaa ist, auf ihn zukam, ob er sich vorstellen könne den Familientag mit einem Benefiz-Rockkonzert zu verbinden, für das der Verein die Bands besorgen würde. Er sagte zu, die Narrenzunft Baadgoischder sorgte für die Bewirtung, sogar mit einer Bar, aber auch mit Kaffee und Kuchen und neben den obligatorischen Roten gab es auch Pizzen der Bäckerei Mang.

Und die Fußballer der SG Hauerz-Dietmanns halfen beim Aufbau, damit „die Kinder a Freid hond.“ So konnten sich die Kinder über Hüpfburg, Kinderschminken, Flohmarkt und Stockbrot freuen, während die Erwachsenen sich beim Frühschoppen im Takt von Blasmusik-Klassikern wiegen konnten. Mit „Root 66“ und „J.J. Waterman“ gab es dann am Abend ordentlich etwas auf die Ohren. Auch die beiden Bands traten für den guten Zweck kostenlos auf der Bräuhausbühne auf.

Den rein äußerlich martialisch anmutenden Vereinsmitgliedern von Bacaa hat es in Hauerz gut gefallen, eine Wiederholung im nächsten Jahr scheint durchaus im Bereich des Möglichen.

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

 

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